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Eintracht auch in der Champions League eine "Schießbude"

22. Januar 2026

Am vorletzten Spieltag der Champions League fängt Frankfurt erneut viele Gegentore und scheidet aus. Die Bayern sind weiter, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen müssen dagegen um ihre Ziele bangen.

Spielszene Qarabag Agdam gegen Eintracht Frankfurt, Zweikampf mit Halten und Trikotziehen zwischen Agdams Zoubir und Frankfurts Theate
Zum vierten Mal in Folge kassiert Eintracht Frankfurt drei Gegentore und scheidet nach der Niederlage bei Qarabag Agdam ausBild: AP Photo/dpa/picture alliance

Eintracht Frankfurt hat seine Defensivprobleme auch in der Champions League nicht in den Griff bekommen und erneut drei Gegentore kassiert. Bei Qarabag Agdam in Aserbaidschan unterlagen die Frankfurter mit 2:3.

Dabei waren sie in der 78. Spielminute noch mit 2:1 in Führung gegangen, fingen aber postwendend den Ausgleich (80. Minute) und spät in der Nachspielzeit den entscheidenden weiteren Gegentreffer (90.+4).

"Das kann nicht sein, dass wir wieder so spät zwei Gegentore bekommen", ärgerte sich Eintracht-Angreifer Ansgar Knauff, nachdem die letzten drei Bundesliga-Spiele gegen Dortmund (3:3), in Stuttgart (2:3) und in Bremen (3:3) ebenfalls mit drei Gegentreffern geendet waren. "Wir kriegen jedes Spiel drei Gegentore. Dann wird es einfach schwer, Spiele zu gewinnen."

Wenige Tage zuvor war Trainer Dino Toppmöller gekündigt worden, auch weil es defensiv keine Verbesserungen gab. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

In der Königsklasse geht es für die Eintracht nach der Niederlage nicht weiter. Sie steht nach sieben Spieltagen bei gerade einmal vier Punkten und kann die K.o.-Phase auch mit einem Sieg im abschließenden Spiel gegen Tottenham Hotspur nicht mehr erreichen.

FC Bayern schon 50 Millionen Euro reicher

Ohne größere Mühe fuhr dagegen der FC Bayern München seinen sechsten Saisonsieg in der Champions League ein. Gegen den belgischen Klub Union St. Gilloise hieß es am Ende 2:0.

Beide Treffer erzielte Torjäger Harry Kane - zunächst per Kopf nach einem Eckball (52.) und wenige Augenblicke später per Elfmeter (55.). Kurz vor Spielende hätte der Engländer einen Hattrick perfekt machen können, scheiterte aber mit einem weiteren Elfmeter an der Latte (81.). Es wäre sein 100. verwandelter Elfer als Profi gewesen.

Zweimal durfte Harry Kane gegen Union St. Gilloise jubeln - ein drittes Tor verpasste er knappBild: Sven Hoppe/dpa/picture alliance

"Es ist natürlich enttäuschend, zu verschießen", gab Kane zu, "aber es bereitet mir kein Kopfzerbrechen. Ich werde daraus lernen, das gehört zum Spiel dazu, deshalb übe ich ja." Sein Schuss sei "der fast perfekte Elfmeter" gewesen, "aber ich habe den Ball etwas zu sehr angehoben", so Kane.

Als Kane den Elfmeter an die Latte setzte, spielte der FC Bayern bereits seit einiger Zeit in Unterzahl. Verteidiger Min-Jae Kim hatte in der 64. Minute die gelb-rote Karte gesehen.

Durch den Sieg stehen die Münchener bereits vor dem letzten Vorrundenspiel bei der PSV Eindhoven sicher unter den besten Acht der Tabelle und damit vorzeitig im Achtelfinale. Zudem haben sie durch ihre erfolgreiche Bilanz mit sechs Siegen bereits mehr als 50 Millionen Euro an Prämien verdient.

BVB-Spiel in Tottenham zur Halbzeit entschieden

Einen ernüchternden Abend erlebten die anderen beiden deutschen Vertreter in der Königsklasse am Dienstag. Nach schwacher erster Halbzeit gab es für Borussia Dortmund und  Bayer 04 Leverkusen diesmal nichts zu holen.

Für den BVB war das Spiel bei war das Spiel bei Tottenham Hotspur nach einem frühen Gegentor, gefolgt von einer umstrittenen roten Karte und einem weiteren Gegentreffer noch vor der Halbzeitpause nach 45 Minuten vorentschieden. 2:0 für die Spurs hieß es auch am Ende.

"Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen", sagte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl. "Die erste Halbzeit war schlecht - wenig Zweikämpfe geführt, wenig direkte Duelle einfach gewonnen, wenig Intensität."

Cristian Romero (14. Minute) und Dominic Solanke (37.) trafen in der ersten Hälfte für die Spurs, die seit Wochen in der Krise stecken und gegen Dortmund ihren ersten Sieg in diesem Jahr feierten. Zwischen den Toren flog Dortmunds Daniel Svensson vom Platz.

