Es leuchtet und duftet, von überall klingt Musik: Ein typisch deutscher Weihnachtsmarkt ist längst mehr als nur ein weihnachtliches Shopping-Paradies. In Bonn steht Tradition an erster Stelle.
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Es leuchtet und duftet, von überall klingt Musik: Ob in Hamburg, Dresden, Köln oder Nürnberg: Ein typisch deutscher Weihnachtsmarkt ist längst mehr als nur ein weihnachtliches Shopping-Paradies. Sehen Sie selbst:
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Die Bratwurst: der deutsche Klassiker
Schlemmen gehört zu einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt dazu. Für viele ist dabei eine Bratwurst im Brötchen mit viel Senf oder Ketchup ein Muss. Für Vegetarier gibt es inzwischen auch die fleischlose Variante. Auf dem Bonner Weihnachtsmarkt ist jede achte Bude ein Imbissstand. Die "German Bratwurst" verkauft sich allerdings auch auf exportierten Christmas Markets bestens.
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Weiß, rot oder mit Schuss
Betreiber von Glühweinständen können sich die Hände reiben, wenn sie einen Platz ergattern. Für so manchen Besucher ist das Heißgetränk mit Rotwein, Weißwein und oft auch mit einem Schuss Schnaps die Hauptmotivation für den Weihnachtsmarktbesuch. Einen halben Liter Glühwein trinkt jeder Deutsche im Jahr, sagt einer der Marktführer aus Nürnberg. Genaue Umsatzzahlen will kaum jemand verraten.
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Lebkuchen in Gefahr?
Immer gut für einen süßen Snack zwischendurch: ein Lebkuchen. Besonders bekannt sind die aus Nürnberg. Seit 1996 darf sich nur Pfeffergebäck, das auf dem Gebiet der fränkischen Stadt hergestellt wird, mit dem Namen schmücken. Auch wenn Lebkuchen auf jedem Weihnachtsmarkt zu finden sind, leidet das Image der leckeren Süßigkeit. Die Produktion ging in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück.
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Printen aus Aachen
Pendants zum Nürnberger Lebkuchen heißen Printen. Sie kommen aus Aachen - direkt an der holländischen Grenze. Je nach Lagerung wird das Gebäck entweder weich oder hart. Der Name "Printen" leitet sich vom niederländischen "prent" - auf Deutsch "Abdruck", oder auch Bild - ab. Denn seine längliche Form erhielten die Printen damals, weil man sie in kunstvoll geschnitzte Holzformen drückte.
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Vom Fastengebäck zum Butterstollen
Ein Stück Stollen sollte man auf jeden Fall probieren. Der Star unter den Christstollen kommt aus Dresden. Im Mittelalter war die typisch deutsche Weihnachtsleckerei der Legende nach ein Fastengebäck. Damals bestand ein Stollen nur aus Mehl, Hefe und Wasser. 1491 erlöste Papst Innozenz VIII die Dresdner mit dem "Butterbrief". Von da an durften die Bäcker auch fettreichere Zutaten verwenden.
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Import aus Frankreich
Sie sind hauchdünn und werden auf einer gusseisernen Platte gebacken: Crêpes, die französische Variante des Pfannkuchens. Eigentlich kommen sie aus der Bretagne, doch inzwischen kann man sie sich auch aus deutschen Fußgängerzonen nicht mehr wegdenken. Auch auf dem Weihnachtsmarkt sind sie eine willkommene Abwechslung: am besten mit Zitrone, Zucker und Zimt oder sogar mit ganzen Schokoriegeln.
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Shoppen in weihnachtlicher Atmosphäre
Neben der ganzen Schlemmerei sollte man aber auch die vielen Stände mit Kunsthandwerk, Schmuck, Keramik und Spielwaren nicht links liegen lassen. Denn die machen den Großteil der Buden aus. Wer Zeit zum Stöbern hat, findet hier das ein oder andere Weihnachtsgeschenk. Die Standplätze sind begehrt: Jedes Jahr bewerben sich doppelt so viele Händler wie es Plätze gibt.
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Musikalische Weihnachtseinstimmung
Wenn "Last Christmas" von Wham! in Dauerschleife aus den Boxen neben dem Glühweinstand schallt, kann das schon mal nerven. Viel stimmungsvoller ist da Livemusik von Blaskapellen, Chören oder örtlichen Bands. In Bonn etwa spielen die Turmbläser an jedem Adventssamstag weihnachtliche Musik. Auf diesem Foto spielen die Bläser des Bergmusikkorps "Frisch Glück" im sächsischen Annaberg-Buchholz.
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Licht in der dunklen Jahreszeit
Selbst wer keine Lust auf Konsum und Schlemmerei hat, kann wenigstens einmal über einen Weihnachtsmarkt schlendern und die Atmosphäre aufsaugen. Viele Märkte haben sich mit schönen Lichterketten und weihnachtlichen Lichtinstallationen für ihre Besucher herausgeputzt. Auf dem Bild ist der Weihnachtsmarkt in Dresden zu sehen.
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Gemütlichkeit und Atmosphäre: Diese beiden Attribute machen für den Bonner Weihnachtsmarktleiter Dieter Schubert einen echten deutschen Weihnachtsmarkt aus. Zu den Highlights zählen für ihn die Klassiker: Glühwein und Bratwurst. "Natürlich kann man auch das ein oder andere kaufen und sich von Kunsthandwerk, Schmuck und Töpferware inspirieren lassen."
In Bonn reihen sich insgesamt 185 Stände aneinander. Und die Konkurrenz ist groß: Jedes Jahr erreichen die Organisatoren mehr Bewerbungen als Standplätze vorhanden sind. In einem Kuratorium stecken dann sechs Leute mit verschiedenen Ämtern die Köpfe zusammen und diskutieren: Wer hat das schönste Warenangebot? Wer den schönsten Stand? Und wer passt zum vorher ausgetüftelten Gestaltungsplan? Manche Anbieter bewerben sich mit einem bunten Imbissstand oder einem weißen Pavillon. "Das geht gar nicht", sagt Schubert. Der Bonner Weihnachtsmarkt soll einheitlich und mit schönen Holzhütten und vor allem traditionell daher kommen.
Stände, die deutsche Gerichte wie Gulaschsuppe oder gutbürgerliche Küche anbieten, haben es leichter, einen der begehrten Stellplätze zu ergattern als solche, die exotisches Essen bereiten. "Der Charakter des Weihnachtsmarkts sollte solide bleiben und es gibt ja noch genug anderes außen rum", erklärt Dieter Schubert. Bio-Produkte und vegetarische Snacks gehören dagegen längst zum Standardangebot. Ein absolutes No-Go für den Bonner Markt sind für ihn Waren wie Handyschalen. Das sei in anderen Städten vielleicht anders - aber es komme immer auf das Publikum an, sagt Schubert. Die Bonner Weihnachtsmarktbesucher scheinen mit Traditionellem sehr zufrieden zu sein.