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Politik

Chinesischer Aktivist muss zwölf Jahre in Haft

29. Juli 2019

Er galt als erster "Cyber-Dissident" Chinas - nun ist Huang Qi zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach damit eines der härtesten Urteile der vergangenen Jahre aus.

China Huang Qi
Der Online-Aktivist in seinem Apartement in Chengdu 2015Bild: Getty Images/AFP/F. Dufour

Huang sei der "Verbreitung von Staatsgeheimnissen" für schuldig erklärt worden, teilte das Gericht in der südchinesischen Stadt Mianyang mit. Der 56-jährige Online-Aktivist hatte auf seiner Webseite unter anderem über Korruption und die Menschenrechtslage in China berichtet. Auf dem chinesischen Festland wurde die Seite zensiert.

Huang habe "ausländischen Stellen Staatsgeheimnisse" zur Verfügung gestellt, urteilte das Gericht. Seit Xi Jinping im Jahr 2012 Präsident Chinas wurde, sind nur wenige Dissidenten in dem Land so hart bestraft worden.

Huang sitzt seit 2016 in Untersuchungshaft

Huang Qi hat sich intensiv mit dem Thema Korruption beschäftigt (Archivbild)Bild: picture-alliance/AP Photo/Gillian Wong

Im November 2016 erhielt Huang einen internationalen Pressefreiheitspreis. Kurz darauf wurde Huang in seiner Heimatstadt Chengdu in der Provinz Sichuan festgenommen; seither saß er in Untersuchungshaft. Menschenrechtsorganisationen verurteilten die Umstände seiner Haft und warfen den Behörden vor, Huang medizinische Hilfe zu versagen. Huang leidet unter hohem Blutdruck und einer schweren Nierenerkrankung.

Huang berichtete über Erdbeben in Sichuan

Bereits zuvor war er mehrfach im Gefängnis, unter anderem nachdem er kritisch über die Folgen des schweren Erdbebens in Sichuan von 2008 berichtet hatte. Fast 87.000 Menschen wurden bei dem Beben getötet oder gelten als vermisst. Die Öffentlichkeit warf den Behörden Versäumnisse bei den Bauarbeiten in der Region vor.

nob/uh (afp, ap)

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