1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Ostsee: Buckelwal befreit sich - Sorge um weiteres Schicksal

27. März 2026

Der seit Montag auf einer Sandbank vor der Gemeinde Timmendorfer Strand festsitzende Buckelwal ist wieder frei. Er schwimmt in der Ostsee. Doch in Sicherheit ist er noch lange nicht.

Deutschland Timmendorfer Strand 2026 | Helfer besprühen gestrandeten Buckelwal mit Wasser, damit die Haut nicht austrocknet
Seit Montag liefen die Bemühungen zur Rettung - hier wird der Wal mit Wasser besprüht Bild: Ulrich Perrey/dpa/picture alliance

Der zwölf bis 15 Meter lange Buckelwal hat sich in der Nacht zum Freitag aus eigener Kraft befreit, wie der an der Rettung beteiligte Meeresbiologe Robert Marc Lehmann mitteilte. In einer großangelegten Aktion hatten Helfer zuvor mit mehreren Baggern den Meeresboden um den Wal ausgehoben und ihm eine Rinne gegraben. Anschließend überwand das Säugetier nach Angaben Lehmanns die letzten noch fehlenden zehn Meter bis in tieferes Wasser der Ostsee vor der Küste des nördlichen deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein.

Nun eine "heiße Phase" für den Wal

Der Biologe wies darauf hin, nun beginne die "heiße Phase" für den Buckelwal. Es komme darauf an, dass der Meeressäuger im offenen Wasser bleibe und nicht an einer anderen Stelle wieder strande. Mit Booten müsse versucht werden, vorsichtig vor den Wal zu fahren und eine "Barriere" zur Küste zu bilden.

Jeweils bis in den Abend hinein arbeiteten die Helfer in den vergangenen Tagen Bild: Ulrich Perrey/dpa/picture alliance

Lehmann betonte, noch sei der Buckelwal nicht in Sicherheit. Seine Befreiung von der Sandbank sei nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gewesen. Zu Hause sei er erst im Atlantischen Ozean. Bis er diese Gewässer erreicht, kann es nach Einschätzung der Experten noch Wochen dauern.

Wal in der Lübecker Bucht unterwegs 

Derzeit schwimmt der Meeressäuger laut Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in der Lübecker Bucht. Eskortiert wird das Tier von einem Schiff der schleswig-holsteinischen Wasserschutzpolizei. Die Organisationen Sea Shepherd und Greenpeace sind nach eigenen Angaben mit Schlauchbooten vor Ort. Der Wal sei zeitweise wieder auf dem Weg ins flachere Wasser gewesen, sagte ein Sprecher von Sea Shepherd.

Die Experten hoffen, dass der Wal durch die Meerengen zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden zurück in die Nordsee und dann in den Atlantik schwimmt. Die Ostsee ist nur durch drei schmale Meerengen mit dem Kattegat und dem Skagerrak verbunden, die den Übergang zur Nordsee bilden. Große Wale sind in der Ostsee nicht heimisch, die Bedingungen sind für sie nicht geeignet.

Hautkrankheit schwächt das Tier zusätzlich

Der Gesundheitszustand des Wals ist nicht gut. Er leidet unter Bewuchs infolge einer Hautkrankheit, wie Lehmann und Experten der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd mitteilten. Deswegen wurde auch kein Peilsender angebracht.

Meeresbiologen vermuten, dass das Tier vor seiner Strandung in der Lübecker Bucht schon länger in der Ostsee unterwegs war. So handelt es sich bei dem Wal wohl um dasselbe Tier, das sich vor etwa zwei Wochen bei Steinbeck vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns in einem Fischernetz verfangen hatte. Eine Woche zuvor war im Hafen von Wismar ein Wal gesichtet worden.

Die Rettungsbemühungen des schätzungsweise bis zu 20 Tonnen schweren Meeressäugers waren seit Montag deutschlandweit mit großer Anteilnahme verfolgt worden. Mehrere Versuche, den Wal von der Sandbank zu bekommen, waren zunächst gescheitert.

se/pgr (dpa, afp, ndr)

Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen