Die Fußballerinnen des FC Bayern München beweisen Moral und bleiben in der Champions League auf Erfolgskurs. Das gilt auch für den VfL Wolfsburg, der allerdings um eine wichtige Spielerin bangt.
Momoko Tanikawa (l.) brachte mit ihrem Treffer zum 2:1 die Bayern-Frauen auf die Siegerinnen-Spur, Klara Bühl (r.) freut sich mitBild: Hendrik Hamelau/HMB-Media/IMAGO
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"Es gibt viele gute Teams in diesem Wettbewerb", sagte FC-Bayern-Angreiferin Pernille Harder nach dem Abpfiff im Interview des Senders "Disney+": "Wir können dieses Jahr auch gewinnen, aber wir müssen daran glauben."
Die Münchenerinnen hatten zuvor erneut in der Champions League nach einem Rückstand Moral bewiesen. Acht Tage nach dem 3:2-Comeback-Sieg gegen Titelverteidiger Arsenal nach einem 0:2 drehten die FC-Bayern-Frauen auch bei Paris Saint-Germain die Partie und siegten 3:1 (2:1).
Für das Team von Coach José Barcala trafen Linda Dallmann (17. Minute), Momoko Tanikawa (34.) und Jovana Damnjanovic (89.). Sakina Karchaoui (16.) hatte die Führung für PSG erzielt.
Direkte Qualifikation für erste K.o-Runde winkt
"Die zweite Hälfte war etwas wacklig, aber insgesamt sind wir sehr zufrieden", räumte Bayern-Offensivspielerin Georgia Stanway ein. Nach dem dritten Sieg im vierten Spiel ist dem deutschen Double-Gewinner mindestens das Ticket für die Play-offs so gut wie sicher, auch die direkte Qualifikation für das Viertelfinale ist in Reichweite.
"Das wäre wunderbar, um ehrlich zu sein", sagte Barcala mit Blick auf den vollen Terminkalender: "Aber wir gehen von Spiel zu Spiel, und dann werden wir sehen." Einzig beim krachenden 1:7 zum Auftakt beim FC Barcelona waren die Bayern-Fußballerinnen chancenlos gewesen.
Das Weiterkommen haben sie nun in den letzten beiden Partien der Ligaphase bei Atletico Madrid (10. Dezember) und zu Hause gegen den norwegischen Vizemeister Valerenga IF (17. Dezember) in der eigenen Hand.
Die vier Erstplatzierten der Ligaphase qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale. Die Teams auf den Platzen fünf bis acht treffen in einer zusätzlichen Play-off-Runde auf die Mannschaften auf den Rängen neun bis zwölf.
Torfestival der "Wölfinnen"
Während die Münchenerinnen aktuell Tabellenfünfter der Champions League sind, liegt der VfL Wolfsburg nach dem deutlichen 5:2 (3:2)-Erfolg am Mittwoch gegen Manchester United auf Rang drei. Ella Peddemors (17./37.), Lineth Beerensteyn (45./65.) und Vivien Endemann (90.+6) trafen für die "Wölfinnen". Für die Gäste waren die Ex-Wolfsburgerin Fridolina Rolfö (14.) und Melvine Malard (45.+2) erfolgreich.
Großer Jubel bei den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg nach dem Sieg in der Champions League gegen Manchester UnitedBild: Maja Hitij/Getty Images
"Alexandra Popp hat unglaublich laut geschrien, dass ich schießen soll - also habe ich es einfach probiert, und dann war der Ball im Tor", beschrieb Beerensteyn ihr Traumtor zum 3:1-Halbzeitstand. "Ich habe noch gar nicht gesehen, dass der Ball so eingeschlagen hat."
Mit neun Punkten aus vier Spielen ist schon jetzt klar, dass Wolfsburg im internationalen Geschäft überwintert. "Es fühlt sich großartig an", freute sich Beerensteyn. "Es war ein verrücktes Spiel, gerade in der ersten Hälfte. Aber ich bin wirklich stolz auf das Team, das war eine starke Leistung."
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Popp mit Kniebeschwerden ausgewechselt
Allerdings muss sich der deutsche Vizemeister Sorgen um Kapitänin Popp machen. Sie wurde nach einer Stunde mit Knieproblemen ausgewechselt und humpelte vom Feld.
"Da müssen wir jetzt einfach schauen. Es war auf jeden Fall ein Schlag aufs Knie", erklärte VfL-Trainer Stephan Lerch. "Jetzt müssen wir die Diagnostik abwarten."
Trotz Verletzung blicken die Wolfsburgerinnen optimistisch auf den Abschluss der Ligaphase mit zwei Spielen im Dezember bei Real Madrid und gegen den FC Chelsea. "Wenn wir so weitermachen, denke ich, dass es eine richtig schöne Champions-League-Saison für uns wird", sagte Beerensteyn.
Paris Saint-Germain - Bayern München 1:3 (1:2)
Tore: 1:0 Karchaoui (16.), 1:1 Dallmann (17.), 1:2 Tanikawa (34.), 1:3 Damnjanovic (89.)
Die weiteren Spiele des 4. Spieltags:
Juventus Turin - Olympique Lyon 3:3 (3:0)
WFC Arsenal - Real Madrid 2:1 (0:1)
Paris FC - Benfica Lissabon 2:0 (1:0)
Valerenga IF - SKN St. Pölten 2:2 (2:1)
FC Twente - Atletico Madrid 0:4 (0:2)
Chelsea FC - FC Barcelona 1:1 (1:1)
Oud-Heverlee Leuven - AS Rom 1:1 (0:1)
Der Artikel wurde nach dem Spiel der Münchenerinnen am 21. November aktualisiert.
