Der Fall Khaled el-Masri
6. April 2022
Der Film erzählt, wie geopolitische Machtinteressen Khaled el-Masris Leben zerstörten.
Khaled el-Masri, deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln, verschwindet Ende 2003 bei einer Busreise an der mazedonischen Grenze. Die CIA verschleppt ihn in ein Geheimgefängnis in der Nähe von Kabul. Er wird verdächtigt, Mitglied der Al-Qaida bzw. Teil einer mutmaßlichen islamistischen Terror-Szene zu sein.
Nach seiner Freilassung geht El-Masri mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit. Maßgeblich durch ihn kommt das Extraordinary-Rendition-Programm des amerikanischen Geheimdienstes - das Entführen einer Person von einem Staat zum anderen ohne juristische Grundlage - ans Tageslicht. Nach den Anschlägen des 11. September 2001 schien der Regierung von US-Präsident George W. Bush jedes Mittel gerechtfertigt, um den internationalen Terrorismus zu bekämpfen.
In den Jahren nach der Entführung kämpft el-Masri vergeblich für eine Entschuldigung und die Wiederherstellung seiner Würde. Weder die deutsche noch die amerikanische Regierung gehen auf seine Anschuldigungen ein, obwohl der damalige deutsche Innenminister Otto Schily durch die US-Behörden kurz vor der Freilassung über den Fall el-Masri informiert worden war.
El-Masri, vermutlich durch die Folter traumatisiert, wird zum Brandstifter, verprügelt den Bürgermeister von Neu-Ulm und muss für insgesamt fünf Jahre ins Gefängnis. Tief enttäuscht verlässt er Deutschland.
Im Dezember 2012 erkennt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg die Überstellung el-Masris an die CIA als Grundrechtsverletzung an. Mazedonien wird zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 60.000 Euro verpflichtet.
Der Dokumentarfilm erzählt, wie Khaled el-Masri und mit ihm seine Familie Opfer rechtsfreien staatlichen Zugriffs und geopolitischer Machtinteressen wurde und wie sich die deutsche Regierung den amerikanischen Freunden unterwarf.
Sendezeiten:
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