Chinas Wirtschaft schwächelt
13. April 2012
Für europäische Verhältnisse wären es traumhafte Wachstumsdaten, doch für China bedeuten sie eine Verlangsamung: Die chinesische Wirtschaftsleistung legte nach den Zahlen der chinesischen Behörden im ersten Quartal 2012 um 8,1 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt mit 8,3 Prozent gerechnet. Im Vorquartal hatte das Wachstum noch 8,9 Prozent betragen.
Das Statistikamt sprach von einem "gemäßigten schnellen Wachstum". Die Wirtschaft des großen Schwellenlandes ist im globalen Vergleich zwar immer noch ein Lichtfleck, doch kann sein Wachstum nur noch weniger zur globalen Erholung beitragen. Im vergangenen Jahr hatte das Plus noch bei 9,2 Prozent gelegen.
Immobilienmarkt kühlt sich ab
Nach Angaben des Statistikamtes hat sich auch der überhitzte Immobilienmarkt in China etwas abgekühlt. Die Transaktionen bei Apartments und Wohnhäusern fielen um 14 Prozent. Die Investitionen im Immobiliensektor stiegen im ersten Quartal nur noch um 23,5 Prozent oder 4,4 Prozentpunkte weniger als im ganzen vergangenen Jahr. Die städtischen Anlageinvestitionen insgesamt legten um 20,9 Prozent zu - 2,9 Punkte weniger als im Gesamtjahr 2011.
Die Weltbank rechnet in China in diesem Jahr nur noch mit 8,2 Prozent Wachstum. Gründe sind die geringere Nachfrage nach Exporten unter anderem aus dem schuldengeplagten Europa, ein langsameres Wachstum des Konsums und der Investitionen. Die Vorhersage der Weltbank für 2013 ist mit 8,6 Prozent aber wieder besser.
Erholung in kommenden Monaten?
Die Regierung hatte das Wachstumsziel im März sogar auf 7,5 Prozent gesenkt, liegt damit aber traditionell deutlich unter der tatsächlichen Entwicklung. Nach einem schwachen Januar und Februar deuten die Wirtschaftsdaten im März auf eine Erholung hin, wie das Statistikamt berichtete. Die Wirtschaft habe sich stabilisiert. Die Industrieproduktion stieg im ersten Quartal insgesamt um 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
pb/hp (rtr, dpa)