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Politik

Bundeswehr führt 2019 NATO-Eingreiftruppe

1. Januar 2019

Die Bundeswehr hat mit dem Jahreswechsel die Führung über die schnelle Eingreiftruppe der NATO übernommen. Sie wurde im Zuge der Ukraine-Krise aufgestellt und dient seitdem zur Abschreckung Russlands.

Bundeswehr Soldaten Übung Wachbataillon
Bild: Bundeswehr/Sebastian Wilke

Die sogenannte Speerspitze (Very High Readiness Joint Task Force, VJTF ) ist in ständiger Alarmbereitschaft. So müssen die Vorauskräfte innerhalb von höchstens 72 Stunden verlegbar sein, alle anderen in fünf bis sieben Tagen. Für die Soldaten bedeutet das zum Beispiel, dass sie sich innerhalb ihrer Bereitschaftszeiten nicht weit vom Dienstort entfernen dürfen.

Im neuen Jahr besteht die Einheit aus rund 8000 Soldaten. Das deutsche Heer stellt etwa 4000 Soldaten bereit. Dazu kommen weitere rund tausend Soldaten aus anderen Bereichen wie Sanitätsdienst oder Cyberkräfte. Leitverband ist die Panzerlehrbrigade 9 aus dem niedersächsischen Munster.

Neun Länder dabei

Als Rahmennation hat Deutschland nun ein Jahr lang die Führung der "Speerspitze" inne. Insgesamt sind derzeit neun Länder beteiligt, darunter Frankreich, die Niederlande und Norwegen. Die "Speerspitze" ist Teil der schon länger bestehenden NATO-Eingreiftruppe Response Force (NRF). Über einen Einsatz müssten die Mitgliedsländer der Allianz, und anschließend müsste der Bundestag über eine deutsche Beteiligung entscheiden.

Verteidigungsministerin von der Leyen will eine komplett ausgestattete Brigade zur Verfügung stellenBild: picture-alliance/dpa/P. Schulze

Mit der Führung dieser Eingreiftruppe des Militärbündnisses leiste Deutschland einen herausragenden Beitrag zur Sicherheit des gesamten Bündnisses, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Die neue Aufgabe sei enorm fordernd und auch ein wichtiger Schrittmacher für die Modernisierung der Bundeswehr, erklärte die Ministerin.

Nachholbedarf bei der Bundeswehr

"Die Bedeutung der VJTF für eine moderne einsatzbereite Bundeswehr und die Rolle Deutschlands in der Militärallianz ist kaum zu überschätzen", so von der Leyen. Für die Aufstellung der Truppe in diesem Jahr musste viel Material und Personal aus anderen Verbänden zusammengezogen werden. Dies zeige, dass der Nachholbedarf innerhalb der Bundeswehr nach wie vor groß sei und die Modernisierung einen langen Atem brauche.

"Für die Schnelle Speerspitze 2023 soll eine hochmodern und komplett ausgestattete Brigade aus eigener Kraft zur Verfügung stehen. Dafür arbeiten wir an einem milliardenschweren Personal- und Rüstungspaket, für das ich mich gemeinsam mit dem Parlament einsetze", teilte die Ministerin mit.

2018 steuerte Italien den Großteil der Kräfte bei, 2020 wird es Polen sein. Deutschland war bereits 2015 maßgeblich am Aufbau der VJTF beteiligt gewesen.

Die VJTF ist Teil der bereits länger bestehenden NATO-Krisenreaktionstruppe NRF (NATO Response Force), die künftig eine Stärke von rund 40.000 Soldaten haben soll. Neben Landstreitkräften umfasst sie auch Luft- und Seestreitkräfte sowie Spezialkräfte.

ni/kle (afp, dpa)

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