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Der Widersacher

9. Februar 2009

Am 12. Juni wird im Iran ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Und Präsident Mahmud Ahmadinedschad bekommt Konkurrenz: Am Samstag hatte sein Vorgänger Mohammed Chatami erklärt, sich erneut zur Wahl zu stellen.

Tritt erneut zur Wahl an: Irans Ex-Präsident Mohammed ChatamiBild: AP
Wiederholt sich Geschichte? Am 3.8.1997 übernahm Mohammed Chatami schon einmal das Amt des iranischen Präsidenten.Bild: dpa

Bisher standen die Chancen für den derzeitigen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad nicht schlecht, auch in eine neue Amtszeit gehen zu können. Nicht so sehr, weil die Iraner mit ihm so glücklich sind. Sondern eher aus Mangel an Alternativen. Doch das hat sich seit diesem Samstag geändert. Mohammed Chatami könnte zu einer ernsthaften Konkurrenz für den derzeitigen Amtsinhaber werden. Chatami gilt als gemäßigter Reformer. Und nicht nur viele Iraner setzen ihre Hoffnungen in Chatami. Auch der Westen hofft, dass jetzt Bewegung in Irans bisher eher starre Haltung im Atomstreit kommen könnte.

Rechtsruck in Israel?

"Ohne Loyalität keine Staatsbürgerschaft!" Mit solchen Parolen geht Avigdor Lieberman auf StimmenfangBild: AP

Auch in Israel wird gewählt - und das schon am Dienstag. Dann wird sich auch zeigen, wem der Krieg in Gaza politisch am meisten genutzt hat. Und dabei ist wohl ein deutlicher Rechtsruck zu erwarten. Das Rennen um das Amt des neuen Regierungschefs werden wohl die bisherige Außenministerin Zipi Livni und der Chef des Likud, Benjamin Netanjahu unter sich ausmachen. Zum Zünglein an der Waage aber könnte der Ultranationalist Avigdor Lieberman werden. Seine Partei "Unser Haus Israel" hat den jüngsten Umfragen zufolge die Arbeitspartei von Verteidigungsminister Ehud Barak als drittstärkste Kraft abgelöst.

Russische Einwanderer bilden die Basis

Ein russischsprachiger Zeitschriftenladen in Tel AvivBild: dpa

Ohne Lieberman wird es wohl keine Regierungskoalition geben. Dabei wurde Liebermans Partei „Unser Haus Israel" erst vor zehn Jahren gegründet. Bislang galt sie vor allem als Partei der russischen Immigranten. Die machen mittlerweile fast 20 Prozent der israelischen Bevölkerung aus. Und sie stehen zwischen ihrer alten Heimat, in der sie oft noch die imperiale Sowjetunion sehen, und ihrem neuen Zuhause, dem kleinen, eingeengten Israel. Die russischen Einwanderer haben ihre ganz eigenen Gründe, warum sie mehrheitlich rechts wählen.

Redaktion: Diana Hodali/Thomas Latschan