1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

Raketenangriff auf Militärparade im Jemen

29. Dezember 2019

Für die tödliche Attacke in Al-Dhalea sollen die Huthi-Rebellen verantwortlich sein. Sie traf Separatisten, die sich erst im August von der gegnerischen - von Saudi-Arabien geführten - Allianz losgesagt hatten.

Die durch den Angriff zerstörte Haupttribüne in der südjemenitischen Stadt Al-Dhalea (Foto: Reuters/Stringer)
Die durch den Angriff zerstörte Haupttribüne in der südjemenitischen Stadt Al-DhaleaBild: Reuters/Stringer

Bei einem Angriff auf eine Militärparade im Süden des Jemens sind mehrere Menschen getötet worden. Huthi-Milizen hätten eine Rakete auf die Veranstaltung in der Stadt Al-Dhalea gefeuert, teilten die separatistischen "Sicherheitsring"-Einheiten mit. Neun Menschen seien getötet, acht weitere verletzt worden. Unter den Toten seien auch drei Kinder. Seitens der schiitischen Huthi-Milizen gab es zunächst keine Stellungnahme.

Die Rakete hat ein großes Loch in den Boden des Paradeplatzes gerissen Bild: Reuters/Stringer

Die Einheiten des "Sicherheitsrings" kontrollieren die Stadt Al-Dhalea. Diese liegt an der wichtigen Nord-Süd-Straße, die die Hafenstadt Aden im Süden mit der Hauptstadt Sanaa verbindet. Mitten durch die Provinz Al-Dhalea verläuft eine umkämpfte Frontlinie. Aden wird von Truppen des von den Huthi gestürzten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi kontrolliert, das weiter im Norden gelegene Sanaa wird von den Huthi gehalten.

Der "Sicherheitsring" gehörte eigentlich zur von Saudi-Arabien geführten Sunniten-Allianz gegen die Huthis. Die Separatisten scherten aber im August zusammen mit anderen Einheiten aus und eröffneten mit ihrem Kampf für mehr Selbstbestimmung im Süden eine zweite Front in dem seit fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg. Zugleich erhält der "Sicherheitsring" Hilfe von den Vereinigten Arabischen Emiraten im Kampf gegen die Huthi-Milizen.

Bei der Parade in Al-Dhalea angetretene Rekruten kurz vor dem Raketenangriff Bild: Reuters/Stringer

Ende 2014 hatten die Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht, den von Saudi-Arabien unterstützten international anerkannten Präsidenten Hadi gestürzt, dem sie Korruption und Misswirtschaft vorwerfen. 2015 schaltete sich Saudi-Arabien in den Konflikt ein und schmiedete die sunnitische Allianz, der auch die Vereinigten Arabischen Emirate angehören. Das erzkonservative Königreich Saudi-Arabien und der Iran, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift, ringen seit Jahren um die Vormachtstellung in der Region und liefern sich im Jemen einen Stellvertreterkrieg.

sti/djo (afp, ap, dpa, rtr)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen