1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

BKA zählt 690 islamistische Gefährder

21. Juli 2017

Das Risiko eines islamistischen Anschlags bleibt weiter hoch, warnt BKA-Chef Münch. Trotz der G20-Krawalle sei die Gefahr aus dem linken Spektrum gering. Das Risiko für rechtsmotivierte Straftaten sei höher.

Fachtagung Cybercrime Conference C³ Holger Münch Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch
Die Zahl der islamistischen Gefährder steigt weiter an, sagt BKA-Chef Holger MünchBild: picture-alliance/dpa/B. Pedersen

Die Zahl islamistischer Gefährder in Deutschland hat sich laut Bundeskriminalamt (BKA) auf 690 erhöht. Das berichtet die "Frankfurter Rundschau". Noch im Februar hatte das Bundesinnenministerium rund 600 Gefährder vermeldet. BKA-Präsident Holger Münch sagte der Zeitung, dass das größte Risiko eines terroristischen Anschlags von Islamisten ausgehe.

Gefahr von links gering

Entgegen den Aussagen einzelner Politiker nach den G20-Krawallen über Linksextremisten hält Münch die Gefahr, dass linke Gefährder Terroranschläge verüben könnten, für gering. "Im Bereich links gingen die Länder bislang von einer Größenordnung aus, die man an einer Hand abzählen kann. Im Bereich rechts ist es eine niedrige zweistellige Zahl", sagte der BKA-Präsident.

Zugleich betonte Münch: "Anders als derzeit im Bereich der politisch linksmotivierten Kriminalität sehen wir im rechten Spektrum durchaus das Risiko, dass sich terroristische Strukturen bilden können. In den letzten zwei Jahren hat das Thema Zuwanderung zu einer erkennbaren Radikalisierung der Szene beigetragen. Die immense Zahl von Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte in den Jahren 2015 und 2016 unterstreicht das."

Wachsam gegenüber rechter Kriminalität

Dass sich in diesem Umfeld Personen zusammentun und tiefergehend radikalisieren, hätten die Ermittlungsverfahren in Freital und Bamberg sowie gegen die sogenannte Oldschool Society gezeigt, so der BKA-Präsident weiter. "Wir sind da sehr wachsam und wollen möglichst schnell in offene Ermittlungen eintreten und nicht zu lange beobachten. Wir wollen kein Abgleiten von Personen in den Untergrund wie beim NSU."

cr/mak (kna, epd)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen