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Gesellschaft

Große Chancenungleichheit bei Kindern

14. November 2018

In Deutschland bestimmt nach wie vor die soziale Herkunft das spätere Leben von Jugendlichen. Nicht nur in der Bildung haben Kinder aus armen Verhältnissen das Nachsehen.

Deutschland - Kinderarmut
Bild: picture alliance/dpa/J. Stratenschulte

Die Formel ist einfach: Je wohlhabender und gebildeter die Eltern, desto besser stehen die Erfolgschancen des Nachwuchses. Das geht aus dem in Berlin vorgestellten "Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland" hervor. Aber nicht nur der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen ist nach wie vor stark vom Elternhaus abhängig. Auch die geistige Gesundheit hängt davon ab. Kinder und Jugendliche aus ärmeren Verhältnissen haben häufiger psychische Probleme oder sind verhaltensauffällig.

Gerade an Gymnasien wird der Zusammenhang deutlich. Im vergangenen Jahr hatten der Studie zufolge zwei Drittel der Gymnasiasten Eltern mit Abitur. An Hauptschulen hingegen waren es lediglich 16 Prozent. Mehr als die Hälfte der Eltern dort hatte einen Hauptschulabschluss oder gar keinen Schulabschluss.

Rund 15 Prozent der Kinder armutsgefährdet

Insgesamt waren der Statistik zufolge im vergangenen Jahr 15,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland armutsgefährdet. In Deutschland gelten Menschen oder Haushalte dann als von Armut gefährdet, wenn sie weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. Besonders bedroht sind laut Studie Kinder mit Migrationshintergrund: Mit 33,3 Prozent sind sie deutlich häufiger von Armut bedroht als Kinder, die keinen Migrationshintergrund haben. Diese machen 12,7 Prozent aus. In der Gesamtheit betrachtet seien jedoch Kinder von Alleinerziehenden am stärksten gefährdet.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es den meisten Kindern in Deutschland heutzutage gut gehe. Allerdings gebe es einen Teil der unter 18-Jährigen, der benachteiligt sei und dem zentrale Rechte verwehrt würden. Der alle zwei Jahre erscheinende Sozialbericht wird von der Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und weiteren Partnern erstellt. Die Auswertung zu Kindern umfasst einen Teil des Sozialberichts.

ah/djo (epd, afp)

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