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Bayern gewinnt Topspiel in Dortmund

5. Dezember 2021

Ein umstrittener Elfmeter nach Handspiel von Mats Hummels bringt dem FC Bayern bei Borussia Dortmund den Sieg. Gladbach blamiert sich am 14. Spieltag der Bundesliga gegen Freiburg und Leipzig entlässt Trainer Marsch.

Fußball I Borussia Dortmund vs Bayern München
Die Bayern freuen sich, die Dortmunder verzweifeln - auch am SchiedsrichterBild: Martin Meissner/AP/picture alliance

"Jetzt ist es so, dass ein Scheiß-Elfmeter das Spiel entscheidet", ärgerte sich Dortmunds Emre Can nach dem Topspiel des 14. Bundesliga-Spieltags zwischen Borussia Dortmund und FC Bayern München und sprach den BVB-Fans wohl aus der Seele. Der Rekordmeister aus München entschied das Spiel knapp mit 3:2 für sich. Die Partie war schnell, intensiv und spannend, auch weil der Schiedsrichter viel laufen ließ und beide Mannschaften offensiv zu Werke gingen. Dortmund lag früh vorne, kassierte aber fast umgehend den Ausgleich und kurz vor der Pause einen weiteren Treffer. 

Nach der Pause erzielte Dortmunds Torjäger Erling Haaland den 2:2-Ausgleich und das Spiel steuerte auf eine spannende Schlussphase zu. Dann griff der Videoschiedsrichter ein, nachdem Dortmunds Mats Hummels der Ball an den Ellenbogen geprallt war. Schiedsrichter Felix Zwayer hatte zunächst nicht auf Strafstoß entscheiden, änderte seine Meinung aber nach Studium der Zeitlupe. So konnte Robert Lewandowski mit seinem 16. Saisontreffer das Siegtor erzielen. Doch die Elfmeterentscheidung sorgte für Diskussionen, zumal der Videoschiedsrichter zuvor bei einem vermeintlichen Foul an Marco Reus nicht eingegriffen hatte. BVB-Trainer Marco Rose regte sich so sehr auf, dass er mit der gelb-roten karte auf die Tribüne verwiesen wurde. Durch den Sieg hat der FC Bayern in der Tabelle nun wieder vier Punkte Vorsprung auf die Dortmunder.

Gladbach gegen Freiburg desolat

"Wahnsinn, dass wir vier Standardgegentore kriegen", klagte Gladbachs Jonas Hofmann nachdem er mit seiner Mannschaft eine historische 0:6-Heimpleite gegen den SC Freiburg erlebt hatte. "Wir haben desolat verteidigt. Wer letzte Woche gedacht hat, es geht nicht noch tiefer, ist eines Besseren belehrt worden." Tatsächlich sind bei der Borussia wenige Wochen nach der 5:0-Pokal-Gala gegen den FC Bayern und acht Tage nach der heftigen 1:4-Derby-Pleite beim 1. FC Köln endgültig Krisenzeiten angebrochen. Bereits nach 19 Minuten stand es 0:4, zur Halbzeit 0:6. Gladbachs Trainer Adi Hütter, der die wohl schlimmste Woche seiner Tätigkeit in Gladbach erlebte, muss aber offenbar keine Konsequenzen fürchten. "Man geht einen gemeinsamen Weg", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. "Das heißt, durch dick und dünn zu gehen."

Wieder schlägt der Ball im Gladbacher Tor ein - besonders bei Standardsituationen ist die Borussia schwachBild: Ulrich Hufnagel/imago images

Zumindest halbwegs gelang dagegen die Premiere von Tayfun Korkut als neuer Trainer bei Hertha BSC. Der Nachfolger von Pal Dardai geriet mit seinem neuen Team beim VfB Stuttgart zwar früh mit 0:2 ins Hintertreffen, doch ein Doppelpack von Stevan Jovetic rettete den Berlinern beim 2:2 am Ende einen Punkt. Die Hertha ist seit fünf Ligaspielen ohne Sieg, schaffte es aber wenigstens, den VfB in der Tabelle weiterhin hinter sich lassen.

Konsequenzen für Marsch in Leipzig

Einen Schlusstrich hat Vizemeister RB Leipzig nach der 1:2-Niederlage bei Union Berlin gezogen und sich von Trainer Jesse Marschgetrennt. "Katastrophal", "desolat", einfach "ganz, ganz schlecht" hatte der aufgebrachte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff die Leistung des Leipziger Teams, das bereits seine sechste Niederlage der Saison kassierte, direkt nach dem Spiel am Freitagabend genannt. "Wir werden nicht irgendwie warten, bis Weihnachten ist und hoffen, dass es im neuen Jahr wieder besser wird. Es geht natürlich darum, dass wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen", so Mintzlaff weiter. Am Sonntagmorgen fiel dann die Entscheidung, den US-Amerikaner zu entlassen.  

