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Bundesliga: FC Bayern, RB Leipzig und BVB ziehen davon

8. Dezember 2025

Das Spitzentrio der Fußball-Bundesliga fährt souveräne Siege ein. Der Vorsprung von München, Leipzig und Dortmund wächst, weil Leverkusen patzt. Und der HSV gewinnt dank eines Dänen das Nordderby gegen Bremen.

Harry Kane bejubelt einen seiner drei Treffer für den FC Bayern im Spiel gegen den VfB Stuttgart
Drei Treffer in 30 Minuten - Harry Kane trifft und trifft und trifftBild: Markus Ulmer/Ulmer/Teamfoto/IMAGO

Deniz Undav vom VfB Stuttgart brachte es auf den Punkt. "Ein Zwei-Klassen-Unterschied. Die haben uns heute einfach fertiggemacht", sagte der Nationalstürmer nach der 0:5-Heimpleite gegen Bundesliga-Spitzenreiter FC Bayern. Der Meister aus München gab sich auch beim DFB-Pokalsieger der vergangenen Saison nicht den Hauch einer Blöße, feierte am 13. Spieltag den zwölften Sieg und bleibt in der höchsten deutschen Spielklasse in dieser Saison weiter unbesiegt. 

Für die Sonderklasse der Bayern steht ein Spieler geradezu exemplarisch: Harry Kane. Der Torjäger kam erst nach einer Stunde auf den Platz, weil Trainer Vincent Kompany bei der Aufstellung seiner Mannschaft kräftig rotierte. Kein Problem für Kane: Der Engländer machte in der verbleibenden halben Stunde schnell mal drei Treffer und schraubte sein Bundesliga-Tor-Konto auf 17 Treffer.

Zum Vergleich: Der Frankfurter Jonathan Burkardt auf Platz zwei der Torschützenliste traf bislang achtmal. Nicht nur Trainer Kompany fand die Leistung des Edeljokers Kane "herausragend". Auch Stuttgarts Coach Sebastian Hoeneß war von dem 32-Jährigen beeindruckt: "Das war schon enorm." 

Dreimal Yan Diomande

Dass die Bayern als Tabellenführer "nur" acht Punkte Vorsprung haben, liegt auch an der Konstanz von Verfolger RB Leipzig, der Champions-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt mit 6:0 abfertigte. "Es fühlt sich an wie eine Demütigung, es tut weh, so nach Hause zu reisen. Dass wir so auseinanderfallen, darüber müssen wir sprechen. Das geht so nicht", sagte Eintracht-Trainer Dino Toppmöller.

Leipzigs Offensivspieler Yan Diomande freut sich über seinen Dreierpack gegen FrankfurtBild: Roger Petzsche/Picture Point LE/IMAGO

Großen Anteil am neunten Saisonsieg der Leipziger hatte der ivorische Nationalspieler Yan Diomande, dem - wie Kane -  ein Dreierpack gelang, und das innerhalb von 18 Minuten. Bundestrainer Julian Nagelsmann sollte gewarnt sein: Das DFB-Team trifft in der WM-Vorrunde 2026 auf die Cote d'Ivoire.

Knaller im DFB-Viertelfinale

Leipzig bleibt Bayern-Verfolger Nummer eins. Die beiden aktuellen Spitzenklubs spielen übrigens im Februar im Viertelfinale des DFB-Pokals gegeneinander. Das ergab die Auslosung am Sonntag. Hertha BSC empfängt zudem den SC Freiburg, Holstein Kiel den VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen den FC St. Pauli. 

Borussia Dortmund ist zwar aus dem DFB-Pokal ausgeschieden, in der Bundesliga aber läuft es für das Team von Trainer Niko Kovac. Der BVB gewann gegen die TSG Hoffenheim mit 2:0 und hielt Anschluss an das Spitzenduo Bayern und Leipzig. Kovac formuliert es kurz und bündig: "Verdienter Sieg, nichts Spektakuläres."

Leverkusen mit "zu wenig Charakter"

Verdiente Niederlage, wenn auch unerwartet könnte man das 0:2 von Bayer 04 Leverkusen beim FC Augsburg überschreiben. Bayer-Trainer Kasper Hjulmand war bedient: "In meinen Augen hatten wir zu wenig Charakter. Es war zu soft für mich."

Ganz anders traten die Augsburger unter Interimstrainer Manuel Baum auf, der den Überraschungssieg jedoch nicht überbewerten wollte. "Natürlich bespricht man ein paar Sachen, aber wahrscheinlich ist Fußball gar nicht so kompliziert, wie man es teilweise glaubt", sagte Baum. 

Derbyheld Yussuf Poulsen

Ein Fußball-Derby wird meist in den Köpfen entschieden. Beim Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen waren die Gastgeber mental frischer und bissiger und gewannen trotz eines 0:1-Rückstands mit 3:2.

Bei Yussuf Poulsen scheint der Knoten geplatzt zu sein - und das ausgerechnet im NordderbyBild: Ayman Alahmed/STEINSIEK.CH/IMAGO

Derbyheld war Yussuf Poulsen, der nach seinem Wechsel im Sommer von Leipzig nach Hamburg Startschwierigkeiten hatte, jetzt aber den entscheidenden dritten Treffer erzielte. "Mein erstes Tor, im Nordderby, vor der Nordkurve - mehr geht gar nicht", sagte Poulsen und scherzte: "Ich kann jetzt meine Karriere beenden." 

Wichtige Punkte im Abstiegskampf

Große Moral bewies auch der 1. FC Heidenheim, der ein 0:1 noch in einen 2:1-Erfolg gegen den SC Freiburg verwandelte. Der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit. Für den Tabellen-16. Heidenheim war es ein enorm wichtiger Punktegewinn. "Das tut unfassbar gut", sagte Kapitän Patrick Mainka, der zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen hatte. "Durch solche Spiele und Siege wächst der Glaube."

Auch der Tabellenvorletzte FC St. Pauli tat etwas für sein Selbstbewusstsein und das Punktekonto. Durch einen Treffer von Bundesliga-Debütant Ricky-Jade Jones in der Nachspielzeit entführten die Hamburger einen Punkt aus Köln, der in der Endabrechnung noch wichtig werden könnte. "Mir geht es jetzt nicht ganz so toll - wie allen Kölnern, die heute im Stadion waren", sagte der enttäuschte FC-Trainer Lukas Kwasniok.

Urs Fischer wird Trainer in Mainz

Lange Gesichter gab es auch beim FSV Mainz 05. Das Schlusslicht der Liga verlor  zwei Tage nach der Trennung von Trainer Bo Henriksen durch ein Eigentor gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:1. Am Sonntag gaben die Mainzer dann bekannt, dass Urs Fischer als neuer Trainer den Verein vor dem Abstieg bewahren soll. Der Schweizer erhält einen Vertrag bis 2028.

Fischers früherer Verein Union Berlin, den er 2019 in die Bundesliga geführt hatte, verlor beim VfL Wolfsburg mit 1:3. Für die "Wölfe" war es der erste Sieg im dritten Spiel unter Interimstrainer Daniel Bauer, dessen Chancen sich damit erhöhten, zum Cheftrainer befördert zu werden.   

Ergebnisse und Torschützen des 13. Spieltags:

FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 0:1 (0:0)
Tor:
0:1 da Costa (58., Eigentor)
      
1. FC Heidenheim - SC Freiburg 2:1 (0:1)
Tore:
0:1 Johan Manzambi (40.), 1:1 Mainka (59.), 2:1 Schimmer (90.+4)
      
1. FC Köln - FC St. Pauli 1:1 (0:0)
Tore:
1:0 El Mala (51.), 1:1 Jones (90.+4)      

FC Augsburg - Bayer Leverkusen 2:0 (2:0)
Tore: 1
:0 Giannoulis (6.), 2:0 Kade (28.)
      
VfB Stuttgart - Bayern München 0:5 (0:1)
Tore:
0:1 Laimer (11.), 0:2 Kane (66.), 0:3 Stanisic (78.), 0:4 Kane (82., Handelfmeter), 0:5 Kane (88.)
Rote Karte: Assignon (Stuttgart) wegen absichtlichen Handspiels (81.)
     
VfL Wolfsburg - Union Berlin 3:1 (2:0)
Tore:
1:0 Wimmer (10.), 2:0 Amoura (30.), 3:0 Majer (59.), 3:1 Nsoki (68.)
      
RB Leipzig - Eintracht Frankfurt 6:0 (2:0)
Tore:
1:0 Harder (5.), 2:0 Baumgartner (31.), 3:0 Diomande (47.), 4:0 Diomande (55.), 5:0 Raum (62., Handelfmeter), 6:0 Diomande (65.)
      
Hamburger SV - Werder Bremen 3:2 (0:1)
Tore:
0:1 Stage (45.), 1:1 Sambi Lokonga (63.), 2:1 Vuskovic (75.), 2:2 Njinmah (78.), 3:2 Poulsen (84.)
      
Borussia Dortmund - TSG Hoffenheim 2:0 (1:0)
Tore:
1:0 Brandt (43.), 2:0 Schlotterbeck (60.)

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