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Bundesliga: Harry Kane rettet den FC Bayern bei Union Berlin

10. November 2025

Am 10. Bundesliga-Spieltag verliert der FC Bayern München erstmals Punkte. In Leverkusen setzt ein Teenager ein Ausrufezeichen und Gladbach feiert den Derbysieg gegen Köln. Der Rückblick auf das Bundesliga-Wochenende.

Dribbling von Harry Kane vom FC Bayern München im Spiel bei Union Berlin
Harry Kane und die Bayern tun sich schwer bei Union Berlin - am Ende trifft der Engländer aber dennochBild: Ulrik Pedersen/NurPhoto/picture alliance

Der FC Bayern München kann also doch noch verlieren - so mögen viele Fußballfans in Deutschland am Wochenende gedacht haben, als sich das Spiel der Münchener bei Union Berlin dem Ende näherte und die Berliner bis kurz vor Schluss mit 2:1 in Führung lagen.

Verloren haben die Bayern am Ende aber wieder nicht. Torjäger Harry Kane erzielte in der Nachspielzeit das 2:2 und rettete so einen Punkt.

"Es war ein schwieriges Spiel, was wir auch erwartet hatten. Ein grausamer Platz, der Ball läuft nicht gerade", sagte der Engländer anschließend, der jetzt bei 13 Saisontoren steht. "Wir mussten ruhig bleiben, selbst nach dem 1:2-Rückstand haben wir unseren Fokus behalten, haben den Punkt geholt und machen jetzt weiter."

"Da hat doch einer Lack gesoffen" - Union-Trainer Steffen Baumgart ist von der Abseitslinientechnik nicht überzeugtBild: Marco Steinbrenner/DeFodi Images/picture alliance

Die Berliner ärgerten sich anschließend nicht nur über den späten Gegentreffer, sondern auch, dass ihr frühes Führungstor durch Ilyas Ansah wegen einer minimalen Abseitsstellung nach Prüfung durch den Videoschiedsrichter aberkannt wurde.

"Das erste Tor ist ein Tor. Wegen dieser fünf Millimeter auf Abseits zu gehen, da hat einer Lack gesoffen. Es tut mir leid", sagte Union-Trainer Steffen Baumgart. "Für mich ist es nicht verlässlich. Wir reden vom Millimeterbereich."

RB Leipzig und Borussia Dortmund verlieren Punkte

Obwohl die Bayern nach zuvor neun Siegen in der Bundesliga erstmals nicht gewannen, vergrößerten sie dennoch ihren Vorsprung an der Spitze der Tabelle. Der direkte Verfolger RB Leipzig konnte sein Spiel bei der TSG Hoffenheim nämlich ebenfalls nicht gewinnen, sondern verlor sogar mit 1:3.

"Extrem ärgerlich", fand Nationalspieler Ridle Baku das Ergebnis. "Wir wussten, dass Hoffenheim in einer guten Phase ist und eine sehr gute Mannschaft ist. Am Ende muss man sagen, dass wir verdient verloren haben."

Mit dem letzten Angriff überwindet der HSV die Dortmunder Abwehr und gleicht doch noch ausBild: Marcus Hirnschal/osnapix/picture alliance

Auch Borussia Dortmund schaffte keinen Dreier. Gegen den Hamburger SV lag der BVB bis zur siebten Minute der Nachspielzeit vorne, dann traf HSV-Stürmer Ransford Königsdorffer doch noch zum 1:1 für den Aufsteiger.

"Wir hätten uns gerne drei Punkte gewünscht, dann wäre das Ganze auch von der Tabellenkonstruktion schöner", meinte BVB-Trainer Niko Kovac. "So sind es für uns zwei Punkte zu wenig, wir haben andere Ansprüche."

Leverkusens Maza brilliert gegen Heidenheim

Ihre Hausaufgaben erledigt haben dagegen der VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen. Die Stuttgarter setzten sich mit 3:2 gegen den FC Augsburg durch, Frankfurt besiegte den FSV Mainz 05 mit 1:0. Leverkusen dominierte den 1. FC Heidenheim ab der ersten Sekunde und siegte klar mit 6:0.

Die Heidenheimer bekamen Leverkusens Ibrahim Maza in keiner Phase des Spiels in den GriffBild: Axel Kohring/BEAUTIFUL SPORTS/picture alliance

Herausragender Spieler der Werkself war Ibrahim Maza. Der Teenager ist eigentlich Offensivspieler, wurde aus Personalnot aber auf der Sechserposition vor der Abwehr eingesetzt. Dort gewann er viele Zweikämpfe, leitete Tore ein und erzielte zwei Treffer selbst.

"Es ist kein Zufall. Er trainiert sehr viel, ist aufmerksam und ein sehr guter Lerner", lobte Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand. "Wenn ich manchmal morgens ins Büro komme, ist er schon im Gym. Seine Persönlichkeit lässt ihn diese Entwicklung fortsetzen. Er ist erst 19 Jahre alt."