Bayer Leverkusen mit Kantersieg

"In der ersten Halbzeit habe ich nicht aufs Tor geschossen. Die zweite Hälfte war wie das Öffnen der Ketchup-Flasche. Es war ein schöner Abend", sagte Patrik Schick nach dem 7:1-Kantersieg Bayer Leverkusens gegen Tabellenschlusslicht Greuther Fürth. Dem Werkself-Torjäger waren nach dem Seitenwechsel innerhalb von nur 27 Minuten vier Treffer in Folge gelungen. 

Starke Leistung: Bayer-Torjäger Patrik Schick (r.) gelingen gegen Fürth vier Treffer in einer HalbzeitBild: Wolfgang Zink/Sportfoto Zink/picture alliance

Leverkusen feierte den dritten Bundesliga-Sieg in Folge, für die Fürther, die mit nur einem Punkt Tabellenletzter bleiben, war es dagegen die zwölfte Niederlage in Serie. Hinter den Leverkusenern schob sich die TSG Hoffenheim auf den vierten Platz. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß drehte das Spiel gegen Eintracht Frankfurt nach frühem Rückstand noch und gewann am Ende mit 3:2. "Der Gegentreffer war ein Weckruf für uns. Danach waren wir zielstrebiger", analysierte Hoeneß nach dem Spiel. "Der Sieg war mit sehr viel Mentalität verbunden."

VfL Bochum gewinnt erneut

Weiterhin einen starken Eindruck hinterlässt der zweite Aufsteiger VfL Bochum: Die Bochumer gewannen mit 3:2 beim FC Augsburg, mussten am Ende aber ein wenig zittern, nachdem sie bereits zur Halbzeit klar mit 3:0 geführt hatten. Mit dem Sieg setzte sich der VfL im Mittelfeld der Tabelle fest. Auf den Relegationsplatz, auf dem die Augsburger liegen, beträgt der Vorsprung sechs Punkte, auf den ersten direkten Abstiegsplatz sogar neun Zähler. Auf diesem 17. Rang liegt Arminia Bielefeld. Die Arminen trennten sich 1:1 vom 1. FC Köln.

Bochums Stürmer Sebastian Polter erzielte in Augsburg zwei der drei Bochumer ToreBild: Matthias Balk/dpa/picture alliance

Einen ungefährdeten Sieg feierte der FSV Mainz 05 im Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Mainz traf gleich in den ersten fünf Spielminuten doppelt und zog den "Wölfen" so den Zahn. Fast bis zum Ende blieb es beim 2:0, dann sorgte VfL-Verteidiger Maxence Lacroix mit einem Eigentor für den Endstand.

Der 14. Bundesliga-Spieltag in Zahlen:

Borussia Dortmund - Bayern München 2:3 (1:2)
Tore: 
1:0 Brandt (5.), 1:1 Lewandowski (9.), 1:2 Coman (44.), 2:2 Haaland 47.), 2:3 Lewandowski (78./Handelfmeter)

Bayer 04 Leverkusen - SpVgg Greuther Fürth 7:1 (3:1)
Tore: 
1:0 Adli (12.), 2:0 Tapsoba (17.), 2:1 Dudziak (33.), 3:1 Hincapie (45.), 4:1 Schick (49.), 5:1 Schick (69.), 6:1 Schick (74.), 7:1 Schick (76.)

Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg 0:6 (0:6)
Tore:
0:1 Eggestein (2.), 0:2 Schade (5.), 0:3 Lienhart (12.), 0:4 Höfler (19.), 0:5 Höler (25.), 0:6 Schlotterbeck (37.)

TSG Hoffenheim - Eintracht Frankfurt 3:2 (2:1)
Tore: 
0:1 Borré (15.), 1:1 Geiger (24.), 2:1 Rutter (30.), 3:1 Samassekou (59.), 3:2 Paciencia (72.)

FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 3:0 (2:0)
Tore:
1:0 Burkardt (2.), 2:0 Stach (4.), 3:0 Lacroix (90./Eigentor)

FC Augsburg - VfL Bochum 2:3 (0:3)
Tore: 
0:1 Polter (23.), 0:2 Holtmann (40.), 0:3 Polter (45.+2), 1:3 Gregoritsch (57.), 2:3 Caligiuri (86./Foulelfmeter)

Arminia Bielefeld - 1. FC Köln 1:1 (0:1)
Tore:
0:1 Özcan (17.), 1:1 Lasme (59.)

1. FC Union Berlin - RB Leipzig 2:1 (1:1)
Tore:
1: 0 Awoniyi (6.), 1:1 Nkunku (13.), 2:1 Baumgartl (57.)

VfB Stuttgart - Hertha BSC 2:2 (2:1)
Tore: 
1:0 Marmoush (15.), 2:0 Förster (19.), 2:1 Jovetic (40.), 2:2 Jovetic (76.)

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