Das "Torfestival" in Bremen ist eines zu viel für Eintracht Frankfurts Trainer Toppmöller. Die Bayern brauchen gegen Leipzig nur eine gute Halbzeit und Leverkusen kriselt. Der Rückblick auf den 18. Spieltag.
Einfach zu viele Gegentore: Eintracht-Trainer Dino Toppmöller wird nach dem 3:3 in Bremen entlassenBild: Marcus Hirnschal/osnapix/picture alliance
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"Ich hätte sehr gerne mit dieser Mannschaft weitergearbeitet und mich weiter den Herausforderungen, die da sind, gestellt", meinte Frankfurts Trainer Dino Toppmöller nach seiner Entlassung. "Ich bin jeden Tag mit großer Leidenschaft und Freude zur Eintracht gegangen und bin stolz auf das, was wir gemeinsam in den vergangenen zwei Jahren erreicht haben."
Zwei Tage nach einem wilden 3:3 bei Werder Bremen zog der Klub die Reißleine und entließ den 45-Jährigen. 39 Gegentore in 18 Spielen der Fußball-Bundesliga waren den Verantwortlichen einfach zu viel. "Es sind immer wieder die gleichen Fehler. So können wir nicht weitermachen, so können wir nicht auftreten", sagte Sportvorstand Markus Krösche. "Wir sind Eintracht Frankfurt und wir haben einen Anspruch an uns selber, wie wir Fußball spielen wollen."
Mit 27 Punkten und dem siebten Platz laufen die Frankfurter diesen Ansprüchen hinterher. Interimsmäßig übernehmen U21-Trainer Dennis Schmitt und U19-Coach Alexander Meier die Mannschaft. Als mögliche Toppmöller-Nachfolger werden Marco Rose, Edin Terzic, Roger Schmidt, Sandro Wagner und sogar Xabi Alonso gehandelt.
FC Bayern dreht nach der Pause auf
Von ähnlichen Sorgen wie die Frankfurter ist der FC Bayern München weit entfernt. Nach einer schwächeren ersten Halbzeit bei RB Leipzig drehten die Münchener nach der Pause auf und machten aus einem 0:1 scheinbar mühelos einen 5:1-Sieg.
Leistungssteigerung nach der Pause: Michael Olise (l.) und Jonathan Tah (r.) gehörten zu den TorschützenBild: Alexander Trienitz/nordphoto Gmb/picture alliance
Da fiel es dem Bayern-Trainer hinterher leicht, den Gegner zu loben. "Die haben uns richtig Probleme bereitet, die waren klar besser, vom Gefühl doppelt so gut. Ich weiß nicht, ob die frischer waren, das darf aber keine große Rolle spielen", meinte Vincent Kompany und fügte in Richtung seines eigenen Teams an: "Zweite Halbzeit - mein Gott. Es war nicht perfekt, es war pure alte Schule, Mentalität."
In der Tabelle haben die Bayern nun elf Punkte Vorsprung auf Rang zwei und ein Torverhältnis von +57 Toren. Zweiter ist Borussia Dortmund. Der BVB setzte sich mit 3:2 gegen den FC St. Pauli durch.
Hoffenheim vertieft Leverkusener Krise
Den Sprung auf Rang drei hat die TSG Hoffenheim geschafft. Ein im hohen Bogen in den Winkel gezirkelter Freistoß genügte, um Bayer 04 Leverkusen mit 1:0 zu bezwingen. Für die Hoffenheimer war es der dritte Sieg aus den vergangenen vier Bundesligaspielen, für die Werkself dagegen die zweite Pleite in Folge.
"Insgesamt haben wir heute wieder unter unserem Level gespielt. Ich glaube, wir haben die richtigen Lösungen nicht gefunden", sagte Bayer-Trainer Kasper Hjulmand.
Leverkusens Torhüter Flekken kann dem Freistoß von Wouter Burger nur hinterhersehen - später muss er verletzt rausBild: Harry Langer/DeFodi Images/picture alliance
Neben möglichen Punkten verloren die Leverkusener zudem zwei wichtige Spieler: Stammtorhüter Mark Flekken erlitt eine Bänderverletzung am Knie, Flügelstürmer Nathan Tella verletzte sich am Fuß. Beide fallen nach Angaben des Vereins längerfristig aus.
In der Tabelle rutschten die Leverkusener, die in der Vorwoche bereits gegen den VfB Stuttgart unterlegen waren, auf Rang sechs ab. Der Rückstand auf den VfB, der 1:1 gegen Union Berlin spielte, und Hoffenheim beträgt vier Punkte.
"Die Mannschaft verkörpert brutalen Zusammenhalt. Keiner spielt noch gern gegen uns. Ich bin voll des Lobes für mein Team", freute sich TSG-Trainer Christian Ilzer.
Stillstand im Abstiegskampf
In der unteren Tabellenhälfte gab es am 18. Spieltag wenig Bewegung. Zwar trafen gleich mehrere der dort beheimateten Klubs in direkten Duellen aufeinander, doch endeten fast alle Spiele unentschieden. Der Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach trennten sich 0:0, der VfL Wolfsburg und der 1. FC Heidenheim 1:1. Auch der FC Augsburg kam gegen den SC Freiburg, trotz einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 hinaus.
"Wir wissen selbst gerade noch nicht, was wir damit anfangen sollen", sagte FCA-Stürmer Michael Gregoritsch. "Das Spiel dürfen wir nicht mehr hergeben. Es ist schade, aber so ist es."
Spiel gedreht: Zwei Tore von Stürmer Ragnar Ache (r.) bescheren Köln den Sieg gegen MainzBild: Steffie Wunderl/BEAUTIFUL SPORTS/picture alliance
Einzig der 1, FC Köln machte durch einen 2:1-Erfolg gegen den FSV Mainz 05 Boden gut. Die Kölner drehten einen 0:1-Rückstand zur Halbzeit durch zwei Treffer des eingewechselten Ragnar Ache.
"Wir sind natürlich überglücklich, dass die lange Leidenszeit, wo wir alles gegeben haben, aber nicht belohnt wurden, nun vorbei ist", sagte Kölns Torhüter Marvin Schwäbe nach zuvor acht sieglosen Ligapartien. Sein Trainer Lukas Kwasniok, der zuletzt arg in der Kritik stand, freute sich über seine gelungene Einwechslung: "Den Mutigen gehört die Welt und heute eben der Sieg", sagte er.
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Ergebnisse und Torschützen des 18. Spieltags der Fußball-Bundesliga:
Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 0:0
Tore: keine
Borussia Dortmund - FC St. Pauli 3:2 (1:0)
Tore: 1:0 Brandt (45.+1), 2:0 Adeyemi (54.), 2:1 Sands (62.), 2:2 Jones (72.), 3:2 Can (90.+6, Foulelfmeter nach Videobeweis)
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 516 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 542 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
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Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).