1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
ErnährungssicherheitAfrika

Der Hunger hat Ostafrika weiter im Griff

26. Juni 2023

Ja, es hat geregnet - zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren. Doch die vielen Krisen im Osten Afrikas sind längst nicht überwunden. Mit der Folge, dass Millionen Menschen hungern.

Eine Frau, die aus der von Dürre heimgesuchten Region Lower Shabelle geflohen ist, sitzt neben ihrem unterernährten Sohn in einem Lager für Vertriebene am Stadtrand von Mogadischu, Somalia (Archiv)
Millionen von Menschen in der Region am Horn von Afrika hungern wegen der jahrelangen Dürre - und fehlende Getreidelieferungen aus der Ukraine und Russland verschlimmern die SituationBild: Farah Abdi Warsameh/AP/dpa/picture alliance

60 Millionen Menschen in Äthiopien, Dschibuti, Kenia, Somalia, Südsudan, Sudan und Uganda wüssten nicht immer, wo sie ihre nächste Mahlzeit herbekommen, sagte Dominique Ferretti vom Nothilfeteam des UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Nairobi. In den vergangenen sieben Jahren habe sich die Zahl der hungernden Menschen damit mehr als verdoppelt.

In Somalia und Südsudan seien 83.000 Menschen in einer katastrophalen Notlage und hätten oft nur einige Male pro Woche die Chance, überhaupt etwas zu essen. 5,1 Millionen Kinder unter fünf Jahren seien in der Region akut unterernährt, sagte Ferretti.

Gründe gibt es viele

In den vergangenen Jahren habe es in Ostafrika verschiedene verheerende Entwicklungen gegeben: Die Covid-19-Pandemie, ein Ebola-Ausbruch, zahlreiche andere Epidemien von Cholera über Masern bis hin zu Dengue-Fieber, eine Heuschreckenplage sowie Konflikte wie jetzt im Sudan. Rund 4,9 Millionen Flüchtlinge haben nach UN-Angaben ihre Heimatländer verlassen.

Der Machtkampf im Sudan treibt zehntausende Menschen in die FluchtBild: Blaise Dariustone/DW

Zudem habe das Horn von Afrika die längste Dürre der jüngeren Geschichte erlebt, fügte Ferretti hinzu. Die Trockenheit habe zweieinhalb Jahre angedauert und die Menschen in Äthiopien, Kenia und Somalia hart getroffen. Ernten, Vieh und Lagerbestände seien vernichtet worden.

Das Schwarze Meer verschärft die Sorgen

In den vergangenen Monaten habe die Regenzeit von März bis Mai den Landwirten und dem Vieh in der Region endlich Erleichterung verschafft. Ein Regen reiche jedoch nicht aus, um die Krise zu beenden. Deshalb wäre es eine zusätzliche Katastrophe, wenn die UN-Initiative zum Export von Getreide aus der Ukraine im Juli nicht verlängert werde, sagte Ferretti. "Die Ukraine war immer die Kornkammer für Afrika und den Nahen Osten."

Russland hatte nach dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 die ukrainischen Schwarzmeerhäfen blockiert. Moskau erlaubte dann schließlich international überwachte Getreideausfuhren. Es droht aber immer damit, das Programm nicht weiter zu verlängern.

rb/as (dpa, epd, Reuters)