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Politik

Dürre in Afrika wird schlimmer

Daniel Pelz
5. Januar 2017

Hungernde Menschen, sterbende Tiere, aber kein Regen: Die Dürre in Ostafrika wird immer schlimmer. 2017 soll sie ihren Höhepunkt erreichen.

Somali Äthiopien Shinile-Zone Dürre erschwert Lebensbedingungen
Bild: J. Jeffrey

Burhan Semakula sieht die Not jeden Tag: "Die Pflanzen sind vertrocknet.  Es ist sehr schwer, an Nahrung zu kommen. Auch die Tiere sind betroffen. Wir mussten sie umsiedeln, um sie vor der Dürre zu bewahren." Er ist Lehrer im Distrikt Luwero im Süden Ugandas. 85 Prozent der Einwohner leben von der Landwirtschaft. Doch ohne Regen geht das nicht mehr. "Unser Essen reicht nicht aus, es ernährt uns nicht mehr", klagt Semakula.

Die Dürre hat auch Folgen für den Rest des Landes. "Wenn nichts geschieht, wird das unser Wirtschaftswachstum deutlich behindern," warnt Finanzminister Matia Kasaija. Zudem belastet der Hunger den Staatshaushalt. "Vielleicht müssen wir unsere Ausgaben in anderen Bereichen reduzieren, damit keine Ugander sterben", prophezeit der Minister. 

Das Schlimmste kommt noch

Rund 34 Millionen Afrikaner sind von der Dürre betroffen. In Kenia, Äthiopien und Somalia ist die Lage besonders schlimm. 12 Millionen Menschen brauchen Lebensmittelhilfe. Alle Länder waren 2015 und 2016 vom Wetterphänomen El Nino betroffen. "Das hat zu einer humanitären Krise geführt", sagt Shukri Ahmed von der UN-Welternährungsorganisation FAO. "Die anhaltende Dürre wird die schwierige Situation mit großer Wahrscheinlichkeit noch verschlimmern." 

In den nächsten Monaten soll die Dürre ihren Höhepunkt erreichen. Bis dahin könnte die Zahl der Hungernden steigen. Zum Beispiel in Kenia. Eine neuen Dürre wird 2017 Teile des Landes treffen. Seit mehr als einem Jahr regnet es in manchen Gegenden nicht mehr richtig.

Nomaden - hier in Äthiopien - können ihre Tiere kaum noch zu fairen Preisen verkaufen.Bild: J. Jeffrey

"Zu den besonders betroffenen Regionen gehört der Nordosten Kenias mit Städten wie Garissa, Wajir oder Mandera", warnt Entwicklungsexperte Titus Mung'ou. "Dort haben Viehhüter mehr als 100.000 Tiere verloren."

Die meisten Bewohner in Kenias armem Norden leben von Viehzucht. Die Dürre trifft sie gleich doppelt. Ihre Herden sind hungergeschwächt. Zu fairen Preisen können sie ihre Tiere daher nicht mehr verkaufen. Weil viele Besitzer gleichzeitig verkaufen wollen, fallen die Preise weiter. Gleichzeitig kosten aber Lebensmittel wegen der Dürre immer mehr.

Keine Chance auf Bildung

In Äthiopien brauchen mehr als 5 Millionen Menschen Hilfe. Die Dürre hat immer mehr Auswirkungen. Zum Beispiel auf die Bildung. Zwei Schulen musste Negash Ullala von der Schulbehörde im Verwaltungsbereich Guji schon schließen. "Es ist schwierig, den Unterricht fortzusetzen, wenn die Einwohner in andere Gegenden umziehen", sagt Ullala.

Das tun sie aber nicht freiwillig. "Die Nomaden in dieser Gegend sind mit ihren Kindern weitergezogen. Sie suchen Wasser und Gras für ihre Tiere," erklärt er. Insgesamt seien rund 52.000 Schüler in der Region betroffen. 

Um die seltenen Regenfälle nutzbar zu machen, müssen Vorsorgen getroffen werden - wie hier beim Dammbau in Kenia.Bild: picture-alliance/AA/R. Canik

Langfristige Maßnahmen unerlässlich

Hilfsorganisationen mahnen zur Eile. Mit Saatgut, Lebensmittelhilfen oder Wasser für Viehherden wollen sie die Krise in den Griff bekommen. Doch zusätzlich sind auch langfristige Hilfen nötig. Durch den Klimawandel werden extreme Wetterphänomene häufiger.

"Wir suchen nach Wegen, um insbesondere Landwirte besser aufzuklären. Sie müssen sich an die veränderten klimatischen Bedingen anpassen", sagt der Kenianer Mung'ou. Für ihn gehört dazu, dass Landwirte in der Regenzeit genug Vorräte zurücklegen. Auch Zugang zu Dünger und Saatgut seien wichtig. Und: "Die Klimaforscher müssen hier mit den Landwirten Hand in Hand arbeiten." Nachhaltig angelegte Maßnahmen wie etwa eine gezielte Aufforstung könnten helfen, den Landwirten langfristig das Überleben zu sichern.

Mitarbeit: Zainab Aziz, Tsehay Filatie, Lilian Mtono

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