Im Viertelfinal-Hinspiel feiert Bayern München bei Real Madrid einen historischen Erfolg. Besonders Torhüter Manuel Neuer lässt die Madrilenen verzweifeln. Dennoch sind die Münchener nicht ganz zufrieden.
Bayern München gewinnt zum ersten Mal seit 25 Jahren bei Real Madrid und ist trotzdem nicht ganz zufriedenBild: Thomas Coex/AFP
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Sollten sie sich freuen oder ärgern? Einerseits hatte der FC Bayern München das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Real Madrid mit 2:1 gewonnen. Es war der erste Sieg in Madrid seit 2001. Andererseits hatten sie es verpasst, schon vor dem Rückspiel, das in einer Woche Mittwoch in München stattfindet, für klarere Verhältnisse zu sorgen.
Die Bayern waren insgesamt überlegen und hatten gute Chancen. Kurz vor der Pause traf Luis Diaz zur verdienten 1:0-Führung (41.). Nach dem Wiederanpfiff dauerte es nur 20 Sekunden, bis Torjäger Harry Kane den Ball erneut im Real-Tor versenkte und das Bernabeu-Stadion in Schockstarre versetzte (46.). Auch danach erspielten sich die Bayern gute Gelegenheiten, konnten aber keine weitere nutzen.
Auf der anderen Seite musste Münchens Torhüter und Kapitän Manuel Neuer immer wieder sein ganzes Können zeigen. Der 40-Jährige vereitelte mit vielen guten Reflexen und Paraden zahlreiche gute Möglichkeiten der Madrilenen.
Immer wieder im Brennpunkt: Bayern-Torhüter Manuel Neuer Bild: Peter Kneffel/dpa/picture alliance
"Wir sind erst mal froh über den Sieg hier auswärts. Aber es wird trotzdem eine harte und schwere Aufgabe natürlich in München", sagte Neuer, der nach der Partie als bester Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde.
Real hofft auf Rückspiel in München
So wie die Münchener trotz des Sieges nicht zu optimistisch sein wollten, gaben sich auch die Madrilenen trotz der Niederlage noch nicht geschlagen. "Es wird nicht einfach, aber wenn ein Team in München gewinnen kann, dann ist es Real Madrid", sagte Trainer Alvaro Arbeloa mit Blick auf das Rückspiel.
"Wer nicht daran glaubt, kann in Madrid bleiben, denn wir werden mit allem für den Sieg in Deutschland kämpfen", betonte der Coach, der im Januar die Nachfolge von Xabi Alonso bei Real übernahm.
Irgendwann ist er doch drin: Kylian Mbappé erzielt den wichtigen Anschlusstreffer für Real MadridBild: Tomas Garrido/PsnewZ/IMAGO
Ähnlich sah es auch Reals deutscher Nationalspieler Antonio Rüdiger. "Es war ein harter Abend im Bernabeu, aber die Geschichte ist noch nicht vorbei. Wir sind noch am Leben. Wir glauben an uns bis zum Schluss", schrieb der Abwehrspieler bei X.
Für Real ist die Champions League die einzige realitische Chance auf einen Titel in dieser Saison. In der spanischen Liga haben sie acht Spieltage vor Schluss sieben Punkte Rückstand auf den FC Barcelona. Aus dem spanischen Pokal sind sie im ersten Spiel nach Arbeloas Amtsübernahme bereits im Achtelfinale gegen Zweitligist Albacete ausgeschieden.
Kai Havertz bringt Arsenal in Vorteil
Dank dem deutschen Nationalspieler Kai Havertz hat sich der FC Arsenal aus London in seinem Viertelfinal-Duell mit Sporting Lissabon eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Havertz wurde beim Hinspiel in Lissabon erst 20 Minuten vor dem Ende eingewechselt und erzielte in der Nachspielzeit den 1:0-Siegtreffer für sein Team (90.+1).
