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KonflikteIndien

Iran-Krieg: Bruchlinien innerhalb der BRICS‑Allianz

19. März 2026

Angesichts eskalierender Gewalt im Iran-Krieg stehen die BRICS‑Staaten unter wachsendem Druck zu reagieren. 2026 hat Indien die Präsidentschaft und sieht den Staatenbund als "nicht westlich" aber nicht "anti-westlich".

Brasilien Rio de Janeiro 2025 | BRICS Gipfeltreffen
(Archiv) BRICS-Gipfeltreffen 2025 in BrasilienBild: Eraldo Peres/AP Photo/picture alliance

Teheran hat die BRICS‑Staaten aufgefordert, in den Iran-Krieggegen die USA und Israel einzugreifen. Die BRICS stehen für die größten Schwellenländer der Welt: Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Der Iran ist dem Staatenblock 2024 beigetreten. Dieses Jahr hat Indien die Präsidentschaft.

Der Iran fordert eine starke gemeinsame Haltung zur Verurteilung der "militärische Aggression" und eine größere Rolle von BRICS zur Unterstützung regionaler Stabilität. Indien hat er aber bislang vermieden, in dem Konflikt Partei zu ergreifen, und ruft stattdessen zu Zurückhaltung, Deeskalation und einer Rückkehr zum Dialog auf. "Einige BRICS‑Mitglieder sind direkt in die aktuelle Lage in Westasien eingebunden, was die Herstellung eines Konsenses über eine gemeinsame BRICS‑Position zum laufenden Konflikt erschwert", sagt der Sprecher des indischen Außenministeriums Randhir Jaiswal. "Als Vorsitz der BRICS hat Indien über den Sherpa‑Kanal Diskussionen zwischen den Mitgliedern ermöglicht."

Im Sherpa‑Kanal tauschen sich hohe Beamte, sogenannte "Sherpas" wie die Bergführer, in Vorbereitungsgesprächen und informellen Diskussionen abseits der offiziellen Besprechung untereinander aus. Es gilt als das wichtigste Koordinationsformat des Blocks.

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Was kann BRICS tun?

Der Iran mag hohe Erwartungen haben. Experten weisen aber darauf hin, dass die Handlungsmöglichkeiten des BRICS‑Blocks begrenzt sind. Die erweiterte Mitgliedschaft hat interne Spaltungen vertieft, da Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi‑Arabien dem Iran gegenüber misstrauisch sind. Andere Regierungen zögern, Positionen einzunehmen, die als oppositionell zu den USA interpretiert werden könnten.

Shanthie Mariet D'Souza, Präsidentin des unabhängigen Mantraya-Instituts für strategische Studien in Indien, sagt gegenüber DW, dass das Bündnis zwar als Dialogforum Potenzial habe, es aber wohl unrealistisch sei, eine gemeinsame Erklärung - geschweige denn irgendeine Form von militärischer Intervention - zu erwarten. "Es ist schwer, einen Konsens herzustellen, da der Iran selbst Teil des Konflikts ist", sagt D'Souza. Dazu komme, dass der Iran "Probleme grundsätzlicher Natur" mit den VAE und Saudi‑Arabien habe.

D'Souza sieht zwar, dass Indien mit dem BRICS‑Vorsitz eine Schlüsselrolle einnehme, die Neu-Delhi in die Lage versetzen könnte, einen Konsens aufzubauen und eine Stellungnahme im Namen des Blocks zu veröffentlichen. "Doch in der aktuellen geopolitischen Lage hätte eine solche Erklärung kaum Einfluss auf die Aktionen von den USA und Israel gegen den Iran."

"BRICS ist kein Bündnis gleichgesinnter Staaten", sagt Meera Shankar, ehemalige indische Botschafterin in den USA. "Es ist eine lose Gruppierung mit einer breit angelegten Agenda, die Handel, Entwicklung, wirtschaftliche Zusammenfgearbeit und die Stärkung des Multilateralismus umfasst."

"Indien definiert BRICS in seiner Rolle als Vorsitz als 'nicht westlichen' Wirtschaftsclub und nicht als 'anti-westliches' Sicherheitsbündnis", sagt Ajay Bisaria, ein ehemaliger indischer Diplomat.

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Indiens Balanceakt

Der Iran will aber nicht so einfach aufgeben. Teheran hat indische Öltanker im Einzelfall durch die Straße von Hormus passieren lassen, in Erwartung eines politischen Entgegenkommens. Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat mit Indiens Premierminister Narendra Modi über die Lage beraten. Außenminister Abbas Araghchi hat mehrfach mit seinem indischen Amtskollegen S. Jaishankar telefoniert, um über die Aktivierung des BRICS‑Blocks für Stabilität und die Verurteilung der Angriffe zu diskutieren - mit begrenztem Erfolg.

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"Als BRICS‑Präsidentschaft ist Neu‑Delhi in Bezug auf den Krieg gegen den Iran relativ zurückhaltend geblieben", sagt Gulshan Sachdeva gegenüber der DW, "auch nach der Tötung des iranischen Religionsführers Ali Chamenei." Sachdeva ist Professor am Centre for European Studies an der Jawaharlal Nehru University. "Die Ermordung des Staatsoberhaupts eines BRICS‑Mitglieds ist aber ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht."

 

Aus dem Englischen adaptiert von Florian Weigand

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