Dank Super-Joker Undav: DFB-Elf in der K.o.-Runde
21. Juni 2026
Der eingewechselte Stuttgarter drehte gegen die Elfenbeinküste in Toronto das Spiel und sicherte beim 2:1 (0:1) den nächsten Dreier. Damit ist der DFB-Elf das erstmalige Weiterkommen seit dem Triumph von 2014 nicht mehr zu nehmen. In einem von Zweikämpfen und Umschaltmomenten mit Höchstgeschwindigkeit geprägten Spiel glich Undav (68.) zunächst die ivorische Führung von Kapitän Franck Kessié (30.) aus.
Entscheidung erst ganz zum Schluss
Und er hatte noch nicht genug: In der Nachspielzeit (90.+4) sicherte er den elften Sieg in Serie und den Traumstart mit zwei Erfolgen - das gelang zuletzt beim "Sommermärchen" 2006. Nach dem Kantersieg gegen Curaçao (7:1) war es der erwartete Härtetest, im Gruppenfinale am Donnerstag wartet gegen Ecuador im Endspielstadion von East Rutherford der nächste Prüfstein - das DFB-Team kann ihm gelassen entgegenblicken, die Rückkehr vor die Tore New Yorks zum Finale am 19. Juli bleibt der große Traum.
Der Sieg gegen die Elfenbeinküste war allerdings nicht leicht erkämpft. Sechs Tage nach dem 7:1-Knallerstart in das XXL-Turnier gegen Sparringspartner Curaçao war von Beginn klar, dass der Afrikameister von 2024 ein ganz anderer WM-Prüfstein werden würde. Zwar starteten die elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann wie beim Auftakt aufgebotenen Spieler um Reizfigur Leroy Sané dominant und selbstbewusst in die Partie. Aber der Respekt vor dem Tempo-Test gegen die Powerfußballer war allgegenwärtig.
"Ich stehe richtig"
Nach dem hart erkämpften Sieg gab sich Zweifach-Torschütze Deniz Undav bescheiden: Auf die Frage, wie ihm seine Tore gelungen seien, antwortete er: "Keine Ahnung. Ich stehe richtig. Meine Mitspieler machen es mir einfach. Ich versuche einfach, da zu stehen. Wir sind auf einem guten Weg, aber jede Mannschaft ist schwer. Wir müssen jetzt den Flow mitnehmen."
Bundestrainer Nagelsmann erklärte nach dem Sieg: "Es war emotional. Jeder Spieler hat heute seine Wertigkeit gespürt. Die Gruppe hat sich den Sieg erarbeitet. Am Ende war es sehr offen, aber das ist normal, wir wollten gewinnen. Es waren zwei Top-Tore von Deniz, er ist einfach ein Vollblut-Stürmer. Er macht zwei super Tore, ohne Nachdenken. Er weiß, wo das Tor steht."
Emerse Faé, der Trainer der Elfenbeinküste zollte seiner eigenen Mannschaft Respekt, aber auch dem deutschen Team: "Das war ein hochklassiges Spiel. Leider haben wir nicht das 2:0 gemacht, das ist schade. Aber wir haben ein gutes Spiel gemacht, die Details waren entscheidend. Man hat auch den Unterschied bei der Erfahrung gesehen. Wenn man gegen große Mannschaften spielt, ist man nie davor geschützt, dass man ein Gegentor bekommt."
haz/ww (dpa, sid)