1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Deutsche Apotheker warnen vor Medikamentenmangel

14. September 2025

Apothekerverbände schlagen Alarm: Mehr als 500 Arzneimittel sind schwer verfügbar. Besonders Kinder trifft es hart. Das Problem: Viele Medikamente werden inzwischen im Ausland hergestellt.

Zahlreiche Medikamente liegen in einem Regal
Vor allem Kinder, Alte und chronisch Kranke sind durch Lieferengpässe gefährdet (Symbolbild)Bild: Daniel Reinhardt/dpa/picture alliance

Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Thomas Preis, warnt vor erheblichen Problemen in der Arzneimittelversorgung. "Auch in diesen Winter gehen wir sehr schlecht vorbereitet. Das Thema Lieferengpässe bei Arzneimitteln ist ein Dauerthema geworden in den Apotheken", sagte Preis der "Bild am Sonntag".

Nach seinen Angaben sind derzeit mehr als 500 Medikamente offiziell als schwer verfügbar gemeldet, bei einigen bestehe sogar ein "Versorgungsmangel". Besonders betroffen seien Antibiotika-Säfte für Kinder, ein Asthma-Mittel sowie Präparate für ADHS, der Aufmerksamkeitsdefizit- bzw. Hyperaktivitätsstörung. Für Fieber- und Erkältungsmittel sowie Hustensäfte sei die Lage hingegen stabil: "Die Versorgung ist sichergestellt", betonte Preis.

Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbändeBild: ABDA/Trenkel

Als Ursache der Engpässe sieht der Verbandspräsident die starke Abhängigkeit von Produktionsstätten außerhalb Europas. "Deutschland war früher die Apotheke der Welt, jetzt steht die Apotheke der Welt in China oder Indien. Und wenn dort Werke Produktionsprobleme haben, dann schlägt sich das sofort in der Versorgung in Europa und in Deutschland nieder."

Sozialverband: Produktion in Europa stärken

Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) mahnt entschlossenes Handeln an. Medikamentenengpässe seien für viele Menschen eine enorme Belastung, insbesondere für Ältere, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen, erklärte SoVD-Vorstandsvorsitzender Michael Engelmeier. "Der Vorstoß der EU-Kommission im März, die Produktion in Europa zu stärken, muss daher dringend weiterverfolgt und so die Medikamentenversorgung wieder stärker in die eigene Hand genommen werden, um Notstände zu vermeiden und die Patientensicherheit zu gewährleisten."

Zudem fordert der Verband mehr Handlungsspielraum für Apotheken, um bürokratische Hürden zu reduzieren und so eine schnellere Versorgung zu ermöglichen.

pgr/haz (dpa, Bild am Sonntag)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen