Am 3. Spieltag der Champions League kassiert der FC Bayern München eine bittere Niederlage beim FC Barcelona. Meister Bayer Leverkusen ärgert sich nach dem Remis bei Stade Brest über den Schiedsrichter.
Der Brasilianer Raphinha schickte den FC Bayern mit drei Toren fast im Alleingang geschlagen nach HauseBild: Adria Puig/Anadolu/picture alliance
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"Ich bin stolz auf das, was die Mannschaft geleistet hat", sagte der frühere FC-Bayern-Trainer Hansi Flick nach dem deutlichen 4:1-Erfolg seines FC Barcelona gegen die Münchener. Er wolle "überhaupt nicht von Genugtuung" sprechen, so der Ex-Bundestrainer, der in seiner Zeit bei den Bayern 2020 das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokalsieg und Champions-League-Triumph geholt hatte. "Es gibt heute null Ausreden", bilanzierte der aktuelle Münchener Trainer Vincent Kompany nach der Pleite in Barcelona. Seine Mannschaft sei "in den entscheidenden Momenten einen Schritt zu spät" gekommen.
Raphinha gelang gegen die Bayern ein Dreierpack (1., 45. und 56. Minute), zudem traf der frühere Ex-Münchener Robert Lewandowski (36.) für Barça. Bayern-Torjäger Harry Kane gelang nur der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1 (18.).
Der Treffer von Harry Kane (l.) brachte die Münchener nur vorübergehend zurück ins SpielBild: Sven Hoppe/dpa/picture alliance
Meister Bayer 04 Leverkusen musste sich bei Stade Brest mit einem 1:1 zufrieden geben. Florian Wirtz brachte die Werkself in Führung (24.), Pierre Lees-Melou glich für die Franzosen aus. Die Leverkusener fühlten sich in zwei Situationen um Elfmeter gebracht, der Schiedsrichter-Pfiff blieb aus. "Ich verstehe es nicht", sagte Bayer-Stürmer Jonas Hofmann, der kurz vor Schluss im Strafraum von den Beinen geholt worden war (89.). Zuvor hatte der Schiedsrichter bereits ein Handspiel von Lees-Melou (68.) nicht für elfmeterwürdig gehalten.
RB Leipzig kassierte mit dem 0:1 gegen den FC Liverpool die dritte Niederlage im dritten Spiel der Champions-League-Saison. Darwin Núñez (27.) erzielte das entscheidende Tor für den Ex-Klub von Trainer Jürgen Klopp, der im kommenden Jahr als Fußballchef beim Konzern Red Bull anheuert.
Taktikfehler kostet BVB den Sieg in Madrid
Am Dienstag hatte Borussia Dortmund bei Real Madrid am Ende deutlich mit 2:5 verloren. Dabei hatten Donyell Malen (30.) und Jamie Gittens (34.) den BVB zunächst mit 2:0 in Führung gebracht. Eine Revanche für das verlorene Finale der Champions League im Juni schien möglich - bis Borussia DortmundsTrainer Nuri Sahin die Taktik änderte.
Nach 55 Minuten brachte er Abwehrspieler Waldemar Anton für Gittens und verordnete seinem Team eine defensive Taktik, um den Sieg abzusichern. Das ging jedoch nicht auf: Innerhalb von nur sieben Minuten glichen die "Königlichen" durch die Tore des deutschen Nationalspielers Antonio Rüdiger (60.) und Vinicius Junior (62.) aus. Danach war Madrid überlegen und ließ weitere Treffer von Lucas Vasquez (83.) und Vinicius Junior folgen (86./90.3.).
Drei Finger hoch - am Ende eines rasanten Spiels hat Reals Stürmer Vinicius Junior dreimal getroffenBild: Oscar Barroso/DPPI/picture alliance
"Natürlich, wenn du verlierst, ist die Umstellung nicht richtig, kann man sagen", räumte Sahin nach der Partie ein. "Ich glaube aber nicht, dass es an dem Systemwechsel lag, sondern daran, dass wir keinen Zugriff mehr hatten und vorne nicht die Pressing-Momente."
Stuttgart siegt verdient bei Juventus
Der VfB Stuttgart konnte dagegen am 3. Spieltag der Champions League seinen ersten Sieg feiern - und das auf eindrucksvolle Weise. Der deutsche Vizemeister, der am Wochenende in der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern noch deutlich mit 0:4 verloren hatte, war beim italienischen Topklub Juventus Turin klar die bessere Mannschaft und gewann verdient mit 1:0.
Der 22. Torschuss der Stuttgarter ist endlich drin: El Bilal Touré sorgt für die späte Entscheidung Bild: isabella Bonotto/Anadolu/picture alliance
Das entscheidende Tor durch El Bilal Touré fiel allerdings erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Zuvor war ein Treffer von Nationalstürmer Deniz Undav wegen Handspiels nach Videobeweis aberkannt worden (48.). Außerdem verschoss Enzo Millot einen Foulelfmeter (86.) für die Stuttgarter.
"Das fühlt sich überragend an. Wir haben so viel investiert. Wir waren klar die bessere Mannschaft", sagte Undav im TV-Interview. "Dramatischer hätte es nicht sein können, aber der Sieg war hochverdient."
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Der 3. Spieltag der Champions League im Überblick:
Mittwoch, 23. Oktober 2024:
Atalanta Bergamo - Celtic Glasgow 0:0
Stade Brest - Bayer Leverkusen 1:1 (1:1)
Atlético Madrid - OSC Lille 1:3 (1:0)
Benfica Lissabon - Feyenoord Rotterdam 1:3 (0:2)
FC Barcelona - Bayern München 4:1 (3:1)
Manchester City - Sparta Prag 5:0 (1:0)
RB Leipzig - FC Liverpool 0:1 (0:1)
RB Salzburg - Dinamo Zagreb 0:2 (0:0)
Young Boys Bern - Inter Mailand 0:1 (0:0)
Dienstag, 22. Oktober 2024:
AS Monaco - Roter Stern Belgrad 5:1 (2:1)
AC Mailand - FC Brügge 3:1 (1:0)
Sturm Graz - Sporting Lissabon 0:2 (0:1)
FC Girona - Slovan Bratislava 2:0 (1:0)
Aston Villa - FC Bologna 2:0 (0:0)
Paris Saint-Germain - PSV Eindhoven 1:1 (0:1)
Real Madrid - Borussia Dortmund 5:2 (0:2)
Juventus Turin - VfB Stuttgart 0:1 (0:0)
FC Arsenal - Schachtar Donezk 1:0 (1:0)
Der Artikel wurde nach den Spielen vom Mittwoch aktualisiert.
Im Fußball dreht sich alles um Tore - Angreifer, die regelmäßig treffen, werden von den Fans wie Helden gefeiert - besonders in der Champions League. Wer sind die besten Torschützen der Königsklasse?
Bild: Manu Fernandez/AP Photo/picture alliance
Harry Kane - 53 Tore*
Der Torjäger des FC Bayern München benötigt nicht viele Spiele, um zahlreiche Treffer zu erzielen. Die 50-Tore-Marke in der "Königsklasse" erreicht der Engländer bereits nach 66 Partien. Bevor er für München jubelt, ist er auch für seinen Heimatverein Tottenham Hotspur in der Champions League erfolgreich. (*Stand: 29. April 2026)
Bild: Sven Hoppe/dpa/picture alliance
Ruud van Nistelrooy - 56 Tore
Für drei Vereine trifft der niederländische Mittelstürmer Rutgerus Johannes Martinus van Nistelrooij, wie er eigentlich korrekt heißt, in der Champions League: erst für die PSV Eindhoven (8 Tore), dann für Manchester United (35) und schließlich auch für Real Madrid (13). Zu einem Champions-League-Titel reicht es für van Nistelrooy nicht, in drei Saisons wird er aber Torschützenkönig.
