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"Schrittmacher im Umweltschutz"

Tim Schauenberg
27. Oktober 2019

Die Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner und der Unternehmer Reinhard Schneider, der Reinigungsmittel und Kosmetika herstellt, sind mit dem deutschen Umweltpreis 2019 ausgezeichnet worden.

Verleihung Deutscher Umweltpreis mit Frank-Walter Steinmeier
Bild: picture-alliance/dpa/U. Anspach

Sie seien "Schrittmacher im Umweltschutz, die Zukunftslösungen liefern für die enormen ökologischen Herausforderungen der Gegenwart", würdigt Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die beiden Preisträger.

Mit 500.000 Euro Preisgeld ist die Auszeichnung der höchstdotierte Umweltpreis in Europa. Überreicht wird er vom deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Mannheim.

Rolle der Böden für das Klima

Kögel-Knabner sei eine der "renommiertesten und einflussreichsten Bodenwissenschaftlerinnen der Welt", so Bonde. Ihre Entdeckungen, wie klimaschädigender Kohlenstoff im Boden gebunden wird, sind "ein Meilenstein" ihrer Forschung. Daraus ergab sich ein völlig neues Verständnis dafür, wie viel Kohlenstoff welche Böden speichern können, heißt es in der Begründung.

Bodenwissenschaftlerin Prof. Ingrid Kögel-KnabnerBild: picture-alliance/dpa/A. Eckert

Böden sind Lebensraum für Pflanzen, Tiere, Insekten, wichtige Bakterien und andere Organismen. Ihre Erhaltung ist wichtig für den gesamten ökologischen Kreislauf. Böden seien zum einen die größten CO2 Speicher der Erde, zum anderen gäben sie durch die Zersetzung von Pflanzen Treibhausgase frei. In Folge des Klimawandels kommt es in den nächsten Jahrzehnten zu einer verstärkten Bodenerosion, heißt es seitens des DBU.

Das bedeute einerseits Verlust von Lebensraum, andererseits auch von landwirtschaftlicher Produktionsfläche. Es wird geschätzt, dass in Europa mehr als zehn Prozent der Fläche der europäischen Union moderat bis schwer von Bodenerosion betroffen sind. 

Die Forschung von Kögel-Knabner gebe "Antworten auf die Frage, auf welchen Böden eine Kohlenstoffspeicherung nachhaltig möglich ist, um dem Klimawandel entgegen zu wirken", so Bonde weiter.

Der nachhaltige Unternehmer

"Pionier der Kreislaufwirtschaft"  nennt die DBU den Unternehmer Reinhard Schneider, dessen Firma Reinigungsmittel und Ähnliches herstellt. Aus seiner 1986 gegründeten Firma Werner & Mertz gingen verschiedene Marken hervor, die bekannteste dürfte "Frosch" sein.

Mit zahlreichen Initiativen zum Umweltschutz habe er Neuland betreten. Schneider wird dafür ausgezeichnet, in seinem Unternehmen konsequent für seine Verpackungen Altplastik zu verwenden, sie mit gesundheitsfreundlichen Etiketten zu bedrucken und - statt mit dem umstrittenen Palmöl aus tropischen Regionen - seine Waschmittel aus heimischen Rohstoffen wie Flachs, Hanf oder Oliven herzustellen.

"Pionier der Kreislaufwirtschaft" der Unternehmer für Reinigungsmittel Reinhard SchneiderBild: picture-alliance/dpa

Allein in Deutschland gelangen jährlich rund 630.000 Tonnen Chemikalien aus Wasch- und Reinigungsmitteln aus privaten Haushalten ins Abwassersystem. Viele Reinigungsmittel können nicht komplett von Kläranlagen gefiltert werden, sind nicht oder nur teilweise biologisch abbaubar und lagern sich langfristig in der Umwelt ab, wo sie Organismen schädigen können.

Schneider habe konsequent ökologische Produkte in einem Massenmarkt mehrheitsfähig gemacht, so die BDU.

Der Preis wird dieses Jahr zum 27. Mal verliehen. Ausgezeichnet werden vorbildliche Leistungen und besondere Lösungen, die zum Erhalt und Schutz der Umwelt beitragen, oder in Zukunft beitragen werden.

Unternehmer im Klimastreik

01:21

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