Viele Tote nach Erdrutsch in Coltan-Mine im Ostkongo
31. Januar 2026
Bei einem Grubenunglück im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind in dieser Woche nach Angaben von Rebellen mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte der Sprecher des von den Rebellen eingesetzten Gouverneurs der Provinz, Lubumba Kambere Muyisa mit. Der Einsturz in der Coltan-Mine Rubaya ereignete sich demnach bereits am Mittwoch nach starken Regenfällen. Ein weiterer Erdrutsch folgte am Donnerstag. "Mehr als 200 Menschen wurden Opfer dieses Erdrutsches, darunter Bergleute, Kinder und Marktfrauen", sagte Muyisa. Einige Menschen seien mit schweren Verletzungen gerettet worden. Aus dem Umfeld des Gouverneurs hieß es, die Zahl der bestätigten Toten liege bei mindestens 227.
Reiche Bodenschätze, Bevölkerung bleibt arm
Trotz ihres enormen Reichtums an Bodenschätzen zählt die Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo zu den ärmsten der Welt. In Rubaya wird Coltan gefördert. Aus dem Erz wird Tantal gewonnen, ein hitzebeständiges Metall, das von Herstellern von Mobiltelefonen, Computern und Gasturbinen stark nachgefragt wird.
Dem U.S. Geological Survey zufolge produzierte das Land im Jahr 2023 etwa 40 Prozent des weltweiten Coltan-Angebots - wobei Australien, Kanada und Brasilien weitere große Lieferanten sind. Über 15 Prozent der weltweiten Tantalversorgung stammen aus den Minen von Rubaya.
Der Standort, an dem die lokale Bevölkerung für wenige Dollar pro Tag von Hand gräbt, steht seit 2024 unter der Kontrolle der Rebellengruppe M23. Die Arbeitsbedingungen in vielen Minen des rohstoffreichen Landes gelten als prekär - Sicherheitstechnik ist häufig nicht vorhanden, in zahlreichen Minen gibt es auch Kinderarbeit.
Rebellengruppe M23 beutet aus
Nach Angaben der Vereinten Nationen plündert die M23 die Rohstoffe der Mine, um ihren Aufstand zu finanzieren. Schätzungen von UN-Experten zufolge verdienen die Rebellen rund 800.000 Dollar monatlich mit dem Coltan-Abbau in Rubaya. Dabei werde sie von der Regierung des benachbarten Ruanda unterstützt, was diese jedoch bestreitet.
Zwischen der DR Kongo und Ruanda schwelt seit Jahrzehnten ein blutiger Konflikt um den an Bodenschätzen reichen Osten der DR Kongo. Anfang des Jahres war dort die M23 eingefallen, wodurch sich die Lage nochmals verschärft hatte. Im Zuge dieser Offensive hatte die M23 unter anderem die Großstädte Goma und Bukavu eingenommen.
Der Osten des Kongo steckt seit Jahrzehnten immer wieder in Krisen. Verschiedene Konflikte haben eine der größten humanitären Krisen der Welt geschaffen, mit mehr als 7 Millionen Vertriebenen, darunter mehr als 300.000, die seit Dezember ihre Häuser verlassen haben.
as/pg (afp, rtr, ap)
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