Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt das zweite WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste und wird Gruppensieger, droht aber einen zentralen Spieler zu verlieren.
Matchwinner Deniz Undav wird von Bundestrainer Julian Nagelsmann gefeiertBild: Bahho Kara/Kirchner-Media/IMAGO
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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat es geschafft. Nach zwölf Jahren hat das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann erstmals wieder eine K.o.-Runde bei einer Weltmeisterschaft erreicht.
Dank des knappen 2:1 (0:1)-Erfolges über die Elfenbeinküste und des überraschenden Punktgewinns von Curaçao beim 0:0 gegen Ecuador steht sogar schon vor dem Abschluss der Vorrunde bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko sogar schon der Gruppensieg für das DFB-Team fest.
"Es war emotional. Jeder Spieler hat heute seine Wertigkeit gespürt. Die Gruppe hat sich den Sieg erarbeitet", sagte Nagelsmann. "Am Ende war es sehr offen, aber das ist normal, wir wollten gewinnen. Es waren zwei Top-Tore von Deniz, er ist einfach ein Vollblut-Stürmer."
Tah: "Siegermentalität, Teamgeist - wir hatten genau das"
Der eingewechselte Stuttgarter drehte gegen die Elfenbeinküste mit zwei Toren das Spiel. "Wie ich das mache? Keine Ahnung. Ich stehe richtig. Meine Mitspieler machen mir es einfach. Ich versuche einfach, da zu stehen. Wir sind auf einem guten Weg, aber jede Mannschaft ist schwer. Wir müssen jetzt den Flow mitnehmen."
Damit ist der DFB-Elf das erstmalige Weiterkommen seit dem Triumph von 2014 nicht mehr zu nehmen. "Siegermentalität, Teamgeist - wir hatten genau das, was man braucht, um in einem Turnier erfolgreich zu sein. Wir haben nicht aufgegeben, immer weitergemacht. Die Jungs von der Bank haben Energie reingebracht. Deniz muss man hervorheben, überragend!"
Die große Freude über den Erfolg bei dieser WM wurde von der Verletzung von Innenverteidiger Nico Schlotterbeck überschattet, der sich am linken Sprunggelenk verletzte. "Er hat irgendwas im Innenband, ich weiß noch nicht, was", sagte Nagelsmann nach dem Spiel. "Er muss morgen ins MRT, es sieht leider nicht ganz so gut aus."
Fußball-Persönlichkeiten wie Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Toni Kroos haben das DFB-Team jahrelang geprägt. Welche anderen deutschen Ausnahmespieler sind unter den Top-Ten mit den meisten Länderspiel-Auftritten?
Bild: Kenzo Koba/Sven Simon/picture alliance
Jürgen Klinsmann - 108 Spiele
Der schnelle Stürmer debütiert im Dezember 1987 als 23-Jähriger im DFB-Team, wo er bald gemeinsam mit Rudi Völler das deutsche Angriffsduo bildet. Klinsmann, der 1988 auch bei den Olympischen Spielen dabei ist, wird 1990 mit Deutschland Weltmeister, 1996 Europameister. Seine Karriere im Nationalteam beendet er nach der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich.
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Joshua Kimmich - 111 Spiele*
Der Defensivspieler vom FC Bayern München debütiert 2016 kurz vor der EM im DFB-Dress. Meist muss er als Rechtsverteidiger aushelfen, spielt aber am liebsten im defensiven Mittelfeld. Kimmich ist bei zwei Weltmeisterschaften (2018, 2022) und drei Europameisterschaften (2016, 2021, 2024) dabei. Im Herbst 2024 wird er Kapitän des Nationalmannschaft. (*Stand 15. Juni 2026)
Bild: Kai Pfaffenbach/REUTERS
Philipp Lahm - 113 Spiele
Der Außenverteidiger wird im Februar 2004 Nationalspieler. Schnell etabliert er sich als Stammkraft auf der linken Seite und ist ab der EM 2004 bei allen Turnieren dabei. Höhepunkt seiner Karriere im DFB-Dress ist der Sieg bei der WM 2014, bei der Lahm die Mannschaft als Kapitän anführt. Das Finale von Rio ist Lahms letztes Länderspiel. Nach dem WM-Erfolg tritt er aus dem DFB-Team zurück.