Erst Gelb, dann doch Rot: Dortmunds Daniel Svensson muss nach einem Foul mit offener Sohle den Platz verlassenBild: Kin Cheung/AP Photo/dpa/picture alliance

Nachdem Schiedsrichter Glenn Nyberg für Svenssons Foul mit offener Sohle an Wilson Odobert zunächst nur die gelbe Karte gezeigt hatte, griff der Videoschiedsrichter ein. Nach Ansicht der Bilder entschied Nyberg auf Rot (26.), und der BVB musste über eine Stunde in Unterzahl spielen. Eine Wende schafften zehn Dortmunder gegen elf Londoner nicht mehr. Auch in der zweiten Halbzeit hatte Tottenham die besseren Chancen.

Die Niederlage ist für Dortmund insofern bitter, weil der BVB nun zwei Punkte Rückstand auf den achten Tabellenplatz hat, der für die direkte Achtelfinal-Qualifikation reichen würde. Möglicherweise ist selbst ein Sieg im abschließenden Heimspiel gegen Inter Mailand zu wenig, um zu den besten Acht zu gehören. Damit müssten die Dortmunder - wie in der Vorsaison - in die Playoffs. 

Leverkusen patzt hinten und nutzt vorne seine Chancen nicht

Genau wie Dortmund legte auch Leverkusen den "Grundstein" für seine 0:2-Niederlage bei Olympiakos Piräus in der ersten Halbzeit. Nach etwas mehr als 60 Sekunden verursachte Verteidiger Loic Badé zunächst einen Eckstoß und griff dann nicht ein, als Costinha zum Kopfball hochstieg und das 1:0 erzielte (2.).

Wenige Sekunden vor der Pause war Badé erneut beteiligt, als durch einen Konter das 2:0 für Piräus fiel. Der Franzose hätte das letzte Zuspiel auf Mehdi Taremi mit einem langen Schritt oder einer Grätsche verhindern können, tat es aber nicht. So hatte der Iraner keine Mühe, Bayer-Torwart Janis Blaswich zu überwinden, der für den verletzten Mark Flekken im Tor stand.

Wieder nicht drin: Christian Kofane vergibt eine der vielen guten Leverkusener ChancenBild: Thanassis Stavrakis/AP Photo/picture alliance

Ansonsten machte die Werkself, die in der Fußball-Bundesliga zuletzt gegen den VfB Stuttgart und die TSG Hoffenheim schwächere Auftritte gezeigt und verdient verloren hatte, kein schlechtes Spiel. Bayer hatte 72 Prozent Ballbesitz und schoss insgesamt 17 Mal auf das Tor der Griechen. Allerdings ließen Patrik Schick, Christian Kofane und Lucas Vasquez auch beste Möglichkeiten ungenutzt.

"Wir haben die Chancen nicht rein gemacht. Wir haben manchmal nicht mutig genug gespielt oder die freien Spieler gefunden", sagte Ibrahim Maza anschließend und bemängelte: "Wir haben die Duelle um die zweiten Bälle nicht gewonnen. Wir waren nicht bissig genug."

Nun müssen die Leverkusener in der kommenden Woche im letzten Spiel zu Hause gegen den FC Villarreal den Einzug in die Playoff-Runde unter Dach und Fach bringen.

Ergebnisse und Torschützen der Spiele mit deutscher Beteiligung:

Eintracht Frankfurt - FK Qarabag Agdam 2:3 (1:1)
Tore:
1:0 Duran (4.), 1:1 Uzun (10.), 1:2 Chaibi (78./Foulelfmeter), 2:2 Duran (80.), 3:2 Mustafazada (90.+4)

FC Bayern München - Union St. Gilloise 2:0 (0:0)
Tore:
1:0 Kane (52.), 2:0 Kane (55./Foulelfmeter)
Gelb-Rote Karte München: Kim (64./wiederholtes Foulspiel)

Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund 2:0 (2:0)
Tore:
1:0 Romero (14.), 2:0 Solanke (37.)
Rote Karte Dortmund: Svensson (24./grobes Foulspiel)

Olympiakos Piräus - Bayer Leverkusen 2:0 (2:0)
Tore:
1:0 Costinha (2.), 2:0 Taremi (45.+1)

Die weiteren Ergebnisse:

Dienstag, 20.01.2026:

Qairat Almaty - FC Brügge 1:4 (0:2)
FK Bodö/Glimt - Manchester City 3:1 (2:0)
Real Madrid - AS Monaco 6:1 (2:0)
Inter Mailand - FC Arsenal 1:3 (1:2)
Sporting Lissabon - Paris Saint-Germain 2:1 (0:0)
FC Villarreal - Ajax Amsterdam 1:2 (0:0)
FC Kopenhagen - SSC Neapel 1:1 (0:1)

Mittwoch, 21.01.2026:

Galatasaray Istanbul - Atletico Madrid 1:1 (1:1)
FC Chelsea - Pafos FC 1:0 (0:0)
Olympique Marseille - FC Liverpool 0:3 (0:1)
Slavia Prag - FC Barcelona 2:4 (2:2)
Atalanta Bergamo - Athletic Bilbao 2:3 (1:0)
Juventus Turin - Benfica Lissabon 2:0 (0:0)
Newcastle United - PSV Eindhoven 3:0 (2:0)

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