1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

Corona-Inzidenz überspringt 200er-Schwelle

8. November 2021

Auch wenn die Sieben-Tage-Kennzahl an Bedeutung verloren hat, dürfte der jüngste Wert so manchen Politiker in Deutschland nervös werden lassen. SPD, Grüne und FDP wollen den Kampf gegen die Pandemie gemeinsam aufnehmen.

Deutschland | Coronavirus | Inzidenz über 200
Bild: Rüdiger Wölk/imago images

In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz über die Marke von 200 geklettert - nämlich exakt auf 201,1, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen auf Basis der Daten der örtlichen Gesundheitsämter mitteilte. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 154,8 gelegen, vor einem Monat bei 63,8.

Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich binnen einer Woche mit dem Coronavirus nachweislich angesteckt haben. Insgesamt fielen in Deutschland bislang fast 4,8 Millionen Corona-Tests positiv aus - bei einer Einwohnerzahl von rund 83 Millionen. Gestorben an oder mit einer SARS-CoV-2-Infektion sind nach offiziellen RKI-Angaben 96.558 Menschen in der Bundesrepublik (Stand: 08.11.2021).

Testpflicht in der Pflege?

SPD, Grüne und FDP wollen an diesem Montag einen Gesetzentwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorstellen. Der Hintergrund: Am 25. November läuft in Deutschland der Sonderstatus der "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" aus, den die drei "Ampel"-Parteien nicht verlängern wollen.

Besonders gefährdet: Menschen in PflegeheimenBild: Frank Molter/dpa/picture-alliance

Aus Fraktionskreisen hatte es am Wochenende geheißen, die drei möglichen Koalitionspartner wollten unter anderem neue Regelungen zu Corona-Tests festschreiben. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" wird für Pflegeheime eine tägliche Testpflicht für Mitarbeiter und Besucher erwogen - auch wenn diese geimpft oder genesen sind. Vertreter von FDP und Grünen plädierten zudem dafür, sogenannte Bürgertests im Winterhalbjahr wieder kostenfrei anzubieten.

"Scheinsicherheit"

Auf eine bundesweite "2G"-Regel, die nur noch Geimpften und Genesenen den Zutritt zu vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ermöglichen würde, wollen die "Ampel"-Parteien wohl verzichten. Das lasse sich aus ihrer Sicht nicht rechtssicher machen, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.

In Sachsen, dem Bundesland mit der derzeit höchsten Inzidenz (491,3), gilt "2G" bereits ab diesem Montag. Auch im Bundesland Berlin müssen sich Ungeimpfte auf stärkere Einschränkungen einstellen. "2G wird vorbereitet", kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci an.

"2G": Ein Corona-Test reicht für einen Restaurantbesuch nicht mehr ausBild: Robert Michael/dpa/picture alliance

Die Virologen Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit warnten vor einer "Scheinsicherheit" mit "2G". Auch Geimpfte könnten sich infizieren und das Virus übertragen, betonte Schmidt-Chanasit. Streeck erklärte: "Die Geimpften haben das Gefühl, sie sind nicht mehr Teil der Pandemie und verhalten sich auch entsprechend risikoreich. Das zweite Problem sind die Ungeimpften, die ausgeschlossen werden und sich noch weniger testen lassen."

wa/ml (dpa, afp, rtr)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen