Bayern München scheitert an sich selbst und vergibt die Vorentscheidung im Titelkampf. St. Pauli kann im Abstiegskampf punkten, und Frankfurt ist weiter auf Kurs Champions League. Der Rückblick auf den 29. Spieltag.
Für Thomas Müller (l.) war es der letzte "Klassiker" gegen Borussia DortmundBild: Markus Ulmer/IMAGO
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Thomas Müller versammelte seinen FC Bayern nach seinem letzten Bundesliga-Klassiker vor der Südkurve und klatschte mit den Fans im Takt. So richtig glücklich war aber auch die Vereins-Ikone auf Abschiedstour nicht: Das 2:2 (0:0) gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund in einem wilden Spiel war zu wenig für eine Vorentscheidung im Meisterkampf.
"Wir brauchen wirklich nicht davon zu sprechen, dass wir heute zu wenig Energie hatten oder nicht unbedingt gewinnen wollten", sagte Müller im Interview mit dem TV-Sender Sky und stellte frustriert fest: "Es war ein Spiel der verpassten Möglichkeiten."
BVB bleibt Jäger
Die Münchener konnten das magere 0:0 von Verfolger Bayer Leverkusen gegen Union Berlin nicht nutzen. Der Vorsprung beträgt damit fünf Spieltage vor Saisonende weiterhin sechs Punkte. "Wir sind der Meisterschaft einen Schritt näher", betonte Müller. Der Offensivspieler, der den FC Bayern am Saisonende verlassen wird, stellte mit seinem 29. Einsatz im "Klassiker" den Rekord seines früheren Teamkollegen Mats Hummels ein.
Der BVB nahm das Spiel nach der 0:4-Demütigung beim FC Barcelona als Aufmunterung. Die Leistung stimmte - allerdings ist die erneute Qualifikation für die Königsklasse jetzt sechs Punkte entfernt. "Was der Punkt wert ist, entscheiden wir selbst in den kommenden Spielen", sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken. Der BVB bleibe "der Jäger" im Rennen um die Europapokal-Plätze.
Frankfurt macht großen Schritt, Bremen sichert Klassenerhalt
Eintracht Frankfurt nutzte die Punkteteilung der Dortmunder aus und machte durch das 3:0 gegen den Abstiegskandidaten 1. FC Heidenheim einen großen Schritt in Richtung Champions-League-Qualifikation. Damit festigte der Bundesligist den dritten Tabellenplatz, der Vorsprung auf Platz fünf beträgt nun fünf Zähler.
"Wir sind zufrieden", sagte Frankfurts Trainer Dino Toppmöller. "In der ersten Halbzeit hatten wir alles total im Griff. Wir sind hochverdient in Führung gegangen."
Eintracht Frankfurts Robin Koch (Foto) jubelt nach seinem Tor zum 2:0 beim Spiel gegen HeidenheimBild: Arne Dedert/dpa/picture alliance
Zuvor hatte der SC Freiburg gegen Mönchengladbach 2:1 gewinnen können und so wichtige Punkte für die internationalen Plätze holen können. Auch Werder Bremen konnte sich beim 2:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart wichtige Zähler sichern und darf durch den dritten Sieg in Serie wieder vom Europapokal träumen.
Dennoch tritt Ole Werner erstmal auf die Euphorie-Bremse. "Erstmal ist es so, dass wir mit dem heutigen Spiel den Klassenerhalt geschafft haben", sagte der Werder-Trainer. "Das ist nach wie vor, im dritten Jahr nach dem Aufstieg, nicht selbstverständlich. Drei Jahre lang musste niemand in Bremen schlaflose Nächte haben. Das alleine ist in Anbetracht der Möglichkeiten ein Erfolg."
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St. Pauli mit wichtigem Sieg
Auch RB Leipzig konnte im Kampf um die internationalen Plätze wieder punkten. Angeführt von Doppelpacker Xavi Simons haben die "Roten Bullen" vorerst einen Champions-League-Platz zurückerobert und ihren Ex-Trainer Ralph Hasenhüttl, der nun beim VfL Wolfsburg an der Seitenlinie steht, tiefer in die Krise geschossen. Leipzig besiegte die Wölfe trotz einiger Wackler und zittriger Schlussphase mit 3:2.
Ganz wichtiger Sieg für St. Pauli - gegen Kiel konnten die Hamburger wichtige Punkte im Abstiegskampf holenBild: Frank Molter/dpa/picture alliance
Im unteren Tabellendrittel konnten die TSG Hoffenheim und auch der FC St. Pauli wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg sammeln. Mit dem 2:0-Sieg gegen Mainz haben die Hoffenheimer den Champions-League-Ambitionen der Mainzer einen Dämpfer verpasst und gleichzeitig den eigenen Ligaverbleib fast gesichert. Ein Doppelpack von Stürmer Andrej Kramaric brachte die Gastgeber früh auf den Erfolgsweg.
Bochum und Kiel vor Abstieg
In dem umkämpften Kellerduell der beiden Abstiegskandidaten Kiel und St. Pauli konnten die Gastgeber zwar in Führung gehen, doch die Hamburger kämpften sich zurück und gewannen am Ende durch ein Kieler Eigentor von Max Geschwill in der Nachspielzeit noch mit 2:1. Durch die Niederlage bleibt Kiel Tabellenletzter mit elf Punkten Rückstand auf den rettenden 15. Rang, den St. Pauli besetzt, und muss wohl langsam für die 2. Bundesliga planen.
Auch die Bochumer sind im Kampf gegen den Abstieg erneut leer ausgegangen. Das 1:2 gegen Augsburg war bereits die vierte Bochumer Niederlage in Serie.
Ergebnisse und Torschützen des 29. Bundesliga-Spieltags:
Bayern München - Borussia Dortmund 2:2 (0:0) Tore: 0:1 Beier (48.), 1:1 Guerreiro (65.), 2:1 Gnabry (69.), 2:2 Anton (75.)
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 516 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 542 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
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Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
Bild: Imago Images
Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).