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PolitikBolivien

Boliviens Präsident verhängt Ausnahmezustand

20. Juni 2026

Vorausgegangen waren wochenlange Massenproteste und Straßenblockaden. Präsident Rodrigo Paz rief den Ausnahmezustand für das gesamte Land aus.

Boliviens Präsident Rodrigo Paz steht an einem Mikrofon, im Hintergrund Fahnen und eine uniformierte Person (17.6.26)
Boliviens Präsident Rodrigo Paz kündigte den Schritt am frühen Samstagmorgen in einer Rede an die Nation an (Foto vom 17.6.26)Bild: Claudia Morales/REUTERS

Er habe "alle Möglichkeiten des Dialogs" mit den Demonstranten ausgeschöpft, sagte der bolivianische Präsident Rodrigo Paz in einer Fernsehansprache. Weil zahlreiche Protestierende versuchten, "Bolivien zu destabilisieren", habe er sich zu diesem Schritt entschieden, fügte er hinzu.

Paz wird von US-Präsident Donald Trump unterstützt

Der wirtschaftsliberale Paz, der von US-Präsident Donald Trump unterstützt wird, hatte im November 2025 eine 20-jährige Regierungszeit linksgerichteter Präsidenten in Bolivien beendet. Seit Wochen fordern Bauern, Lehrer, Arbeiter und Bergleute seinen Rücktritt. Die Demonstranten errichteten zahlreiche Straßensperren, was zu Versorgungsengpässen geführt hat, unter anderem bei Benzin, Lebensmitteln und Medikamenten.        

Seit 50 Tagen gibt es in Bolivien Straßenblockaden aus Protest gegen die Regierung (17.6.26)Bild: Carlos Sánchez Navas/JNA Press/Nexpher Images/Sipa USA/picture alliance

Mit Blick auf die Blockaden sagte Paz, er habe den Streitkräften befohlen, "den freien Verkehr wiederherzustellen, die Kontrolle über die Straßen zurückzugewinnen und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten". Sollten die Protestierenden die Blockaden fortsetzen, würden sie es "mit der vollen Härte des Gesetzes" zu tun bekommen.

Übereinkunft mit dem Gewerkschaftsdachverband

Er habe Vereinbarungen mit jenen Protestierenden getroffen, "deren Forderungen legitim waren", ergänzte Paz. Damit spielte er offenbar auf eine am Freitag erzielte Übereinkunft mit dem Gewerkschaftsdachverband COB an. Wichtige Regierungsgegner waren aber nicht daran beteiligt, ihre Proteste dauerten an.     

Boliviens Ex-Präsident Evo Morales bei der Stimmabgabe zur Stichwahl 2025Bild: Ernesto Benavides/AFP

Paz hatte den Demonstranten zwar Gespräche angeboten. Gleichzeitig bezeichnete er sie aber als "Drogenterroristen", die nach seinen Worten mit dem früheren linksgerichteten Präsidenten Evo Morales unter einer Decke steckten. Gegen Morales, der von 2006 bis 2019 Staatschef war, gibt es Vorwürfe des Menschenhandels und des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen. Er hält sich in der Region Chapare versteckt und konnte sich einer Festnahme bisher entziehen.

pg/haz (afp, rtr)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert! 

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