Im Achtelfinale der Champions League trifft ausgerechnet der Ex-Bayer-Profi für den FC Arsenal gegen seinen alten Klub. Bayern München macht gegen Atalanta Bergamo schon im Hinspiel alles klar.
Mit dem Torschützen Kai Havertz (2.v.r.) und Piero Hincapie (r.) waren zwei Ex-Leverkusener bei ihrem alten Klub zu GastBild: Marvin Ibo Güngör/GES/picture alliance
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"Der Kontakt ist schon sehr, sehr wenig. Er kommt auch erst zwei Sekunden später zu Fall. Für mich ist das gar kein Elfmeter", sagte Robert Andrich, der Kapitän von Bayer 04 Leverkusen nach dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Arsenal zur entscheidenden Szene.
"Je öfter ich es mir anschaue, umso weniger Kontakt wird es", meinte er im Analyse-Interview mit der Streamingplattform DAZN.
Ausgerechnet Kai Havertz
Kurz vor Ende der Partie hatte sein Mitspieler Malik Tillman nach dem Ball gegrätscht, mit dem Arsenals Noni Madueke in den Leverkusener Strafraum dribbelte. Tillman traf den Ball nicht und streifte die Ferse Maduekes leicht. Dennoch sank der Angreifer zu Boden und es gab Elfmeter.
War da ein Kontakt? Reichte er aus, um Elfmeter zu geben? Noni Madueke (r.) fällt und der Schiedsrichter pfeiftBild: Ulrik Pedersen/NurPhoto/picture alliance
Den Strafstoß zum 1:1-Endstand verwandelte ausgerechnet Kai Havertz. Der deutsche Nationalspieler war ab 2010 in der Jugend von Bayer Leverkusen ausgebildet worden und hatte von 2016 bis 2020 als Profi für die Werkself gespielt.
"Es tut mir natürlich leid für die Leverkusener, aber das ist Fußball", sagte Havertz nach dem Spiel. "So ein Elfmeter in der letzten Minute ist nicht immer einfach. Aber das sind Momente, für die ich jahrelang gearbeitet habe. Ich glaube, ich habe auf der Seite auch schon den einen oder anderen Elfmeter geschossen."
Ausgerechnet eine Ecke
Zuvor hatte Bayer Leverkusen gegen den Tabellenführer der englischen Premier League ein gute Leistung gezeigt. Arsenal, das vor allem für seine gefährlichen Standardsituationen bekannt ist und sehr viele Tore nach Eckstößen erzielt, kam gegen die gute Leverkusener Defensive kaum zum Zuge.
Stattdessen gin Bayer kurz nach der Pause ausgerechnet durch einen Eckball in Führung. Andrich war - in Arsenal-Manier - von seinen Mitspielern freigeblockt worden und tauchte ganz frei am langen Pfosten auf.
Eckball versenkt! Leverkusens Kapitän Robert Andrich bejubelt seinen Treffer zum 1:0Bild: Marcel ter Bals/DeFodi Images/picture alliance
"Der Ball ist perfekt, ich laufe gut ein - und ich köpfe ihn natürlich auch gut ein", lobte Andrich seine Mitspieler und sich selbst. Hätte es nicht den späten Ausgleich durch Kai Havertz gegeben, wäre die Leverkusener Fußball-Party perfekt gewesen.
"1:0 wäre natürlich sehr viel besser gewesen als 1:1, aber so ist es", meinte Bayer-Trainer Kasper Hjulmand. "Wir fahren mit Hoffnungen nach London." Dort findet am kommenden Dienstag das Rückspiel statt.
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FC Bayern demontiert "die Göttin"
Wie im Rausch ist dagegen der FC Bayern München im Achtelfinal-Hinspiel über Atalanta Bergamo hinweggefegt und kann bereits entspannt für das Viertelfinale planen. Die Münchener siegten auswärts klar mit 6:1 (3:0). Das Rückspiel am Mittwoch kommender Woche ist damit nur noch Formsache. Im Viertelfinale käme es zum Duell mit Real Madrid oder Manchester City.
