Bürgermeister im Süden Mexikos erschossen
14. Juni 2026
Joel Ángel Bravo Martínez, der Bürgermeister der Kleinstadt San Miguel Amatitlán im südlichen Bundesstaat Oaxaca, sei bei einem bewaffneten Angrif getötet worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nähere Angaben machte sie nicht.
Partei verurteilt die Attacke
Oaxacas Gouverneur Salomón Jara verurteilte die Gewalttat. "In Oaxaca werden wir nicht zulassen, dass Gewalt über das Gesetz oder den Willen unserer Gemeinden siegt", schrieb er im Onlinedienst X. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde die Polizeipräsenz in der Region verstärkt und ein Sondereinsatzkommando entsandt, um nach den Angreifern zu fahnden.
Bravos Partei PAN verurteilte die Attacke. "Ein Anschlag auf das Leben eines demokratisch gewählten Amtsträgers stellt einen direkten Angriff auf den Frieden, die Institutionen und den Volkswillen dar", hieß es in einer Mitteilung. "Wir dürfen diese Vorfälle nicht als normal hinnehmen und nicht zulassen, dass Angst die politische Teilhabe und den öffentlichen Dienst beeinträchtigt. Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit müssen sich durchsetzen."
Erbitterter Drogenkrieg
In Mexiko tobt seit Jahren ein erbitterter Drogenkrieg zwischen rivalisierenden Kartellen. In Oaxaca sind die Kartelle Jalisco Nueva Generación und Sinaloa aktiv. Sie liefern sich einen erbitterten Kampf um die Schmuggelrouten.
Seitdem die Regierung 2006 einen umstrittenen Militäreinsatz gegen die organisierte Kriminalität gestartet hatte, wurden in dem Land mehr als 350.000 Menschen getötet, darunter fast 100 Bürgermeister.
Sicherheitslage in Mexiko im Fokus
Wegen der größten Fußballweltmeisterschaft der Geschichte, die Mexiko gemeinsam mit den USA und Kanada ausrichtet, war die Sicherheitslage in dem lateinamerikanischen Land zuletzt wieder in den Fokus gerückt. Das Turnier war am Donnerstag in Mexiko-Stadt eröffnet worden. Im Februar waren bei Kämpfen nach der Festnahme und dem Tod eines mächtigen Drogenbosses über 70 Menschen in Mexiko ums Leben gekommen.
pg/ack (afp, dpa)