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Claudia Roth: Hilfe für ukrainische Künstler

26. Februar 2022

Nach Gesprächen mit ukrainischen und russischen Kulturschaffenden haben Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Staatsministerin Katja Keul unter anderem schnelle finanzielle Hilfe angekündigt.

Claudia Roth
Kulturstaatsministerin Claudia RothBild: Michael Sohn/AP Photo/picture alliance

Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Staatsministerin Katja Keul haben sich am Freitag (25. Februar) im Bundeskanzleramt mit russischen und ukrainischen Kulturschaffenden ausgetauscht. Anlass war die aktuelle Situation in der Ukraine. An den Gesprächen nahmen - teils in Präsenz, teils zugeschaltet - unter anderem die Kulturmanagerin Kateryna Stetsevych, der DJ, Musiker und Autor Yuriy Gurzhy, der Bildende Künstler Daniel Spivakov und die Vilonistin Marina Bondas.

Claudia Roth sagte: "Journalistinnen und Journalisten wie Kulturschaffende haben sich mit großem Einsatz für eine demokratische Entwicklung in der Ukraine in den vergangenen Jahren stark gemacht. Diese sind von der militärischen Aggression Putins nun besonders bedroht." Ziel sei es, ihnen schnelle und unkomplizierte Hilfe in Deutschland zu ermöglichen.

Kulturmanagerin Kateryna Stetsevych war bei dem Austausch dabeiBild: Christian Grube/ArcheoPix/imago images

Eine Million Euro Soforthilfe

Roth habe sich zuvor auch mit Außenministerin Annalena Baerbock über die Lage für gefährdete Kulturschaffende ausgetauscht und entschieden, eine Million Euro als Soforthilfe aus dem Haushalt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zur Verfügung zu stellen, "um gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt mehr flüchtenden Kulturschaffenden die Aufnahme zu ermöglichen."

Die Initiative sei auch ein Angebot an andere europäische Partner, daran mitzuwirken. "Wir werden das Thema im Kreis unserer europäischen Kolleginnen und Kollegen beim informellen EU-Kulturministerinnen und -ministertreffen am 7. März weiter vertiefen", so Roth. "Solidarität mit unseren Partnerinnen und Partnern ist das Gebot der Stunde. Mit unseren bestehenden Schutzprogrammen für gefährdete Kunst- und Kulturschaffende, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Studierende, Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger können wir schnell und entschlossen helfen", erklärte Staatsministerin Katja Keul.

Yuriy Gurzhy (links), hier mit dem Autor Wladimir KaminerBild: Jörg Carstensen/dpa/picture alliance

Kunst und Kultur "Lebenselixiere der Demokratie"

Roth bezeichnete den Krieg als "Angriff auf die Grundidee der Demokratie. Das Putin-Regime bekämpft die Entwicklung einer von den Ukrainerinnen und Ukrainern selbst gewählten freien und pluralistischen demokratischen Grundordnung in seiner direkten Nachbarschaft mit Bomben und Granaten. Eine offene Demokratie ist Voraussetzung für die freie Entfaltung von Kunst und Kultur und von unabhängigen Medien." Kunst und Kultur sowie freie Medien seien "Lebenselixiere der Demokratie", so Roth.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sprach Claudia Roth davon, wie wichtig es zudem sei, die Ukraine als souveränes, eigenständiges Land in Deutschland zu präsentieren. Ihr sei sehr eindringlich gesagt worden, dass Deutschland Orte dafür brauche, "wo wir der Ukraine eine Stimme geben, wo wir erkennbar machen: Was ist die Ukraine als souveräner Staat, mit der eigenen Sprache, mit der eigenen Literatur, mit Kunst und Kultur?"

pj/ack (BKM/DLF)

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