Es läuft einfach bei den Bayern: Gegen Atalanta Bergamo gelingen den Münchenern sechs ToreBild: Matteo Ciambelli/REUTERS
Gegen die Italiener behielten die Bayern auch ohne Torjäger Harry Kane und Stammtorhüter Manuel Neuer die Oberhand. Sie nutzten Atalantas Schwächen eiskalt und effizient aus. Der leicht an der Wade verletzte Kane konnte von der Bank aus in aller Ruhe mitansehen, wie Josip Stanisic (12.), der überragende Michael Olise (21.) und Serge Gnabry (25.) früh für klare Verhältnisse sorgten.
Kanes Stellvertreter Nicolas Jackson (53.), erneut Olise (64.) und Jamal Musiala (67.) legten nach der Pause nach. Kurz vor dem Abpfiff traf Mario Pasalic für Bergamo (90.+3).
Für Sorgenfalten sorgten bei den Bayern lediglich drei Verletzte: Alphonso Davies wurde weinend ausgewechselt, der eingewechselte Jamal Musiala humpelte und konnte das Spiel nicht beenden. Auch Torhüter Jonas Urbig war angeschlagen. Er erlitt direkt vor dem Abpfiff bei einem Zusammenprall eine Gehirnerschütterung.
Alphonso Davies (2.v.l.) muss verletzt den Platz verlassen und kann die Tränen nicht zurückhaltenBild: Jan Woitas/dpa/picture alliance
"Bei Davies ist es wahrscheinlich etwas Muskuläres, Jonas ist ein bisschen benebelt, er hat ein bisschen Kopfschmerzen. Bei Jamal war es eher eine Vorsichtsmaßnahme, er hat was am Knöchel gespürt", gab Bayern-Sportvorstand Max Eberl nach dem Abpfiff eine erste Einschätzung. "Aber Genaues kann ich nicht sagen."
Ergebnisse der Achtelfinal-Hinspiele der Champions League:
Dienstag, 10. März 2026:
Atalanta Bergamo - Bayern München 1:6 (0:3)
Tore: 0:1 Stanisic (12.), 0:2 Olise (22.), 0:3 Gnabry (25.), 0:4 Jackson (52.), 0:5 Olise (64.), 0:6 Musiala (67.), 1:6 Pasalic (90.+3) Newcastle United - FC Barcelona 1:1 (0:0)
Atletico Madrid - Tottenham Hotspur 5:2 (4:1)
Galatasaray Istanbul - FC Liverpool 1:0 (1:0)
Mittwoch, 11. März 2026:
Bayer 04 Leverkusen - FC Arsenal 1:1 (0:0)
Tore: 1:0 Andrich (46.), 1:1 Havertz (89./Foulelfmeter)
Paris Saint-Germain - FC Chelsea 5:2 (2:1)
Real Madrid - Manchester City 3:0 (3:0)
FK Bodö/Glimt - Sporting Lissabon 3:0 (2:0)
Die Top-Torjäger der Champions League
Im Fußball dreht sich alles um Tore - Angreifer, die regelmäßig treffen, werden von den Fans wie Helden gefeiert - besonders in der Champions League. Wer sind die besten Torschützen der Königsklasse?
Bild: Eurokinissi/DPPI media/picture alliance
Thierry Henry - 50 Tore
Ein halbes Hundert Treffer in der Champions League steuert der Stürmer aus Frankreich in seiner langen Karriere bei: für die AS Monaco (7), den FC Arsenal (35) und den FC Barcelona (8). Einmal - mit Barça - gewinnt der Weltmeister von 1998 auch die Trophäe. Am Stadion des FC Arsenal steht eine Bronzestatue Henrys. Der Franzose ist Rekordtorschütze der "Gunners".
Bild: augenklick/firo Sportphoto/picture alliance
Ruud van Nistelrooy - 56 Tore
Für drei Vereine trifft der niederländische Mittelstürmer Rutgerus Johannes Martinus van Nistelrooij, wie er eigentlich korrekt heißt, in der Champions League: erst für die PSV Eindhoven (8 Tore), dann für Manchester United (35) und schließlich auch für Real Madrid (13). Zu einem Champions-League-Titel reicht es für van Nistelrooy nicht, in drei Saisons wird er aber Torschützenkönig.
