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Bundeswehr: Zahl der Bewerber steigt um 20 Prozent

16. April 2026

Der Personalaufbau der Truppe gewinnt an Dynamik: Mehr Einstellungen, wachsendes Interesse am Wehrdienst und neue Reformen sollen helfen, die ambitionierten NATO-Vorgaben für die kommenden Jahre zu erfüllen.

Bundeswehr-Werbekampagne für Freiwillige
Die Bundeswehr wirbt großflächig um junge Freiwillige - wie hier in BerlinBild: Bernd Riegert/DW

Die Bundeswehr registriert zu Beginn des Jahres einen deutlichen Anstieg bei Bewerbungen und Neueinstellungen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums meldeten sich im ersten Quartal rund 22.700 Menschen für eine militärische Laufbahn - ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auch bei den Einstellungen zeigt sich ein Aufwärtstrend: Mehr als 5800 Männer und Frauen traten ihren Dienst an, etwa zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Ministerium wertete dies als Zeichen für ein wachsendes Interesse an der Truppe. "Besonders erfreulich ist dabei das hohe Interesse an der attraktiven Arbeitgeberin Bundeswehr, was sich in den hohen Bewerbungen und Einstellungsquoten widerspiegelt", erklärte das Ministerium.

Die Gesamtstärke der Bundeswehr liegt derzeit bei rund 185.400 Soldatinnen und Soldaten. Zwar bedeutet dies im Vergleich zum März 2025 einen Zuwachs von etwa 3300 Personen, im Jahresverlauf kam es jedoch zuletzt zu einem leichten Rückgang. Das Ministerium verweist auf saisonale Effekte, "da im Frühjahr erfahrungsgemäß viele Soldatinnen und Soldaten zu ihrem Dienstzeitende planmäßig ausscheiden".

NATO-Ziel: 460.000 deutsche Soldaten bis 2035

Parallel entwickelt sich auch der freiwillige Wehrdienst. Aktuell leisten rund 12.700 Männer und Frauen diesen Dienst, was einem Anstieg von 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Hintergrund der verstärkten Personalgewinnung sind neue sicherheitspolitische Anforderungen. Die NATO fordert, dass Deutschland bis 2035 im Krisen- oder Kriegsfall bis zu 460.000 Soldatinnen und Soldaten bereitstellen kann. Verteidigungsminister Boris Pistorius strebt deshalb an, die aktive Truppenstärke auf etwa 260.000 zu erhöhen und die Zahl der Reservistinnen und Reservisten auf 200.000 auszubauen.

Seit diesem Jahr schickt die Bundeswehr an jeden 18-Jährigen einen verpflichtenden FragebogenBild: Michael Bihlmayer/CHROMORANGE/picture alliance

Zur Unterstützung dieser Ziele greift seit Anfang des Jahres eine reformierte Wehrdienstregelung. Demnach müssen Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und sich mustern lassen. Der Wehrdienst selbst bleibt jedoch vorerst freiwillig. Für Frauen gelten sowohl Befragung als auch Musterung weiterhin auf freiwilliger Basis.

pgr/haz (dpa, afp)

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