1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Champions League: BVB raus nach vier Bensebaini-Fehlern

26. Februar 2026

Borussia Dortmund scheidet im Rückspiel der Champions-League-Playoffs bei Atalanta Bergamo bitter aus. Bayer 04 Leverkusen rettet gegen Piräus seinen Vorsprung. Ein Underdog aus Norwegen lässt weiter aufhorchen.

Borussia Dortmunds Ramy Bensebaini geht nach seinem Platzverweis enttäuscht vom Platz
Vier Aktionen, vier Gegentore und ein Platzverweis - Dortmunds Ramy Bensebaini ist der Pechvogel des SpielsBild: Bahho Kara/Kirchner-Media/IMAGO

'Hätte ich doch', mag sich Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac nach dem Playoff-Rückspiel in der Champions League bei Atalanta Bergamo gedacht haben. 'Hätte ich doch Ramy Bensebaini einfach irgendwo weiter vorne spielen lassen, dann wären wir vielleicht nicht ausgeschieden.'

Da der Algerier in Diensten des BVB aber als Teil der Dreier-Abwehrkette auflief, kam es anders. Nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel, verlor Dortmund in Bergamo mit 1:4 und verpasste das Achtelfinale. Bei allen vier Gegentoren war Bensebaini mehr oder weniger entscheidend beteiligt.

Schwarzer Tag für Ramy Bensebaini

Vor dem 0:1 wollte er mit langem Bein eine Hereingabe klären, spitzelte den Ball aber so an seinem gut postierten Mitspieler Daniel Svensson vorbei zum Gegner, der alleine vorm Tor nur noch einschieben musste (5. Minute). Beim 0:2 riss Bensebaini sein Knie hoch und fälschte den Ball unhaltbar ins Tor ab (45.). Hinter ihm hatte sich Torwart Gregor Kobel schon fangbereit in die Schussbahn geworfen und hätte die Chance vereitelt. 

Beim 0:3 unterschätzte Bensebaini eine Flanke und sprang unter dem Ball durch. Hinter ihm hatte Mario Pasalic keine Mühe einzunicken (57.). Beim entscheidenden vierten Gegentor in der Nachspielzeit unterlief zunächst BVB-Keeper Kobel ein schlimmer Fehlpass in die Füße des Gegners. Dann riss Bensebaini beim Versuch, die Flanke zu klären, einen Fuß hoch. Er traf mit der Hacke zwar den Ball, aber mit der Fußsohle auch den Kopf von Angreifer Nikola Krstovic, der eine blutende Wunde davontrug (90.+4).

Verhängnisvoller Treffer: Ramy Bensebaini trifft Nikola Krstovic am Kopf und verursacht einen ElfmeterBild: Studio Fotografico Buzzi Srl/Buzzi/IMAGO

Der Schiedsrichter sah sich die Szene auf dem Videoschirm an und entschied auf Elfmeter. Zu allem Überfluss sah Bensebaini auch noch die gelb-rote Karte (90.+7). Wegen des Tumults, der nach der Elfmeterszene vor den beiden Bänken entstanden war, sahen zuvor Dortmunds Einwechselspieler Nico Schlotterbeck und der bereits ausgewechselte Bergamasker Giorgio Scalvini glatt Rot. Schließlich trat Lazar Samardzic zum Foulelfmeter an und verwandelte sicher (90.+8). Bergamo feierte, Dortmund schlich geschlagen vom Platz.

"Wir müssen natürlich Wunden lecken und die Dinge ansprechen", meinte BVB-Trainer Kovac nach dem Spiel zum Umgang mit den Pechvögeln Bensebaini und Kobel. Er wies aber gleichzeitg auf die kommende Aufgabe hin. Am Samstag empfängt Dortmund in der Fußball-Bundesliga Tabellenführer FC Bayern München. Derzeit hat der BVB acht Punkt Rückstand auf die Bayern. Wenn man noch irgendwie in den Kampf um die Meisterschaft eingreifen möchte, ist ein Sieg also Pflicht.

"Wir müssen uns schleunigst darauf konzentrieren, gut zu verteidigen. Wenn wir gut verteidigen, gewinnen wir Spiele. Deshalb Kräfte bündeln, um am Samstag eine gute Performance abzuliefern", forderte Kovac.

Bayer Leverkusen mit "Scheißspiel" erfolgreich

"Wir müssen nicht darüber reden, das Spiel war insgesamt große Scheiße", schimpfte TV-Experte Christoph Kramer bei Amazon Prime nach dem eher ereignislosen 0:0 zwischen Bayer 04 Leverkusen und Olympiakos Piräus im Playoff-Rückspiel der Champions League.

Bayer Leverkusen und Olympiakos Piräus liefern sich ein zähes Duell ohne ToreBild: Oliver Kaelke/DeFodi Images/picture alliance

Tatsächlich hatten Kramer, ehemaliger Leverkusener und Weltmeister von 2014, und die anderen 30.210 Zuschauer in der BayArena kein Spitzenspiel erlebt. Die Griechen, die eigentlich für ihr Pressing bekannt und gefürchtet sind, zeigten diesmal nicht ihre beste Leistung. Gastgeber Leverkusen unterliefen viele Fehler im Aufbau und Ungenauigkeiten vor dem Tor des Gegners.

Große Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware, das torlose Unentschieden daher folgerichtig. Allerdings reichte es der Werkself nach dem 2:0-Auswärtssieg im Hinspiel zum Erreichen der nächsten Runde.

Leverkusen drohen "bayerische Wochen"

"Wir sind weiter und das ist gut", sagte Bayer-Trainer Kasper Hjulmand, fand aber auch kritische Worte. "Unsere Leistung war aber nicht gut. Uns fehlte Energie. Wir müssen besser spielen und sind nicht zufrieden mit unserem Spiel."

In der nächsten Runde, dem Achtelfinale, droht in der Auslosung am Freitag nun der FC Bayern als nächster Gegner. Den kennt man bereits aus dem Vorjahr. Auch damals trafen die beiden Klubs im Achtelfinale aufeinander, und die Münchener setzten sich locker durch.

"Bloß nicht die Bayern!", sagt Leverkusens Kapitän Robert Andrich und wünscht sich Arsenal als GegnerBild: Oliver Kaelke/DeFodi Images/picture alliance

Sollte es so kommen, würde die Werkself innerhalb weniger Wochen gleich viermal gegen die Bayern spielen. Zwischen den Achtelfinalspielen (10./11. und 17./18. März) empfängt Leverkusen München in der Liga. Außerdem treffen die beiden Vereine im DFB-Pokal-Halbfinale Ende April aufeinander.

Der andere Gegner, der Leverkusen zugelost werden könnte, ist der FC Arsenal, derzeit Tabellenführer der englischen Premier League. "Ich bleibe bei meiner Meinung: Ich würde ungern eine deutsche Mannschaft haben, damit vielleicht noch genug deutsche Mannschaften drin bleiben können", machte Leverkusens Kapitän Robert Andrich aus seiner Präferenz keinen Hehl.

Underdog Bodö/Glimt aus Norwegen im Achtelfinale

Während Leverkusen eher auf Sparflamme ins Achtelfinale einzog, sorgte Überraschungsmannschaft FK Bodö/Glimt einmal mehr für ein denkwürdiges Spiel. Nach dem bereits sensationellen 3:1-Sieg gegen Vorjahresfinalist Inter Mailand im Hinspiel gewannen die Norweger auch das Rückspiel im San-Siro-Stadion mit 2:1.

Großer Jubel: Bodö/Glimt setzt sich auch bei Inter Mailand durch und sorgt für eine SensationBild: Piero Cruciatti/AFP

"Ich bin unheimlich stolz auf das, was wir sind", sagte Trainer Kjetil Knutsen und betonte: "Es ist unglaublich, dass ein Verein wie Bodö/Glimt es bis ins Achtelfinale der Champions League schaffen kann." Kapitän Patrick Berg sprach vom "Größten, was ich in meiner Karriere erlebt habe".

In der Auslosung am Freitag sind Sporting Lissabon oder Manchester City mit Norwegens Superstar Erling Haaland die beiden möglichen Gegner. Gegen Haaland und Co. hatte Bodö/Glimt bereits am vorletzten Spieltag der Gruppenphase gespielt und sensationell mit 3:1 gewonnen.

Ergebnisse der Rückspiele der Champions-League-Playoffs

Dienstag, 24.02.2026:

Bayer 04 Leverkusen - Olympiakos Piräus 0:0 | (Hinspiel: 2:0)
Inter Mailand - FK Bodö/Glimt 1:2 (0:0) | (Hinspiel: 1:3)
Newcastle United - FK Karabach Agdam 3:2 (2:0) | (Hinspiel: 6:1)
Atletico Madrid - FC Brügge 4:1 (1:1) | (Hinspiel: 3:3)

Mittwoch, 25.02.2026:

Atalanta Bergamo - Borussia Dortmund 4:1 (2:0) | (Hinspiel: 0:2)
Real Madrid - Benfica Lissabon 2:1 (1:1) | (Hinspiel: 1:0)
Paris Saint-Germain - AS Monaco 2:1 (0:1) | (Hinspiel: 3:2)
Juventus Turin - Galatasaray Istanbul 3:2 (1:0) n.V. | (Hinspiel: 2:5)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen
Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen