Grönland: Dänemark sieht verdeckte US-Einflussnahme
27. August 2025
Im Streit um die von US-Präsident Donald Trump beanspruchte Insel Grönland hat die dänische Regierung den Leiter der amerikanischen Botschaft in Kopenhagen einbestellt. Medien berichteten über verdeckte amerikanische Einflusskampagnen in Grönland. Ziel ist es demnach, eine Abspaltung der Insel von Dänemark und einen Anschluss an die USA zu erreichen.
"Uns ist bewusst, dass ausländische Akteure weiterhin Interesse an Grönland und seiner Stellung im Königreich Dänemark zeigen", erklärte Außenminister Lars Løkke Rasmussen am Mittwoch. "Es ist daher nicht überraschend, wenn wir in der kommenden Zeit Versuche von außen erleben, die Zukunft des Königreichs zu beeinflussen."
Nicht der erste Versuch einer Einflussnahme
Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender DR hatte berichtet, dass mindestens drei US-Präsident Donald Trump nahestehende Mitarbeiter der US-Regierung versuchten, in Grönland Einfluss zu nehmen. Dänische Medien hatten bereits im Mai über mutmaßliche US-Spionage in dem autonomen Gebiet berichtet. Kopenhagen hatte sich empört gezeigt.
Grönland gehört zu der ehemaligen Kolonialmacht Dänemark, ist aber weitgehend autonom. US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Übernahme der rohstoffreichen Rieseninsel Grönland durch die USA gedroht und dabei auch die Anwendung von Gewalt nicht ausgeschlossen. Trumps Stellvertreter JD Vance hatte am 28. März den US-Militärstützpunkt Pituffik im Nordwesten Grönlands besucht, was weithin als Provokation gewertet wurde.
fab/jj (afp, rtr)
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