Der FC Augsburg fügt Bayern München die erste Bundesliga-Niederlage der Saison zu und bestätigt seinen Ex-Trainer. Bei Frankfurt hält die Krise an und Mainz sendet ein Lebenszeichen. Der Rückblick auf den 19. Spieltag.
Bereit machen zum Jubeln! Augsburgs Han-Noah Massengo (2.v.l.) erzielt das 2:1 gegen den FC BayernBild: Christian Kolbert/kolbert-press/picture alliance
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"Dieses Spiel heute wird uns nicht in eine Krise stürzen", sagte Bayern Münchens Mittelfeldchef Joshua Kimmich nach der ersten überraschenden Bundesliga-Niederlage seit dem 8. März 2025. Ohne "harte Arbeit" und "unsere Spielprinzipien" sei man halt besiegbar, so der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. "Wenn wir da nachlassen, dann sind wir eben nicht top."
Dabei sah im Heimspiel gegen den FC Augsburg eigentlich alles aus wie immer: Die Bayern führten mit 1:0 und waren dabei, die Partie routiniert über die Bühne zu bringen. Es wäre ihr 17. Sieg im 19. Bundesligaspiel gewesen. Doch dann drehten die Augsburger in der Schlussviertelstunde auf, trafen zweimal und eroberten einen 2:1-Sieg.
"Der Trainer hat in seiner Ansprache von einem 'Day to Remember' gesprochen", sagte FCA-Torhüter Finn Dahmen. "Den haben wir auf jeden Fall geschafft. Hut ab vor der Mannschaft."
Mit dem Sieg "bewiesen" die Augsburger Spieler Monate nach dessen Entlassung doch noch die Worte ihres ehemaligen Trainers Sandro Wagner. Der hatte im vergangenen Jahr vor dem Hinspiel behauptet, seine Mannschaft habe "keinesfalls weniger Qualität als die Bayern" - und war dafür belächelt und kritisiert worden.
Die Bayern fanden die Niederlage zwar ärgerlich, wollten ihr aber keine größere Bedeutung beimessen. "So tief sind wir noch nicht, dass wir jetzt Bier brauchen in der Kabine", meinte der Bayern-Trainer Vincent Kompany. "Wenn wir jetzt wieder zehn Monate ungeschlagen bleiben, dann ist alles in Ordnung für mich."
Dortmunds Schlotterbeck: "Dranbleiben"
An der unangefochtenen Spitzenposition der Bayern (50 Punkte) hat die Niederlage im Grunde nicht viel geändert. Die Münchener haben acht Punkte Vorsprung auf den Zweiten Borussia Dortmund, der mit 3:0 bei Union Berlin gewann.
Nico Schlotterbeck (l.) erzielte das zwischenzeitliche 2:0 für die Dortmunder bei Union BerlinBild: Dennis Ewert/RHR-FOTO/picture alliance
Chancen auf einen echten Titelkampf sieht aber auch BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck nicht. "Ich will einfach so lange wie möglich dranbleiben", sagte er. "Ich glaube, ihr wollt das auch nicht, dass im Februar, März die Meisterschaft entschieden ist."
Dortmund (42 Punkte) hat selbst ebenfalls ein kleines Polster von sechs Zählern auf die TSG Hoffenheim und den VfB Stuttgart (beide 36). Dahinter folgen RB Leipzig (35) und Bayer 04 Leverkusen (32).
Schon wieder drei Gegentore für Frankfurt
Hoffenheim, momentan so etwas wie das Team der Stunde in der Bundesliga, feierte mit einem 3:1 bei Eintracht Frankfurt den dritten Sieg in Folge - obwohl Frankfurt zunächst in Führung ging. "Vom Gegentor weg waren wir dann schon klar das spielbestimmende Team und haben dann auch am Ende verdient gewonnen", meinte TSG-Trainer Christian Ilzer anschließend.
Bei Frankfurt verschärfte sich dagegen die Krise. Auch im zweiten Spiel nach der Entlassung von Trainer Dino Toppmöller kassierte die Eintracht eine Niederlage mit drei Toren des Gegners - insgesamt war es das fünfte Spiel in Folge mit drei Gegentreffern.
Schwerer Gang nach schwacher Leistung: Robin Koch (2.v.l.) und seine Teamkollegen hören die Kritik der FansBild: Gawlik/BEAUTIFUL SPORTS/picture alliance
"Ich glaube, in der zweiten Halbzeit machen wir wieder die gleichen Fehler wie in den letzten Wochen. So wird es schwer, Spiele zu gewinnen", sagte Eintracht-Verteidiger Robin Koch und zeigte Verständnis für die wütenden Fans.
"Wir woll'n euch kämpfen sehen!", schallte es bereits nach dem 1:2 aus der heimischen Kurve, nach dem 1:3 gab es Pfiffe. Einen Nachfolger für Toppmöller hat die Eintracht noch nicht gefunden.
Stuttgart setzte sich bei Borussia Mönchengladbach mit 3:0 durch, auch weil Gladbachs Torjäger Haris Tabakovic beim Stand von 0:0 einen Foulelfmeter vergab. Leverkusen schaffte nach zuvor drei Pflichtspielniederlagen einen 1:0-Arbeitssieg gegen Werder Bremen.
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Nadiem Amiri - vom Krankenbett zum Matchwinner
In der Abstiegszone hat der FSV Mainz 05 ein Lebenszeichen gesendet und mit dem VfL Wolfsburg einen direkten Konkurrenten mit 3:1 besiegt. Entscheidend war die Einwechslung des ehemaligen Nationalspielers Nadiem Amiri, der nach 65 Minuten beim Stand von 0:1 ins Spiel kam und die Partie mit zwei Vorlagen und einem eigenen Treffer für Mainz drehte.
Dabei stand wegen einer Krankheit lange auf der Kippe, ob Amiri überhaupt dabei sein konnte. "Es war einfach so, dass er ziemlich in den Seilen hing unter der Woche", sagte FSV-Sportdirektor Niko Bungert: "Deshalb war klar, dass es nur für etwa 30 Minuten reichen würde."
Mittelfeldspieler Nadiem Amiri beschert dem FSV Mainz gegen Wolfsburg drei wichtige Punkte und lässt sich feiernBild: Torsten Silz/dpa/picture alliance
Mainz steht nach dem Sieg nun wieder auf dem Relegationsplatz. Für Wolfsburg rückt die "rote Zone" mit der Niederlage dagegen wieder näher. 19 Punkte nach 19 Spieltagen sind die schlechteste Bilanz der letzten 20 Jahre für den Volkswagen-Werksklub.
Auch der 1. FC Köln und der 1. FC Heidenheim erlitten Rückschläge im Kampf um den Klassenerhalt. Heidenheim verlor mit 0:3 gegen RB Leipzig, die Kölner unterlagen beim SC Freiburg mit 1:2.
Keinen Sieger - und auch keine Tore - gab es beim mit Spannung erwarteten Hamburger Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV.
Ergebnisse und Torschützen des 19. Spieltags der Fußball-Bundesliga:
FC Bayern München - FC Augsburg 1:2 (1:0)
Tore: 1:0 H. Ito (23.), 1:1 Chaves (75.), 1:2 Massengo (81.)
1. FC Union Berlin - Borussia Dortmund 0:3 (0:1)
Tore: 0:1 Can (10./Foulelfmeter), 0:2 N. Schlotterbeck (53.), 0:3 Beier (84.)
1. FC Heidenheim - RB Leipzig 0:3 (0:0)
Tore: 0:1 Baku (62.), 0:2 Nusa (68.), 0:3 Raum (70.)
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 516 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
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Manuel Neuer - 542 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
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Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).