Im Bundesliga-Spitzenspiel muss sich Borussia Dortmund dem FC Bayern München geschlagen geben. Leverkusen patzt und Bremen sendet ein Hoffnungssignal. In Wolfsburg herrscht Krise. Der Rückblick auf den 24. Spieltag.
Mit seinem Treffer zum 3:2 gegen Dortmund verschafft Bayerns Joshua Kimmich (2.v.r.) seinem Klub ein Elf-Punkte-PolsterBild: Marcus Hirnschal/osnapix/IMAGO
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"Jetzt haben wir elf Punkte Vorsprung. Das werden wir nicht mehr abgeben", war sich Joshua Kimmich sicher. Der defensive Mittelfeldspieler des FC Bayern München hatte mit seinem späten Treffer zum 3:2-Endstand gegen Borussia Dortmund entscheidend dazu beigetragen, dass in Sachen Meisterschaft nun endgültig Langeweile herrscht.
Auch zuvor waren die Chancen von Verfolger BVB eher theoretischer Natur gewesen. Im direkten Duell sorgten die Bayern schließlich für klare Verhältnisse an der Spitze der Fußball-Bundesliga.
Allerdings machte es Dortmund den Bayern schwer, ging mit 1:0 in Führung und erzielte nach zwischenzeitlichem Rückstand den 2:2-Ausgleich. Dann kam Kimmich in den gegnerischen Strafraum und drosch eine zu kurze Kopfballabwehr per Volleyschuss unhaltbar in die Maschen. "Andere hauen das Ding unters Dach", lobte Dortmunds Trainer Niko Kovac anschließend. "Er haut das Ding ins Tor."
Ohnehin war der BVB-Coach trotz des Rückschlags begeistert vom Spiel: "Heute war das wirklich Werbung. Es war ein Topspiel, es war der deutsche Klassiker", schwärmte er. "All die, die vorm Fernseher saßen, egal wo, haben heute ein tolles Bundesligaspiel gesehen. Das war Werbung für die Bundesliga, und das wollen wir sehen."
Bayer Leverkusen patzt erneut
Die Niederlage konnte Kovac insofern verschmerzen, weil Dortmund als Tabellenzweiter seinerseits sechs Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz hat. Zudem verlor die TSG Hoffenheim gegen Abstiegskandidat FC St. Pauli überraschend mit 0:1.
Der VfB Stuttgart, der deutlich mit 4:0 gegen den VfL Wolfsburg gewann, zog mit den Hoffenheimern nach Punkten gleich. Und auch RB Leipzig sammelte mit einem 2:1-Erfolg beim Hamburger SV drei Punkte im Kampf um den Einzug in die Champions League.
Die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga nach 24 Spieltagen:
FC Bayern München 63 Punkte | 88:23 Tore | +65
Borussia Dortmund 52 Punkte | 51:25 Tore | +26
TSG 1899 Hoffenheim 46 Punkte | 49:31 Tore | +18
VfB Stuttgart 46 Punkte | 48:32 Tore | +16
RB Leipzig 44 Punkte | 46:33 Tore | +13
Bayer 04 Leverkusen 40 Punkte | 44:29 Tore | +15
Einen weiteren Ausrutscher leistete sich dagegen Bayer 04 Leverkusen. Die Werkself zeigte einmal mehr ein schwaches Spiel und kam mit Mühe und Not gegen den FSV Mainz 05 noch zu einem 1:1. Hinterher hing der Haussegen schief.
"Wir haben nicht gewonnen. Und meiner Meinung nach reicht das nicht", schimpfte Leverkusens Torschütze Jarell Quansah. "Wir sagen das jetzt oft in letzter Zeit: nicht genug Energie, nicht genug Intensität. Es war heute wieder nicht genug."
Das Spiel der Werkself ist zu einfallslos und behäbig - Diskussion zwischen Robert Andrich (l.) und Jarell Quansah (r.) Bild: Anke Waelischmiller/Sven Simon/picture alliance
Im Jahr 2026 hat Leverkusen in der Bundesliga von 24 möglichen Punkten nur elf geholt. Dementsprechend groß ist die Lücke nach vorne für den Sechstplatzierten: Auf den angestrebten Tabellenplatz vier fehlen sechs Punkte. Allerdings hat die Werkself am Mittwochabend die Gelegenheit, im Nachholspiel beim HSV Boden gutzumachen.
Boden gutmachen konnte im Kampf gegen den Abstieg der FC Augsburg, der sich mit 2:0 gegen den 1. FC Köln durchsetzte. Borussia Mönchengladbach gewann ebenfalls. Gegen Union Berlin hieß es am Ende 1:0.
Freude in Bremen, Krise in Wolfsburg
Groß war der Jubel bei Werder Bremen. Nach einer Negativserie von 13 Bundesligaspielen ohne Sieg schaffte das Team gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim einen 2:0-Sieg. Es war der erste Erfolg unter dem neuen Trainer Daniel Thioune.
"Ein Stück weit Demut ist angebracht. Aber die Mannschaft hat sehr gelitten und ich möchte einfach heute, dass sie diesen Sieg auch ein Stück weit genießt", sagte Thioune nach dem Spiel und forderte: "Wir müssen weiter beharrlich spielen."
Bremens Stürmer Jovan Milosevic schoss erst am leeren Tor vorbei - später gelang ihm die 1:0-FührungBild: Tauchnitz/nordphoto GmbH/picture alliance
Durch den Erfolg kletterte Bremen in der Tabelle einen Platz nach oben, vom Abstiegsrang 17 auf den Relegationsplatz. Eine Position nach unten ging es dagegen für den VfL Wolfsburg, der nun erstmals in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz steht.
Beim Volkswagen-Klub schrillen angesichts des drohenden ersten Bundesliga-Abstiegs nach 29 Jahren in der 1. Liga die Alarmglocken. Einen erneuten Trainerwechsel - wie von einigen Medien bereits diskutiert - soll es aber vorerst nicht geben.
Man habe die Lage analysiert und sei "zu der Auffassung gekommen, dass wir gemeinsam mit Daniel Bauer und seinem Trainerteam die richtigen Schlüsse ziehen, um gegen den HSV erfolgreich zu sein", sagte Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen mit Blick auf das nächste Spiel gegen den Hamburger SV. "Wir haben vollstes Vertrauen in die Mannschaft und sind überzeugt, dass sie Erfahrung und Qualität hat, um schnellstmöglich die nötigen Ergebnisse zu erzielen", so Christiansen weiter.
Trainer Daniel Bauer, der nach dem 10. Spieltag die Nachfolge des glücklosen Paul Simonis angetreten hatte, kritisierte dagegen die Strukturen beim VfL. "Die Atmosphäre und die Kultur innerhalb des Klubs sind aktuell nicht Bundesliga-tauglich", sagte er.
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Ergebnisse und Torschützen des 24. Bundesliga-Spieltags:
Borussia Dortmund - Bayern München 2:3 (1:0)
Tore: 1:0 N. Schlotterbeck (26.), 1:1 Kane (54.), 1:2 Kane (70., Foulelfmeter), 2:2 Svensson (83.), 2:3 Kimmich (87.)
TSG Hoffenheim - FC St. Pauli 0:1 (0:1)
Tor: 0:1 Pereira Lage (45.+4)
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 516 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 542 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
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Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).