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Deutsche Frauen gewinnen EM-Titel

Andreas Sten-Ziemons28. Juli 2013

In einem spannenden Finale setzt sich die deutsche Mannschaft gegen Norwegen durch und sichert sich zum sechsten Mal in Folge den EM-Pokal. Matchwinnerin ist Torfrau Nadine Angerer, der Ungewöhnliches gelingt.

Jubel der deutschen Mannschaft (Foto: Carmen Jaspersen/dpa)
Bild: picture-alliance/dpa

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat es tatsächlich geschafft und den Titel bei der EM in Schweden gewonnen. Im hochklassigen Finale gegen Norwegen setzten sich die deutschen Frauen knapp mit 1:0 durch. Torfrau Nadine Angerer hielt zwei Strafstöße und wurde so zur entscheidenden Figur beim sechsten EM-Erfolg in Serie.

Jubel für Deutschen Frauenfußball

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Insgesamt ging die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes zum achten Mal als Europameister vom Platz - zum vierten Mal nach 1989, 1991 und 2005 hieß der geschlagene Endspiel-Gegner Norwegen.

Angerers Knie sichert das 0:0

Vor einer Rekordkulisse von 45.000 Zuschauern in der EM-Arena von Solna kamen die Mannschaften ohne Abtasten direkt zur Sache: Bereits nach wenigen Sekunden klatschte der Ball nach einem Kopfball von Nadine Keßler gegen die Querlatte des norwegischen Tores. Das erste Ausrufezeichen war gesetzt, es entwickelte sich ein gutes Fußballspiel.

Bei Deutschland, das auch danach das Geschehen bestimmte, war die zuletzt verletzt fehlende Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi wieder in der Startelf. Die Stürmerin hatte in der 3. Minute die nächste Chance, verzog aber knapp links neben das Tor. Nach rund zehn Minuten geriet das Spiel des zweimaligen Weltmeisters etwas ins Stocken. Die Norwegerinnen kamen dem deutschen Tor mehrfach gefährlich nahe. Erst in der 21. Minute verbuchten die DFB-Auswahl wieder eine Großchance durch Okoyino da Mbabi. Die 25-Jährige setzte nach einer Ecke von Dzsenifer Marozsan einen Kopfball nur Zentimeter neben den rechten Pfosten.

Im Anschluss brachten die Deutschen nicht mehr viel zustande, das Spiel wurde insgesamt schlechter. Norwegen verbreitete immer wieder durch Standartsituationen Gefahr im deutschen Strafraum. Die größte Möglichkeit der Skandinavierinnen entschärfte Angerer. Nach einer Schwalbe von Norwegens Angreiferin Catherine Dekkerhus hielt die Spielführerin den hart geschossenen Strafstoß von Trine Rønning mit dem Knie (29. Minute). Drei Minuten später musste die Torhüterin noch einmal in höchster Not gegen die norwegische Kapitänin Ingvild Stensland retten (32.). Mit einem glücklichen 0:0 ging es in die Halbzeit.

Nadine Angerer (2.v.r.) freut sich über den ersten gehaltenen ElfmeterBild: picture-alliance/dpa

Jokerin Anja Mittag sticht

Kurz nach Wiederanpfiff durften die Deutschen dann jubeln: Die eingewechselte Stürmerin Anja Mittag wurde von der auf der linken Seite durchgestarteten Okoyino da Mbabi perfekt bedient und konnte den Ball aus kurzer Distanz an Norwegens Torfrau Ingrid Hjelmseth vorbei zum 1:0 (49.) schießen. Kurze Zeit später hätte Okoyino da Mbabi für die Vorentscheidung sorgen können, doch sie scheiterte mit einem Kopfball an der Querlatte (57.).

Die nächste Viertelstunde war turbulent: Zunächst zeigte die insgesamt schwache rumänische Schiedsrichterin Cristina Dorcioman zum zweiten Mal auf den Punkt. Diesmal nach einem Foul von Jennifer Cramer an Caroline Hansen allerdings zurecht. Das Ergebnis blieb aber dasselbe: Erneut hielt Angerer ihren Kasten sauber. Sie parierte den gut geschossenen Strafstoß von Solveig Gulbrandsen mit ausgestreckter Faust (61.).

Wieder ist Angerer zu stark: Auch der zweite norwegische Strafstoß findet nicht sein ZielBild: Getty Images

Drei Minuten später erzielten die Norwegerinnen ein Abseitstor, das zurecht nicht zählte (64.). In der 72. Minute gab es die nächste Großchance für Norwegen: Nach einem Missverständnis zwischen Verteidigerin Annike Krahn und Angerer spitzelte Elise Thorsnes den Ball über die deutsche Torfrau, verpasste aber ihr Ziel um wenige Zentimeter. Danach liefen die Norwegerinnen zwar weiter mit dem Mute der Verzweiflung an, waren aber nicht mehr so zwingend. Deutschland verschaffte sich nur selten Entlastung, durfte sich aber nach vier langen Minuten Nachspielzeit über den sechsten EM-Titel in Folge freuen.

"Ein besonderer Titel"

"Phänomenal, dass wir das mit dieser Mannschaft geschafft haben", jubelte Matchwinnerin Nadine Angerer nach dem Spiel. Das niedrige Durchschnittsalter ihrer Spielerinnen betonte auch Bundestrainerin Silvia Neid: "Es war ein schweres Finale und ein Spiel auf Augenhöhe", sagte Neid, die an allen acht deutschen EM-Erfolgen als Spielerin, Co-Trainerin oder Trainerin beteiligt war. "Diesmal ist es ein besonderer Titel, weil nach den vielen Verletzungen der Stammspielerinnen keiner damit gerechnet hätte, dass wir soweit kommen würden."

Nach den Ehrenrunden und Feierlichkeiten im Stadion kündigte die Mannschaft an, die Nacht in Stockholm zum Tage zu machen. Am Montag (29.07.2013) steht dann die offizielle Ehrung der neuen Europameisterinnen auf dem Frankfurter Römer an.

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