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Politik

China lehnt neue US-Ermittlung zu Corona ab

27. Mai 2021

Die Regierung in Peking hat empört auf die Anordnung einer neuen Geheimdienst-Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus durch US-Präsident Biden reagiert. Die USA versuchten die Pandemie zu politisieren.

China | Sicherheitsbeamter am Wuhan Institut of Virology
Das virologische Institut in Wuhan bleibt bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus im Fokus der Ermittlungen (Archivbild)Bild: Koki Kataoka/AP/picture alliance

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums wies die Notwendigkeit einer solchen Untersuchung entschieden zurück. Außenamtssprecher Zhao Lijian warf den USA vor, durch angebliche Verschwörungstheorien und eine Politisierung der Pandemie von den hohen Corona-Todeszahlen im eigenen Land ablenken und China die Schuld an der Pandemie geben zu wollen.

Er wehrte sich auch gegen den Verdacht, dass das Virus nach einem Unfall aus einem chinesischen Labor entwichen sein könnte. Das Wiederaufgreifen der Laborunfall-Theorie "ist respektlos gegenüber der Wissenschaft und auch eine Störung im globalen Kampf." Den US-Geheimdiensten sprach er jede Glaubwürdigkeit ab.

Gegenseitige Anschuldigungen

Er machte auch Andeutungen, dass das Virus aus einem US-Militärlabor in Fort Detrick oder anderswo entsprungen und von Teilnehmern der Militärweltspiele im Oktober nach Wuhan gelangt sein könnte. "Es gibt viele Zweifel über Fort Detrick - und die USA haben mehr als 200 biologische Labors in der Welt", sagte Zhao Lijian. "Wie viele Geheimnisse halten die USA zurück?" Wenn die USA China aufforderten, sich an einer umfassenden Untersuchung zu beteiligen, fordere China seinerseits die USA auf, dem chinesischen Beispiel zu folgen und internationale Ermittlungen zuzulassen.

Auch WHO will Laborunfall in Wuhan nicht gänzlich ausschließen

Der Ministeriumssprecher hob hervor, dass Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Ermittlungen in der zentralchinesischen Stadt Wuhan im Februar festgestellt hatten, dass eine undichte Stelle in einem Labor "extrem unwahrscheinlich" sei. Auch hätten sie Chinas Offenheit gelobt. "Einige Leute in den USA verschließen die Augen vor den Fakten", sagte Zhao Lijian.

An dem Expertenbericht der WHO wurden bereits kurz nach der Veröffentlichung Zweifel laut. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte, die Hypothese eines Laborunfalls in Wuhan weiter zu prüfen. Zahlreiche Staaten äußerten ihre Besorgnis darüber, dass den Experten bei ihrer Untersuchung in China der Zugang zu Daten verwehrt worden sei.

Präsident Joe Biden hatte am Mittwoch die US-Geheimdienste beauftragt, innerhalb von 90 Tagen einen Bericht zum Ursprung der Pandemie vorzulegen. Bei den Geheimdiensten herrsche derzeit Uneinigkeit in der Frage, welches Szenario wahrscheinlicher sei, der Ausbruch der Pandemie durch eine Übertragung des Coronavirus vom Tier auf den Menschen oder ein Laborunfall.

Der inzwischen wiedereröffnete Markt in Wuhan, offiziell der Ausgangsort der Pandemie (Archivbild)Bild: Stephen Shaver/newscom/picture alliance

Ein Bericht des "Wall Street Journal" hatte Mutmaßungen über einen Unfall im Institut für Virologie in Wuhan vor kurzem neuen Auftrieb gegeben. Die Zeitung berichtete am Sonntag unter Berufung auf einen US-Geheimdienstbericht, im November 2019 seien drei Mitarbeiter des Instituts so schwer erkrankt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die ersten Corona-Infektionen waren Ende 2019 in Wuhan bekannt geworden.

qu/uh (dpa, afp)

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