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KonflikteChina

Streit mit Japan: China nimmt nun Chip-Zulieferer ins Visier

7. Januar 2026

Im Konflikt um Äußerungen zu Taiwan verschärft China seinen Wirtschaftskurs gegenüber Japan. Nach einem Exportverbot geht es nun um angebliche Dumping-Preise.

Xi Jinping hält eine Rede am 31.12.2025
Chinas Staatschef Xi Jinping erhöht den Druck auf Japan Bild: Yan Yan/Xinhua/AP Photo/picture alliance

Die Behörden der Volksrepublik China haben eine Untersuchung zu bestimmten Importen aus Japan eingeleitet. Konkret geht es um die Chemikalie Dichlorosilan, die vor allem in der Halbleiterindustrie verwendet wird, wie das ⁠Handelsministerium in Peking ‍mitteilte.

Die Überprüfung erfolge auf Antrag chinesischer Hersteller. Diese beklagten demnach, dass die Einfuhrmengen aus Japan von 2022 bis 2024 gestiegen, die Preise jedoch um ⁠31 Prozent gefallen seien. Dies habe der heimischen Industrie geschadet.

Dem Ministerium zufolge werden insbesondere die japanischen Konzerne Shin-Etsu Chemical, Air ‌Liquide Japan und Mitsubishi Chemical ins Visier genommen. Ein Ergebnis soll Anfang nächsten Jahres vorliegen.

Exportverbot für Dual-Use-Güter

Erst am Dienstag hatte China ein Exportverbot für sogenannte Dual-Use-Güter nach Japan ‍verhängt. Dies sind Produkte, Technologien oder Software, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke verwendet ​werden können. Dabei handelt es sich etwa um hochleistungsfähige Computerchips, die in einem Laptop, aber auch in einem Raketenleitsystem eingesetzt werden können. Unter das Ausfuhrverbot fallen zudem Komponenten aus Bodenschätzen wie bestimmte Seltene Erden.

China ist für Japan ein wichtiger Lieferant dieser Rohstoffe. Die Behörden haben offiziell zunächst nicht spezifiziert, welche Güter genau von dem Verbot betroffen sind.

China spricht von "falschen" Taiwan-Äußerungen

Die kommunistische Staatsführung in Peking begründet ihr Vorgehen gegen Japan mit "falschen Äußerungen" zu Taiwan. China betrachtet den demokratisch regierten Inselstaat als Teil seines Staatsgebiets und schließt eine gewaltsame Wiedervereinigung nicht ​aus.

Japans Regierungschefin Sanae Takaichi hatte Anfang November im Parlament in Tokio nicht ausgeschlossen, dass ein ‍möglicher Angriff Chinas auf Taiwan eine militärische Reaktion Japans auslösen könnte. Takaichi, die ihr Amt am 21. Oktober 2025 angetreten hatte, gilt als scharfe China-Kritikerin.  

Ministerpräsidentin Sanae Takaichi (Archivbild): Nach ihrem Amtsantritt haben sich die japanisch-chinesischen Beziehungen deutlich verschlechtertBild: Yuichi Yamazaki/REUTERS

Die Volksrepublik reagierte auf Takaichis Worte umgehend. Die Behörden sagten Auftritte japanischer Künstler ab und riefen zum Boykott von Japan-Reisen auf. Auch wurde bereits die Einfuhr japanischer Meeresfrüchte verboten.

se/AR (rtr, ap, dpa)

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