Brasilianischer Ölriese OGX ist pleite
31. Oktober 2013
Nach wochenlangen Verhandlungen mit seinen Gläubigern hat der angeschlagene brasilianische Öl-Konzern OGX die Reißleine gezogen. Die hoch verschuldete Firma des deutschstämmigen Unternehmers und einstigen Multi-Milliardärs Eike Batista hat am Mittwoch im Rahmen des brasilianischen Insolvenzrechtes Gläubigerschutz beantragt. Es ist die bislang größte Unternehmenspleite in Lateinamerika: Die Ratingagentur Moody's schätzt die Gesamtverschuldung auf bis zu 5,4 Milliarden Dollar.
OGX hatte bis zum Schluss Zinszahlungen in Millionenhöhe für seine Milliarden-Schulden ausgesetzt. Bereits am Dienstag hatte die zur EBX-Gruppe gehörende Firma die Gespräche mit den Gläubigern als erfolglos beendet erklärt. An der brasilianischen Bovespa-Börse schloss die OGX-Aktie am Mittwoch mit einem Minus von 26 Prozent.
An Ölfeldern verhoben
Mit dem nun erfolgten Schritt will OGX die im brasilianischen Insolvenzrecht vorgesehene Möglichkeit einer gerichtlichen Sanierung nutzen, die dem Schuldner OGX maximal 180 Tage Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen der Gläubiger gewährt. Die Firma muss binnen 60 Tagen ein Rettungskonzept vorlegen, der von den Gläubigern gebilligt werden muss. Andernfalls wird der Konkurs eröffnet.
OGX hatte in der Vergangenheit Förderrechte für mehrere Ölfelder vor der Küste Brasiliens erworben und zahlreiche Probebohrungen durchgeführt. Die Ölförderung blieb jedoch weit hinter den Erwartungen zurück, wodurch der Konzern zunehmend unter Druck geriet. OGX war das Herzstück des EBX-Gruppe von Eike Batista, der seit Anfang 2012 fast sein gesamtes Vermögen von damals über 30 Milliarden US-Dollar verlor.
Wen/SC (rtr, dpa, afp)