Die Rekordspielerinnen der Champions League
Unter den Fußballerinnen mit den meisten Einsätzen in der Champions League sind Top-Stars wie Alexandra Popp, Wendie Renard und Saki Kumagai. Welche anderen Spielerinnen gehören zu den Top Ten?
Bild: Marco Canoniero/Sportphoto24/picture alliance
Sarah Bouhaddi - 86 Spiele
Die langjährige französische Nationalkeeperin spielt von 2009 bis 2022 für Olympique Lyon und ist daher achtfache Champions-League-Siegerin. Nach dreizehn äußerst erfolgreichen Jahren bei OL wechselt die vierfache Welttorhüterin des Jahres im Sommer 2022 zu Paris St. Germain und zieht nach anderthalb Jahren erst zum FC Arsenal dann nach Saudi-Arabien weiter.
Bild: Jonathan Moscrop/Newscom/picture alliance
Alexia Putellas - 86 Spiele*
Die zweimalige Weltfußballerin des Jahres (2021, 2022) spielt seit 2012 für den FC Barcelona und gewinnt mit den Rot-Blauen - neben etlichen nationalen Titeln - dreimal die Champions League (2021, 2023, 2024). 2022 bremst ein Kreuzbandriss die Mittelfeldspielerin aus. Nach dem Comeback schließt sie an ihre starken Leistungen an und wird zur Rekordtorschützin ihres Klubs.(*Stand 26. März 2026)
Bild: Gongora/NurPhoto/picture alliance
Marta Torrejon - 89 Spiele*
Die ehemalige spanische Rekord-Nationalspielerin startet ihre Karriere bei Espanyol Barcelona, wo sie 2004 bereits mit 14 Jahren Profi wird. 2013 wechselt sie zum Stadtrivalen FC Barcelona und erlebt dort nach längerer Anlaufzeit ihre erfolgreichste Zeit. 2021, 2023 und 2024 gewinnt Torrejon mit Barça die Champions League. (*Stand: 18. Dezember 2025)
Bild: picture alliance/ANP
Kim Little - 90 Spiele*
Die langjährige Kapitänin des FC Arsenal spielt seit 2008 mit kurzen Unterbrechungen für die "Gunners" und gewinnt 2025 erstmals die UEFA Women’s Champions League - 18 Jahre nach dem letzten Triumph des Klubs. Die schottische Mittelfeldspielerin prägt das Team seit Jahren, ist Taktgeberin aber immer wieder auch Torschützin für den Klub aus London. (*Stand: 26. März 2026)
Bild: Andrea Amato/NurPhoto/picture alliance
Caroline Graham Hansen - 93 Spiele*
Die Norwegerin absolviert ihre ersten Einsätze in der Champions League für Stabaek FK (Norwegen) und Tyresö FF (Schweden). Von 2014 bis 2019 spielt sie für den VfL Wolfsburg und erreicht zwei Champions-League-Finals. Nach dem Wechsel zum FC Barcelona im Jahr 2019 wird sie zu einer der Stützen des erfolgreichen Barça-Teams und holt dreimal den Titel (2021, 2023, 2024). (Stand: 26. März 2026)
Bild: LLUIS GENE/AFP/Getty Images
Ramona Bachmann - 95 Spiele
Die Schweizerin kommt in ihrer Karriere weit herum und spielt für fünf Klubs in der Champions League. Nach Stationen bei Umea IK und FC Rosengard in Schweden ist sie anderthalb Saisons lang in Wolfsburg aktiv (2015-2017). Dann wechselt sie zum FC Chelsea und später zu PSG. Gewonnen hat Bachmann die Champions League allerdings nie. Seite 2024 spielt sie in den USA für Houston Dash.
Bild: Antoine Massinon/DPPI media/picture alliance
Saki Kumagai - 96 Spiele
Die Weltmeisterin von 2011 aus Japan gewinnt die Champions League mit Olympique Lyon fünfmal in Folge (2016-2020). Davor und danach ist sie mit dem 1. FFC Frankfurt (2011-2013) und dem FC Bayern (2021-2023) in der Königsklasse aktiv. Von 2023 bis 2025 spielt sie für die AS Rom in der Champions League. Mittlerweile steht Kumagai bei London City unter Vertrag.
Bild: Ulrich Wagner/picture alliance
Eugénie Le Sommer-Dariel - 102 Spiele
Die Stürmerin spielt von 2010 bis zu ihrem Abschied in Richtung Depotivo Toluca in Mexiko im Sommer 2025 für Olympique Lyon und gewinnt mit dem Klub achtmal die Champions League. Die französische Nationalspielerin ist auch abseits des Platzes im Fußball aktiv: 2018 wird sie als erste Frau in die Führung der französischen Profifußballergewerkschaft gewählt und wird 2020 deren Generalsekretärin.
Bild: Francesco Scaccianoce/ipa/picture alliance
Alexandra Popp - 112 Spiele*
Die deutsche Torjägerin bestreitet ihre ersten Spiele in der Königinnenklasse ab 2008 für den FCR Duisburg, mit dem sie den UEFA Women's Cup 2009 gewinnt. 2012 wechselt Popp zum VfL Wolfsburg und gewinnt die Champions League mit den "Wölfinnen" noch zweimal (2013, 2014). 2016, 2018 und 2020 scheitert sie mit Wolfsburg jeweils im Finale an Lyon, 2023 am FC Barcelona. (*Stand: 26. März 2026)
Die ehemalige Abwehrchefin der französischen Nationalmannschaft, die auf dem Platz meist sehr ernst, ja fast schon grimmig wirkt, ist mit Abstand die Erfahrenste in der Champions League. Renard, die seit 2007 für Olympique Lyon spielt, ist neben Bouhaddi und Le Sommer-Dariel die dritte Frau, die den Wettbewerb achtmal gewonnen hat. (*Stand: 26. März 2026)