Gladbach gewinnt Derby gegen Köln

Groß war die Freude auch bei Borussia Mönchengladbach. Die Gladbacher gewannen das "wichtigste Spiel des Jahres" und setzten sich im sogenannten "Rheinischen Derby" mit 3:1 gegen den 1. FC Köln durch.

Während der Partie hatte vor allem der Videoschiedsrichter einiges zu tun: Zweimal musste der VAR eingreifen und entschied jeweils zugunsten der Borussia auf Elfmeter. Den ersten Strafstoß verschoss Gladbachs Torjäger Haris Tabakovic, den zweiten verwandelte Kevin Diks.

Zweiter Elfmeter, diesmal ist er drin: Mönchengladbachs Kevin Diks verwandelt zum 2:0 gegen KölnBild: Malte Ossowski/SVEN SIMON/picture alliance

Insgesamt waren die Gladbacher besser und gewannen verdient. Kölns Widerstand erwachte erst spät und wurde mit einem Ehrentreffer kurz vor Schluss belohnt - erneut durch einen Foulelfmeter.

"Wir haben das Spiel angenommen und unseren Plan durchgezogen", freute sich Tabakovic. "Wir haben echt tollen Fußball gespielt und die Atmosphäre so angenommen, dass wir nicht überpacen. Dann haben wir die Tore herausgespielt und das war der Schlüssel."

"Wenn du das Derby 3:1 gewinnst, ist es ein gelungener Abend", sagte Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder. "Die Mannschaft hat leidenschaftlich verteidigt und ein reifes Spiel gemacht."

Wolfsburg trennt sich von Trainer Simonis

Konsequenzen gab es nach einer erneuten Niederlage beim VfL Wolfsburg. Der Volkswagen-Klub verlor am Freitagabend bei Werder Bremen mit 1:2. Es war die sechste Pleite im zehnten Saisonspiel. Nach einem Tag Bedenkzeit gab der Verein am Sonntag dann die Trennung von Trainer Paul Simonis bekannt.

"Die Entscheidung, Paul Simonis freizustellen, ist uns nicht leichtgefallen. Paul ist ein akribischer Trainer, der mit großer Leidenschaft, Fachkenntnis und Herzblut gearbeitet hat", sagte Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen. "Trotzdem müssen wir ehrlich feststellen: Im Fußball zählen am Ende Ergebnisse und Punkte, und die Entwicklung in den letzten Wochen ist nicht so verlaufen, wie wir uns das alle erhofft haben."

Der Niederländer Simonis war erst im Sommer als Nachfolger von Ralph Hasenhüttl verpflichtet worden. Ein Nachfolger soll innerhalb der kommenden Tage gefunden werden.

Ergebnisse und Torschützen des 10. Bundesliga-Spieltags:

1. FC Union Berlin - Bayern München 2:2 (1:1)
Tore:
1:0 Doekhi (27.), 1:1 Luis Díaz (38.), 2:1 Doekhi (83.), 2:2 Kane (90.+3)

VfB Stuttgart - FC Augsburg 3:2 (2:2)
Tore:
0:1 Rieder (8.), 1:1 Mittelstädt (18./Foulelfmeter), 1:2 Massengo (26.), 2:2 Undav (39.), 3:2 Undav (80.)

Hamburger SV - Borussia Dortmund 1:1 (0:0)
Tore:
0:1 Chukwuemeka (64.), 1:1 Königsdörffer (90.+7)

Bayer Leverkusen - 1. FC Heidenheim 6:0 (5:0)
Tore
: 1:0 Schick (2.), 2:0 Jo. Hofmann (16.), 3:0 Schick (22.), 4:0 Poku (27.), 5:0 Maza (45.+1), 6:0 Maza (53.)

Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 05 1:0 (0:0)
Tore:
1:0 Doan (81.)

Bor. Mönchengladbach - 1. FC Köln 3:1 (1:0)
Tore:
1:0 Sander (45.+2), 2:0 Diks (61./Handelfmeter), 3:0 Tabakovic (64.), 3:1 L. Waldschmidt (90.+2/Foulelfmeter)

TSG 1899 Hoffenheim - RB Leipzig 3:1 (2:1)
Tore
: 0:1 Diomande (9.), 1:1 Hajdari (20.), 2:1 Lemperle (38.), 3:1 Prömel (79.)

SC Freiburg - FC St. Pauli 2:1 (1:0)
Tore:
1:0 Y. Suzuki (40.), 2:0 M. Eggestein (50.), 2:1 Oppie (69.)

Werder Bremen - VfL Wolfsburg 2:1 (0:1)
Tore:
0:1 Svanberg (28.), 1:1 Stage (83.), 2:1 Mbangula (90.+4)

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