Bild: Martin Rickett/empics/picture alliance
Thomas Müller - 57 Tore
Die Champions League und Thomas Müller, das scheint zu passen. Gleich bei seinem Debüt in der Königsklasse, beim 7:1 des FC Bayern gegen Sporting Lissabon im März 2009, erzielt der damals 19-Jährige seinen ersten Champions-League-Treffer. Zweimal - 2013 und 2020 - gewinnt er mit den Münchenern sogar die begehrte Trophäe. 2025 wechselt er nach 17 Profijahren in München nach Vancouver.
Bild: Andreas Gebert/REUTERS
Erling Haaland - 57 Tore*
Im September 2019 taucht der damals 19-Jährige mit Red Bull Salzburg erstmals in der Königsklasse auf und macht direkt Eindruck: Beim 6:2-Sieg gegen KRC Genk trifft der Debütant dreimal. Zwischen 2020 und 2022 ist der Norweger für Borussia Dortmund erfolgreich. Seitdem stürmt und trifft er für Manchester City und gewinnt mit den "Skyblues" 2023 den Titel. (*Stand 29. April 2026)
Bild: Mark Cosgrove/News Images/Avalon/picture alliance
Kylian Mbappé - 70 Tore*
Der Weltmeister von 2018 aus Frankreich spielt und trifft in der Königsklasse für die AS Monaco, Paris St. Germain und Real Madrid. Seinen ersten Treffer erzielt er 2017 als 18-Jähriger im Achtelfinale für Monaco gegen Manchester City. 2020 steht er mit PSG sogar im Finale, dass der französische Top-Klub aber knapp mit 0:1 gegen den FC Bayern verliert. (*Stand 29. April 2026)
Raúl ist bei Real Madrid eine Legende. Der langjährige Kapitän bestreitet für die "Königlichen" so viele Spiele wie kaum ein anderer Fußballer: allein 550 Partien in der spanischen Liga und 132 in der Champions League. Dreimal gewinnt er mit Real den Titel. Fünf seiner 71 Champions-League-Tore erzielt Raúl bei seinem zweijährigen Gastspiel für den FC Schalke 04.
Bild: Daniel Ochoa de Olza/AP/picture alliance
Karim Benzema - 90 Tore
Mit 18 Jahren gelingt dem Franzosen sein erstes Champions-League-Tor für Olympique Lyon. Von 2009 bis 2023 triumphiert Benzema mit den "Königlichen" aus Madrid fünfmal in der Königsklasse. Benzema spielt nach einem Fingerbruch im Januar 2019 stets mit Handbandage - ob aus Aberglaube oder medizinischer Notwendigkeit, bleibt Spekulation. 2023 verlässt er Europa in Richtung Saudi-Arabien.
Bild: Pierre-Philippe Marcou/AFP
Robert Lewandowski - 109 Tore*
Der Ex-Bayern-Torjäger ist Champions-League-Sieger (2020) und zweimaliger Weltfußballer (2020+2021). 2020 wird somit für ihn zu einem überragenden Jahr, zudem wird er auch noch Torschützenkönig der Champions League. In seiner Karriere trifft er für Borussia Dortmund, den FC Bayern und den FC Barcelona in der "Königsklasse". (*Stand 29. April 2026)
Bild: MATTHEW CHILDS/POOL/AFP
Lionel Messi - 129 Tore
Wenn der FC Barcelona sich zwischen 2004 und 2021 auf etwas verlassen kann, dann auf den Torinstinkt Lionel Messis. 120-mal trifft der Argentinier für die Katalanen in der Königsklasse, danach geht er zwei Saisons lang für PSG auf Torejagd. Sechsmal wird der achtfache Weltfußballer bester Torjäger der Champions League. Viermal holt er mit Barça den Henkelpott. Seit 2023 spielt er in den USA.
Bild: Sebastian Frej/imago images
Cristiano Ronaldo - 140 Tore
Sogar fünfmal gewinnt der Superstar aus Portugal die Champions League. Egal für wen er aufläuft, ob für Manchester United, Real Madrid oder Juventus Turin, Cristiano Ronaldo trifft zuverlässig. Souverän führt der fünfmalige Weltfußballer, der seine Karriere in Saudi-Arabien ausklingen lässt, die "ewige" Torjägerliste in Europas Königsklasse an.