Am 10. Bundesliga-Spieltag verliert der FC Bayern München erstmals Punkte. In Leverkusen setzt ein Teenager ein Ausrufezeichen und Gladbach feiert den Derbysieg gegen Köln. Der Rückblick auf das Bundesliga-Wochenende.
Harry Kane und die Bayern tun sich schwer bei Union Berlin - am Ende trifft der Engländer aber dennochBild: Ulrik Pedersen/NurPhoto/picture alliance
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Der FC Bayern München kann also doch noch verlieren - so mögen viele Fußballfans in Deutschland am Wochenende gedacht haben, als sich das Spiel der Münchener bei Union Berlin dem Ende näherte und die Berliner bis kurz vor Schluss mit 2:1 in Führung lagen.
Verloren haben die Bayern am Ende aber wieder nicht. Torjäger Harry Kane erzielte in der Nachspielzeit das 2:2 und rettete so einen Punkt.
"Es war ein schwieriges Spiel, was wir auch erwartet hatten. Ein grausamer Platz, der Ball läuft nicht gerade", sagte der Engländer anschließend, der jetzt bei 13 Saisontoren steht. "Wir mussten ruhig bleiben, selbst nach dem 1:2-Rückstand haben wir unseren Fokus behalten, haben den Punkt geholt und machen jetzt weiter."
"Da hat doch einer Lack gesoffen" - Union-Trainer Steffen Baumgart ist von der Abseitslinientechnik nicht überzeugtBild: Marco Steinbrenner/DeFodi Images/picture alliance
Die Berliner ärgerten sich anschließend nicht nur über den späten Gegentreffer, sondern auch, dass ihr frühes Führungstor durch Ilyas Ansah wegen einer minimalen Abseitsstellung nach Prüfung durch den Videoschiedsrichter aberkannt wurde.
"Das erste Tor ist ein Tor. Wegen dieser fünf Millimeter auf Abseits zu gehen, da hat einer Lack gesoffen. Es tut mir leid", sagte Union-Trainer Steffen Baumgart. "Für mich ist es nicht verlässlich. Wir reden vom Millimeterbereich."
RB Leipzig und Borussia Dortmund verlieren Punkte
Obwohl die Bayern nach zuvor neun Siegen in der Bundesliga erstmals nicht gewannen, vergrößerten sie dennoch ihren Vorsprung an der Spitze der Tabelle. Der direkte Verfolger RB Leipzig konnte sein Spiel bei der TSG Hoffenheim nämlich ebenfalls nicht gewinnen, sondern verlor sogar mit 1:3.
"Extrem ärgerlich", fand Nationalspieler Ridle Baku das Ergebnis. "Wir wussten, dass Hoffenheim in einer guten Phase ist und eine sehr gute Mannschaft ist. Am Ende muss man sagen, dass wir verdient verloren haben."
Mit dem letzten Angriff überwindet der HSV die Dortmunder Abwehr und gleicht doch noch ausBild: Marcus Hirnschal/osnapix/picture alliance
Auch Borussia Dortmund schaffte keinen Dreier. Gegen den Hamburger SV lag der BVB bis zur siebten Minute der Nachspielzeit vorne, dann traf HSV-Stürmer Ransford Königsdorffer doch noch zum 1:1 für den Aufsteiger.
"Wir hätten uns gerne drei Punkte gewünscht, dann wäre das Ganze auch von der Tabellenkonstruktion schöner", meinte BVB-Trainer Niko Kovac. "So sind es für uns zwei Punkte zu wenig, wir haben andere Ansprüche."
Leverkusens Maza brilliert gegen Heidenheim
Ihre Hausaufgaben erledigt haben dagegen der VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen. Die Stuttgarter setzten sich mit 3:2 gegen den FC Augsburg durch, Frankfurt besiegte den FSV Mainz 05 mit 1:0. Leverkusen dominierte den 1. FC Heidenheim ab der ersten Sekunde und siegte klar mit 6:0.
Die Heidenheimer bekamen Leverkusens Ibrahim Maza in keiner Phase des Spiels in den GriffBild: Axel Kohring/BEAUTIFUL SPORTS/picture alliance
Herausragender Spieler der Werkself war Ibrahim Maza. Der Teenager ist eigentlich Offensivspieler, wurde aus Personalnot aber auf der Sechserposition vor der Abwehr eingesetzt. Dort gewann er viele Zweikämpfe, leitete Tore ein und erzielte zwei Treffer selbst.
"Es ist kein Zufall. Er trainiert sehr viel, ist aufmerksam und ein sehr guter Lerner", lobte Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand. "Wenn ich manchmal morgens ins Büro komme, ist er schon im Gym. Seine Persönlichkeit lässt ihn diese Entwicklung fortsetzen. Er ist erst 19 Jahre alt."
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Gladbach gewinnt Derby gegen Köln
Groß war die Freude auch bei Borussia Mönchengladbach. Die Gladbacher gewannen das "wichtigste Spiel des Jahres" und setzten sich im sogenannten "Rheinischen Derby" mit 3:1 gegen den 1. FC Köln durch.
Während der Partie hatte vor allem der Videoschiedsrichter einiges zu tun: Zweimal musste der VAR eingreifen und entschied jeweils zugunsten der Borussia auf Elfmeter. Den ersten Strafstoß verschoss Gladbachs Torjäger Haris Tabakovic, den zweiten verwandelte Kevin Diks.
Zweiter Elfmeter, diesmal ist er drin: Mönchengladbachs Kevin Diks verwandelt zum 2:0 gegen KölnBild: Malte Ossowski/SVEN SIMON/picture alliance
Insgesamt waren die Gladbacher besser und gewannen verdient. Kölns Widerstand erwachte erst spät und wurde mit einem Ehrentreffer kurz vor Schluss belohnt - erneut durch einen Foulelfmeter.
"Wir haben das Spiel angenommen und unseren Plan durchgezogen", freute sich Tabakovic. "Wir haben echt tollen Fußball gespielt und die Atmosphäre so angenommen, dass wir nicht überpacen. Dann haben wir die Tore herausgespielt und das war der Schlüssel."
"Wenn du das Derby 3:1 gewinnst, ist es ein gelungener Abend", sagte Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder. "Die Mannschaft hat leidenschaftlich verteidigt und ein reifes Spiel gemacht."
Wolfsburg trennt sich von Trainer Simonis
Konsequenzen gab es nach einer erneuten Niederlage beim VfL Wolfsburg. Der Volkswagen-Klub verlor am Freitagabend bei Werder Bremen mit 1:2. Es war die sechste Pleite im zehnten Saisonspiel. Nach einem Tag Bedenkzeit gab der Verein am Sonntag dann die Trennung von Trainer Paul Simonis bekannt.
"Die Entscheidung, Paul Simonis freizustellen, ist uns nicht leichtgefallen. Paul ist ein akribischer Trainer, der mit großer Leidenschaft, Fachkenntnis und Herzblut gearbeitet hat", sagte Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen. "Trotzdem müssen wir ehrlich feststellen: Im Fußball zählen am Ende Ergebnisse und Punkte, und die Entwicklung in den letzten Wochen ist nicht so verlaufen, wie wir uns das alle erhofft haben."
Der Niederländer Simonis war erst im Sommer als Nachfolger von Ralph Hasenhüttl verpflichtet worden. Ein Nachfolger soll innerhalb der kommenden Tage gefunden werden.
Ergebnisse und Torschützen des 10. Bundesliga-Spieltags:
1. FC Union Berlin - Bayern München 2:2 (1:1)
Tore: 1:0 Doekhi (27.), 1:1 Luis Díaz (38.), 2:1 Doekhi (83.), 2:2 Kane (90.+3)
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 516 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 542 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
Bild: Imago Images
Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).