Bild: Martin Rickett/empics/picture alliance
Thomas Müller - 57 Tore
Die Champions League und Thomas Müller, das scheint zu passen. Gleich bei seinem Debüt in der Königsklasse, beim 7:1 des FC Bayern gegen Sporting Lissabon im März 2009, erzielt der damals 19-Jährige seinen ersten Champions-League-Treffer. Zweimal - 2013 und 2020 - gewinnt er mit den Münchenern sogar die begehrte Trophäe. 2025 wechselt er nach 17 Profijahren in München nach Vancouver.
Bild: Andreas Gebert/REUTERS
Erling Haaland - 57 Tore*
Im September 2019 taucht der damals 19-Jährige mit Red Bull Salzburg erstmals in der Königsklasse auf und macht direkt Eindruck: Beim 6:2-Sieg gegen KRC Genk trifft der Debütant dreimal. Zwischen 2020 und 2022 ist der Norweger für Borussia Dortmund erfolgreich. Seitdem stürmt und trifft er für Manchester City und gewinnt mit den "Skyblues" 2023 den Titel. (*Stand 19. März 2026)
Bild: Mark Cosgrove/News Images/Avalon/picture alliance
Kylian Mbappé - 68 Tore*
Der Weltmeister von 2018 aus Frankreich spielt und trifft in der Königsklasse für die AS Monaco, Paris St. Germain und Real Madrid. Seinen ersten Treffer erzielt er 2017 als 18-Jähriger im Achtelfinale für Monaco gegen Manchester City. 2020 steht er mit PSG sogar im Finale, dass der französische Top-Klub aber knapp mit 0:1 gegen den FC Bayern verliert. (*Stand 19. März 2026)
Raúl ist bei Real Madrid eine Legende. Der langjährige Kapitän bestreitet für die "Königlichen" so viele Spiele wie kaum ein anderer Fußballer: allein 550 Partien in der spanischen Liga und 132 in der Champions League. Dreimal gewinnt er mit Real den Titel. Fünf seiner 71 Champions-League-Tore erzielt Raúl bei seinem zweijährigen Gastspiel für den FC Schalke 04.
Bild: Daniel Ochoa de Olza/AP/picture alliance
Karim Benzema - 90 Tore
Mit 18 Jahren gelingt dem Franzosen sein erstes Champions-League-Tor für Olympique Lyon. Von 2009 bis 2023 triumphiert Benzema mit den "Königlichen" aus Madrid fünfmal in der Königsklasse. Benzema spielt nach einem Fingerbruch im Januar 2019 stets mit Handbandage - ob aus Aberglaube oder medizinischer Notwendigkeit, bleibt Spekulation. 2023 verlässt er Europa in Richtung Saudi-Arabien.
Bild: Pierre-Philippe Marcou/AFP
Robert Lewandowski - 109 Tore*
Der Ex-Bayern-Torjäger ist Champions-League-Sieger (2020) und zweimaliger Weltfußballer (2020+2021). 2020 wird somit für ihn zu einem überragenden Jahr, zudem wird er auch noch Torschützenkönig der Champions League. In seiner Karriere trifft er für Borussia Dortmund, den FC Bayern und den FC Barcelona in der "Königsklasse". (*Stand 19. März 2026)
Bild: MATTHEW CHILDS/POOL/AFP
Lionel Messi - 129 Tore
Wenn der FC Barcelona sich zwischen 2004 und 2021 auf etwas verlassen kann, dann auf den Torinstinkt Lionel Messis. 120-mal trifft der Argentinier für die Katalanen in der Königsklasse, danach geht er zwei Saisons lang für PSG auf Torejagd. Sechsmal wird der achtfache Weltfußballer bester Torjäger der Champions League. Viermal holt er mit Barça den Henkelpott. Seit 2023 spielt er in den USA.
Bild: Sebastian Frej/imago images
Cristiano Ronaldo - 140 Tore
Sogar fünfmal gewinnt der Superstar aus Portugal die Champions League. Egal für wen er aufläuft, ob für Manchester United, Real Madrid oder Juventus Turin, Cristiano Ronaldo trifft zuverlässig. Souverän führt der fünfmalige Weltfußballer, der seine Karriere in Saudi-Arabien ausklingen lässt, die "ewige" Torjägerliste in Europas Königsklasse an.