An der Tabellenspitze erledigen Bayern München und Borussia Dortmund ihre Arbeit. Eintracht Frankfurt gewinnt erstmals unter neuem Trainer, und der HSV befreit sich im Abstiegskampf. Der Rückblick auf den 22. Spieltag.
Bayern-Torjäger Harry Kane (l.) erzielt gegen Bremen seine Bundesligatreffer 25 und 26 in dieser SaisonBild: Malte Ossowski/SvenSimon/picture alliance
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Im Gleichschritt marschieren der FC Bayern München und Borussia Dortmund an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga vorneweg. Während die Münchener bei Werder Bremen mit 3:0 gewannen, setzten sich die Dortmunder gegen den FSV Mainz 05 mit 4:0 durch.
Nach mehreren Spielen, die zwar siegreich beendet werden konnten, bei denen aber die Leistung nie über die gesamte Spieldauer souverän war, war es für BVB-Trainer Niko Kovac eine Erleichterung.
"Das ist das, was ich mir wünsche, oder was sich jeder im Stadion wünscht: mal ein sicherer Sieg", sagte Kovac. "Heute hat es geklappt."
500. Tor für Harry Kane
In Bremen steuerte Bayern-Torjäger Harry Kane einmal mehr einen Doppelpack zum Erfolg seines Teams bei und durfte dabei einen Haken hinter den nächsten Meilenstein seiner Karriere setzen.
"Mir wurde nach dem Spiel gesagt, dass es mein 500. Tor war. Das war natürlich schön", freute sich Kane. "Da steckt viel harte Arbeit und viel Verzicht drin. Schön, das geschafft zu haben, aber wie immer geht es um das nächste."
In der Tabelle haben die Münchener nach wie vor sechs Punkte Vorsprung auf den BVB. Und auch die Klubs, die um in den Einzug in die Champions League kämpfen, erledigten ihre Hausaufgaben. Die TSG Hoffenheim besiegte den SC Freiburg mit 3:0, der VfB Stuttgart den 1. FC Köln mit 3:1.
Die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga nach 21 Spieltagen:
FC Bayern München 57 Punkte | 82:19 Tore | +63
Borussia Dortmund 51 Punkte | 47:20 Tore | +27
TSG 1899 Hoffenheim 45 Punkte | 47:28 Tore | +19
VfB Stuttgart 42 Punkte | 41:29 Tore | +12
RB Leipzig 40 Punkte | 42:30 Tore | +12
Bayer 04 Leverkusen 39 Punkte | 43:27 Tore | +16
Auch Bayer Leverkusen schaffte einen Dreier: 4:0 hieß es am Ende gegen den FC St. Pauli. Lediglich RB Leipzig büßte zwei Zähler ein. Gegen den VfL Wolfsburg kam man nicht über ein 2:2 hinaus.
Frankfurt bejubelt ersten Sieg unter Riera
Jubel herrschte dagegen bei Eintracht Frankfurt - zumindest bei fast allen Beteiligten. Die Eintracht gewann mit 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach und feierte damit den ersten Sieg unter ihrem neuen Trainer Albert Riera.
"Für uns, gerade nach den letzten Wochen hier jetzt drei Punkte zu holen, zu Hause 3:0 zu gewinnen, vor den eigenen Fans, war ein guter, wichtiger Schritt", meinte Frankfurts Mario Götze.
Frankfurts Trainer Albert Riera achtet eher auf defensive Schwächen seiner Mannschaft als auf die ToreBild: Jürgen Kessler/Kessler-Sportfotografie/dpa/picture alliance
Auffällig war allerdings, wie wenig Riera aus sich herausging, als die Tore für seine Mannschaft fielen. Während das Stadion schier explodierte, blieb der Spanier ganz ruhig.
"Ich bin es nicht gewohnt, Tore groß zu feiern", erklärte er anschließend. "Wenn wir angreifen und im letzten Viertel sind, schaue ich nicht darauf, ob ich ein schönes Tor mache oder ob du triffst. Ich bin darauf fokussiert, was passiert, wenn wir den Ball verlieren."
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HSV mit Befreiungsschlag im Abstiegskampf
Der Hamburger SV wurde im Jahr 1887 gegründet - und bestritt am Wochenende zu Hause gegen Union Berlin sein 1887. Bundesligaspiel. Entsprechend viel hatte sich das Team von Trainer Merlin Polzin vorgenommen.
"Es war für uns definitiv ein besonderer Tag heute", sagte er, nachdem seine Mannschaft die Erwartungen erfüllt und das Spiel mit 3:2 gewonnen hatte. "Wir wollten uns dieser Herausforderung auch stellen. Wir haben bewusst gesagt: Wir wollen auch heute einen Sieg holen."
Für die Hamburger war der dreifache Punktgewinn aber nicht nur wegen des Anlasses schön, sondern auch, weil sie damit im Kampf gegen den Abstieg einen großen Schritt nach vorne machten.
Union ist ein direkter Konkurrent. Mit Gladbach, Köln, Bremen, St. Pauli und Mainz holten fünf andere Abstiegskandidaten keine Punkte. Für Wolfsburg gab es nur einen Zähler.
Einzig der FC Augsburg, der sich mit 1:0 gegen das abgeschlagene Schlusslicht 1. FC Heidenheim durchsetzte, konnte ebenfalls gewinnen.
Ergebnisse und Torschützen des 22. Spieltags der Fußball-Bundesliga:
Werder Bremen - Bayern München 0:3 (0:2)
Tore: 0:1 Kane (22./Foulelfmeter), 0:2 Kane (25.), 0:3 Goretzka (70.)
Bayer 04 Leverkusen - FC St. Pauli 4:0 (2:0)
Tore: 1:0 Vasilj (13./Eigentor), 2:0 Schick (14.), 3:0 Tapsoba (52.), 4:0 Poku (78.)
Eintracht Frankfurt - Bor. Mönchengladbach 3:0 (2:0)
Tore: 1:0 Brown (24.), 2:0 Amaimouni-Echghouyab (34.), 3:0 Knauff (75.)
Hamburger SV - 1. FC Union Berlin 3:2 (2:1)
Tore: 0:1 Querfeld (28./Foulelfmeter), 1:1 Königsdörffer (35.), 2:1 Capaldo (45.+2), 3:1 Königsdörffer (82.), 3:2 Ilic (89.)
FC Augsburg - 1. FC Heidenheim 1:0 (0:0)
Tore: 1:0 Claude-Maurice (80./Foulelfmeter)
Die Rekordspieler der Fußball-Bundesliga
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 516 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 542 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
Bild: Imago Images
Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).