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Toni Kroos - 114 Spiele
Mit 18 Jahren ist er als jüngster deutscher Akteur bei der WM 2010 in Südafrika dabei. Bis zu seinem Rücktritt nach der EURO 2021 verpasst der Mittelfeldspieler von Real Madrid kein großes Turnier. Größter Erfolg ist der WM-Titel 2014 in Brasilien. Zur EM 2024 wird er von Bundestrainer Julian Nagelsmann reaktiviert und ist dort Chef auf dem Platz. Mit dem Aus gegen Spanien endet seine Karriere.
Bild: Lee Smith/REUTERS
Bastian Schweinsteiger - 121 Spiele
Der Mittelfeldspieler nimmt an drei Welt- und vier Europameisterschaften teil. Als einer der Jüngsten fährt er mit zur EM 2004. 2014 gehört er in Brasilien zum Stammpersonal der Weltmeister-Elf. Im Finale lässt sich Schweinsteiger trotz klaffender Wunde unter dem Auge nicht auswechseln. Sein letztes Turnier wird die EM 2016. Kurz danach wird er beim Freundschaftsspiel gegen Finnland verabschiedet.
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Manuel Neuer - 125 Spiele*
Neuer debütiert im Juni 2009 im Nationalteam und wird zur WM 2010 Stammkeeper, weil sich die Nummer eins, René Adler, kurz vor dem Turnier verletzt. Neuer behält seinen Status bei allen großen Turnieren - trotz Verletzungen. 2014 wird er Weltmeister. Nach dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM 2024 erklärt er seinen Rücktritt und wird nach zwei Pausen zur WM 2026 reaktiviert. (*Stand: 15. Juni 2026)
Bild: Philipp Guelland/epa/AP/picture alliance
Lukas Podolski - 130 Spiele
Von der EURO 2004 bis zur Europameisterschaft 2016 ist der schnelle Flügelstürmer fester Bestandteil des DFB-Teams. Als gegen Ende die fußballerischen Leistungen nicht mehr erstklassig sind, nominiert ihn Bundestrainer Löw dennoch, wegen seines positiven Charakters und für die gute Stimmung im Team. Seinen größten Erfolg feiert Podolski mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014.
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Thomas Müller - 131 Spiele
Der Bayern-Stürmer debütiert kurz vor der WM 2010, wo er anschließend WM-Torschützenkönig wird. 2014 wird er Weltmeister. Nach der WM 2018 endet Müllers DFB-Karriere vorübergehend, weil Bundestrainer Joachim Löw ihn, Mats Hummels und Jerome Boateng ausmustert. Kurz vor der EM 2021 holt Löw ihn aber zurück. Er ist auch bei der WM 2022 und der Heim-EM 2024 dabei. Nach dem Turnier tritt er zurück.
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Miroslav Klose - 137 Spiele
13 Jahre lang trägt der erfolgreichste Torjäger des Nationalteams das DFB-Trikot. Sein Debüt gibt Klose 2001 gegen Albanien und erzielt kurz nach seiner Einwechslung das Siegtor. 2002 wird er mit Deutschland Vizeweltmeister, 2014 Weltmeister. Durch seine zwei Treffer in Brasilien wird er zum WM-Rekordtorschützen (insgesamt 16). Nach dem Turnier gibt Klose seinen Rücktritt aus dem DFB-Team bekannt.
Bild: Fernando Bizerra Jr./dpa/picture alliance
Lothar Matthäus - 150 Spiele
20 Jahre liegen zwischen dem ersten und dem letzten Länderspiel des Rekordspielers. Matthäus debütiert bei der EM 1980 in Italien, das Vorrunden-Aus bei der EURO 2000 ist auch sein Ende im Nationalteam. Dazwischen liegt sein größter Erfolg: die Weltmeisterschaft 1990. Matthäus spielt bei fünf Welt- und drei Europameisterschaften. 1996 beim EM-Sieg ist er allerdings nicht dabei.