Wieder Tote bei US-Angriff auf mutmaßliches Schmugglerboot
15. April 2026
Das US-Militär hat bei einem Angriff auf ein mutmaßliches Drogenschmuggler-Boot im östlichen Pazifik vier Männer getötet. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste befand sich das Boot auf einer bekannten Route von Drogenschmugglern. Das teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Southcom auf der Plattform X mit.
Mindestens 170 Tote
Seit September des vergangenen Jahres hat die US-Armee dutzende Schiffe im Pazifik und in der Karibik angegriffen, die angeblich in den Drogenhandel verwickelt waren. In Agenturberichten heißt es, durch die US-Angriffe auf mutmaßliche Drogenschmuggler seien in den vergangenen Monaten mehr als 170 Menschen getötet worden.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump spricht von "Narko-Terroristen", die in Lateinamerika agieren. Washington hat jedoch nie eindeutige Beweise vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Einige von ihnen waren nach Angaben von Behörden in Pazifikstaaten und nach Aussage von Angehörigen Fischer. Kritiker stufen die Angriffe auch deshalb als völkerrechtswidrig ein.
Noboa lobt die USA
Es gibt allerdings auch Befürworter des US-amerikanischen Vorgehens. Zu ihnen gehört der rechtsgerichtete Präsident Ecuadors, Daniel Noboa. Er ist ein enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump. Der ecuadorianische Präsident hat mehrfach erklärt, dass Washington zu den "Verbündeten" in der Region gehöre, die sich an der Operation gegen Drogenkartelle beteiligen würden. Diese Kartelle würden über die Häfen Ecuadors Kokain auf die internationale Märkte schmuggeln.
Etwa 70 Prozent der Drogen, die von Kolumbien und Peru - dem weltweit größten und zweitgrößten Kokainproduzenten - hergestellt werden, kommen über Ecuador in die Vereinigten Staaten und in andere Länder. Ecuador galt einst als eines der sichersten Länder Südamerikas. Seit es zu einer Drehscheibe für den Drogenhandel geworden ist, hat die Gewalt dort extrem zugenommen.
haz/pgr (dpa, afp)
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