Bundesbank beklagt tausende Cyberangriffe pro Minute
24. Januar 2026
Auf das Jahr hochgerechnet seien das zweieinhalb Milliarden Angriffe, rechnete Bundesbank-Präsident Joachim Nagel in einem Interview mit dem Tagesspiegel aus Berlin vor. Diese Attacken würden bislang an der Firewall der Bundesbank abprallen. Es sei aber "ein ständiger Wettlauf", betonte Nagel.
Absolute Sicherheit? Nein.
Die Bundesbank habe eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen ergriffen, um ihre IT-Landschaft so sicher wie möglich zu machen. "Das fängt beim sicherheitsgeprüften Personal an und geht über gesicherte IT-Systeme bis zur Cyberabwehr und dem Business-Continuity-Management", erläuterte Nagel.
So sei die Bundesbank zu einer Art IT-Dienstleister geworden und übernehme mit anderen Zentralbanken eine wichtige Rolle für das gesamte Eurosystem. Trotzdem könne die Bundesbank kein absolutes Sicherheitsversprechen geben.
Bargeld auch bei Stromausfall
Für Krisenfälle wie den jüngsten Stromausfall in Berlin sieht Nagel seine Behörde aber gut gerüstet. Der Fall habe deutlich gezeigt, dass Zahlungsverkehrssysteme zur kritischen Infrastruktur gehörten und die Bundesbank habe dafür verschiedene Vorkehrungen getroffen.
"Unsere Filialen stellen im gesamten Bundesgebiet die Versorgung mit Bargeld sicher, und zwar jede in einem Radius von 75 Kilometern", so Nagel. Alle verfügten zudem über Notstromaggregate. In großen Filialen würden mehr als 100 Kolleginnen und Kollegen, in den kleineren um die 40 arbeiten. "Selbst wenn eine Filiale ausfällt, können wir im Krisenfall in ganz Deutschland Bargeld bereitstellen", versicherte Nagel.
Scharfe Töne vom Bundesinnenminister
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte an, er werde künftig härter gegen Cyberangriffe auf Infrastruktur und Unternehmen vorgehen. Deutschland werde "Gegenmaßnahmen ermöglichen und die Schwelle dafür niedrig ansetzen", sagte er der Süddeutschen Zeitung. "Wir werden zurückschlagen, auch im Ausland. Wir werden Angreifer stören und ihre Infrastruktur zerstören", zeigte er sich selbstbewusst.
Deutschland erlebe "ständig Cyberangriffe - auf Institutionen, Infrastruktur, Unternehmen", so Dobrindt. Oft gingen diese Attacken von Gruppen aus, die "Verbindungen zu staatlichen Geheimdiensten haben und von diesen finanziert werden", unterstrich der Innenminister und bezog sich damit unter anderem auf hybride Angriffe aus Russland, aber auch aus anderen Teilen der Welt. Dobrindt wörtlich: "Das können wir nicht hinnehmen."
haz/wa (afp, rtr)
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