Spät gekommen, spät getroffen: Kai Havertz (r.) erzielt das 1:0 für den FC ArsenalBild: Armando Franca/AP Photo/picture alliance
Schon im Achtelfinale gegen seinen Ex-Klub Bayer 04 Leverkusen hatte Havertz im Hinspiel spät ein Tor erzielt. "Fußball ist für solche Momente gemacht. Ein spätes Tor ist immer toll", sagte er nach dem Sieg bei Sporting und warnte: "Wir nehmen das Resultat mit. Aber wir haben in der kommenden Woche noch viel Arbeit vor uns."
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Siege für PSG und Atletico
Dem FC Barcelona droht das Aus in der Champions League. Nach langer Unterzahl unterlag Barça im Hinspiel Atletico Madrid mit 0:2. Nach Videobeweis sah Barcelonas Innenverteidiger Pau Cubarsi wegen einer Notbremse die Rote Karte (44.). Den anschließenden Freistoß aus rund 20 Metern verwandelte Julian Alvarez (45.).
Der passte genau: Julian Alvarez (Nr. 19) zirkelt den Freistoß über die Mauer ins EckBild: Joan Monfort/AP Photo/picture alliance
Danach drängte Barcelona lange auf den Ausgleich, doch der eingewechselte ehemalige Leipziger Alexander Sörloth machte mit dem 2:0 endgültig alles klar (70.). Im Halbfinale würden die Spanier auf Sporting oder Arsenal treffen.
Der FC Liverpool verlor bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain ebenfalls mit 0:2 (0:1) und hatte Glück, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Désiré Doué (11.) und Khvicha Kvaratskhelia (65.) erzielten die Treffer für die Franzosen, die im Halbfinale auf den FC Bayern treffen könnten.
PSG vergab zahlreiche weitere Großchancen und verpasste so einen deutlicheren Erfolg. Den Reds dagegen fehlte es wie so oft in dieser Saison an Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen.
Viertelfinal-Hinspiele der Champions League im Überblick:
Dienstag, 7. April 2026:
Real Madrid - Bayern München 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Diaz (41.), 0:2 Kane (46.), 1:2 Mbappé (74.) Sporting Lissabon - FC Arsenal 0:1 (0:0)
Mittwoch, 8. April 2026:
Paris Saint-Germain - FC Liverpool 2:0 (1:0)
FC Barcelona - Atletico Madrid 0:2 (0:1)
Der Artikel wurde am 9. April aktualisiert.
Die Top-Torjäger der Champions League
Im Fußball dreht sich alles um Tore - Angreifer, die regelmäßig treffen, werden von den Fans wie Helden gefeiert - besonders in der Champions League. Wer sind die besten Torschützen der Königsklasse?
Bild: Eurokinissi/DPPI media/picture alliance
Harry Kane - 51 Tore*
Der Torjäger des FC Bayern München benötigt nicht viele Spiele, um zahlreiche Treffer zu erzielen. Die 50-Tore-Marke in der "Königsklasse" erreicht der Engländer bereits nach 66 Partien. Bevor er für München jubelt, ist er auch für seinen Heimatverein Tottenham Hotspur in der Champions League erfolgreich. (*Stand: 9. April 2026)
Bild: Sven Hoppe/dpa/picture alliance
Ruud van Nistelrooy - 56 Tore
Für drei Vereine trifft der niederländische Mittelstürmer Rutgerus Johannes Martinus van Nistelrooij, wie er eigentlich korrekt heißt, in der Champions League: erst für die PSV Eindhoven (8 Tore), dann für Manchester United (35) und schließlich auch für Real Madrid (13). Zu einem Champions-League-Titel reicht es für van Nistelrooy nicht, in drei Saisons wird er aber Torschützenkönig.
Bild: Martin Rickett/empics/picture alliance
Thomas Müller - 57 Tore
Die Champions League und Thomas Müller, das scheint zu passen. Gleich bei seinem Debüt in der Königsklasse, beim 7:1 des FC Bayern gegen Sporting Lissabon im März 2009, erzielt der damals 19-Jährige seinen ersten Champions-League-Treffer. Zweimal - 2013 und 2020 - gewinnt er mit den Münchenern sogar die begehrte Trophäe. 2025 wechselt er nach 17 Profijahren in München nach Vancouver.
