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Das ungewöhnliche Sexleben des Clownfischs

Harald Franzen
30. Juni 2017

"Findet Nemo" hat den Clownfisch mit einem Schlag weltberühmt gemacht. Von seinem ungewöhnlichen Sexleben erzählt er nichts.

Clownfisch
Bild: imago/OceanPhoto

Jeder liebt Nemo und seinen überfürsorglichen Papa Marlin, das Clownfisch-Duo vom Great Barrier Reef, das durch zwei animierte Blockbuster unsterblich geworden ist. Im ersten Film muss Marlin nach dem Tod seiner Frau seinen Sohn Nemo alleine großziehen und besteht viele haarsträubende Abenteuer, um ihn zu retten. Doch wäre es die Geschichte eines echten Clownfischs, wäre sie noch verrückter verlaufen.

Clownfische sind monogam, soweit stimmt die Geschichte, aber in der Wildnis haben die bunten Fische nicht den Luxus, alleine als Paar in einer Anemone zu leben. Weil die giftigen Tentakeltiere den kleinen Fischen lebenswichtigen Schutz bieten, sind sie als Wohnort heiß begehrt (zumindest unter Clownfischen), und es kann es dort recht voll werden. Einfamilienhaus? Nix da. Stattdessen müssen alle zusammenrücken, und das klappt nur dank einer strengen Hierarchie. Das Ergebnis: Sex bleibt das Privileg des dominanten Pärchens.

Soweit gar nicht so ungewöhnlich. Interessant wird es, wenn der Boss stirbt. Der, beziehungsweise die, ist in diesem Fall das dominante Weibchen. Clownfische werden immer als Männchen geboren, können aber später weiblich werden. Stirbt nun das Weibchen, wechselt das dominante Männchen kurzerhand das Geschlecht und wird zur Herrin des Hauses. Das nächste Männchen in der Rangordnung (ja, im Kinofilm wäre das Nemo gewesen) rückt nach und wird ihr neuer Partner.

Das wäre mal ein Film geworden! 

Bild: Colourbox.com