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Deutsche Bahn wieder mit einem Milliardenverlust

27. März 2026

Die wirtschaftliche Krise bei der Deutschen Bahn dauert an. Dennoch spricht Konzernchefin Palla von einer sich abzeichnenden Trendwende.

Deutschland 2025 | Evelyn Palla
Bahnchefin Evelyn Palla sieht den Konzern inzwischen auf einem guten Weg (Archivbild) Bild: Andreas Gora/dpa/picture alliance

Hohe Abschreibungen beim Fernverkehr haben bei der Deutschen Bahn im vergangenen Jahr erneut für tiefrote Zahlen gesorgt. Unter dem Strich verzeichnete der bundeseigene Konzern ein Minus von 2,3 Milliarden Euro, wie die Bahn in Berlin mitteilte. Damit erhöhte sich der Verlust im Vergleich zum Jahr 2024 um rund 0,5 Milliarden Euro. 

Hauptgrund für das hohe Minus seien Wertminderungen bei der Unternehmenstochter DB Fernverkehr in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro gewesen. Die Sparte erwarte künftig aufgrund der anhaltenden Probleme bei der Infrastruktur deutlich niedrigere Umsätze, hieß es weiter.

Streckennetz soll bis 2036 saniert werden

Bis 2036 soll mit Geld aus dem 500 Milliarden Euro schweren Infrastruktur-Sondertopf des Bundes auch das marode Schienennetz saniert und modernisiert werden. Die seit Oktober amtierende Bahnchefin Evelyn Palla sprach in dem Zusammenhang von einem "Super-Baujahr 2026". Bund und Bahn wollen zusammen mehr als 23 Milliarden Euro investieren. Die vielen Baustellen werden die Züge allerdings vorerst nicht pünktlicher machen. 

 

Arbeiten an der Bahnstrecke Hamburg - Berlin (17.10.2025)Bild: BREUEL-BILD/IMAGO

Zudem verkaufte die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr die gut laufende Logistiktochter DB Schenker. Damit fehlt dem Konzern nun ein wichtiger Gewinnbringer. Der Verkaufserlös ging nahezu ausschließlich in den Abbau des hohen Schuldenbergs. Dieser konnte dadurch im vergangenen Jahr laut Bahn um knapp zwölf Milliarden Euro auf nunmehr 20,7 Milliarden Euro reduziert werden.

Fast alle Geschäftsfelder mit positivem Betriebsergebnis

Palla sprach von einer sich abzeichnenden Trendwende. Sie will den Konzern schlanker und unbürokratischer machen. Die Bahn-Chefin wies darauf hin, dass alle Geschäftsfelder mit Ausnahme von DB Cargo 2025 ein positives Betriebsergebnis eingefahren haben.

Der Konzern machte eigenen Angaben zufolge operativ, also vor Zinsen und Steuern, einen Gewinn von 297 Millionen Euro und kam hier somit erstmals seit Jahren wieder in die schwarzen Zahlen. Der Umsatz stieg zudem um rund drei Prozent auf 27 Milliarden Euro. 

Bei Umsatz und operativem Ergebnis habe die Bahn im vergangenen Jahr somit einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht, betonte Palla. Zufriedenheit sei gleichwohl fehl am Platz. "Erst wenn wir wieder nachhaltig Jahresüberschüsse erwirtschaften und Investitionen aus eigener Kraft stemmen können, sind wir am Ziel."

se/gri (dpa, rtr, afp)

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