Bild: Andreas Gebert/REUTERS
Erling Haaland - 57 Tore*
Im September 2019 taucht der damals 19-Jährige mit Red Bull Salzburg erstmals in der Königsklasse auf und macht direkt Eindruck: Beim 6:2-Sieg gegen KRC Genk trifft der Debütant dreimal. Zwischen 2020 und 2022 ist der Norweger für Borussia Dortmund erfolgreich. Seitdem stürmt und trifft er für Manchester City und gewinnt mit den "Skyblues" 2023 den Titel. (*Stand 9. April 2026)
Bild: Mark Cosgrove/News Images/Avalon/picture alliance
Kylian Mbappé - 69 Tore*
Der Weltmeister von 2018 aus Frankreich spielt und trifft in der Königsklasse für die AS Monaco, Paris St. Germain und Real Madrid. Seinen ersten Treffer erzielt er 2017 als 18-Jähriger im Achtelfinale für Monaco gegen Manchester City. 2020 steht er mit PSG sogar im Finale, dass der französische Top-Klub aber knapp mit 0:1 gegen den FC Bayern verliert. (*Stand 9. April 2026)
Raúl ist bei Real Madrid eine Legende. Der langjährige Kapitän bestreitet für die "Königlichen" so viele Spiele wie kaum ein anderer Fußballer: allein 550 Partien in der spanischen Liga und 132 in der Champions League. Dreimal gewinnt er mit Real den Titel. Fünf seiner 71 Champions-League-Tore erzielt Raúl bei seinem zweijährigen Gastspiel für den FC Schalke 04.
Bild: Daniel Ochoa de Olza/AP/picture alliance
Karim Benzema - 90 Tore
Mit 18 Jahren gelingt dem Franzosen sein erstes Champions-League-Tor für Olympique Lyon. Von 2009 bis 2023 triumphiert Benzema mit den "Königlichen" aus Madrid fünfmal in der Königsklasse. Benzema spielt nach einem Fingerbruch im Januar 2019 stets mit Handbandage - ob aus Aberglaube oder medizinischer Notwendigkeit, bleibt Spekulation. 2023 verlässt er Europa in Richtung Saudi-Arabien.
Bild: Pierre-Philippe Marcou/AFP
Robert Lewandowski - 109 Tore*
Der Ex-Bayern-Torjäger ist Champions-League-Sieger (2020) und zweimaliger Weltfußballer (2020+2021). 2020 wird somit für ihn zu einem überragenden Jahr, zudem wird er auch noch Torschützenkönig der Champions League. In seiner Karriere trifft er für Borussia Dortmund, den FC Bayern und den FC Barcelona in der "Königsklasse". (*Stand 9. April 2026)
Bild: MATTHEW CHILDS/POOL/AFP
Lionel Messi - 129 Tore
Wenn der FC Barcelona sich zwischen 2004 und 2021 auf etwas verlassen kann, dann auf den Torinstinkt Lionel Messis. 120-mal trifft der Argentinier für die Katalanen in der Königsklasse, danach geht er zwei Saisons lang für PSG auf Torejagd. Sechsmal wird der achtfache Weltfußballer bester Torjäger der Champions League. Viermal holt er mit Barça den Henkelpott. Seit 2023 spielt er in den USA.
Bild: Sebastian Frej/imago images
Cristiano Ronaldo - 140 Tore
Sogar fünfmal gewinnt der Superstar aus Portugal die Champions League. Egal für wen er aufläuft, ob für Manchester United, Real Madrid oder Juventus Turin, Cristiano Ronaldo trifft zuverlässig. Souverän führt der fünfmalige Weltfußballer, der seine Karriere in Saudi-Arabien ausklingen lässt, die "ewige" Torjägerliste in Europas Königsklasse an.