1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Deutscher Umweltpreis würdigt "Mutmacher"

25. Oktober 2026

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zeichnet einen Ingenieur und eine Juristin aus, die Pionierarbeit für die Natur leisten. Echte Vorbilder, findet Bundespräsident Steinmeier.

Preisträgerin Umweltjuristin Roda Verheyen (l-r), Kai Niebert, DBU-Kuratoriumsvorsitzender, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Alexander Bonde, Generalsekretär der DBU, Preisträger Klaus Vossenkaul, und die grüne NRW-Klimaschutzministerin Mona Neubaur stehen auf der Bühne
Gruppenbild mit den Preisträgern: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (m.), Roda Verheyen (l.) und Klaus Vossenkaul (2. v.r.)Bild: Thomas Banneyer/dpa/picture alliance

Sauberes Wasser aus Kläranlagen - für diese Erfindung hat Ingenieur Klaus Vossenkaul in Aachen den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) erhalten. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die als "Deutschlands wichtigste Klima-Anwältin" bekannte Juristin Roda Verheyen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung. Das Preisgeld ist eines der höchsten in Europa im Bereich Umwelt. Er würdigte die beiden Preisträger als Vorbilder beim Umweltschutz. "Sie zeigen, dass jede und jeder Einzelne einen Unterschied machen kann."

Steinmeier: Müssen Lebensweisen überdenken

Steinmeier rief bei der Verleihung in Aachen dazu auf, dem Klimaschutz trotz aller "tagespolitischen Konjunkturen" hohe Priorität einzuräumen. "Wir wissen, dass wir unsere Art zu leben, zu wirtschaften, hinterfragen müssen. Warum? Um unseren Kindern und Enkeln einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen", sagte Steinmeier. 

Roda Verheyen und Klaus Vossenkaul - das Preisgeld, das in diesem Jahr an sie geht, ist eines der höchsten in Europa im Bereich UmweltBild: Thomas Banneyer/dpa/picture alliance

Der letzte Sommer habe gezeigt, welche dramatischen Folgen die Erderwärmung für alle habe: brennende Wälder, kaum noch Schifffahrt aufgrund niedriger Wasserstände und 16.000 zusätzliche Sterbefälle laut Robert Koch-Institut. "Die Fieberkurve unseres Planeten zeigt deutlich nach oben", setzte Steinmeier fort. Dabei treffe der Klimawandel Europa besonders stark - "unser Kontinent erwärmt sich mehr als doppelt so schnell wie alle anderen". 

Besonderes Engagement und Innovationen

Der Deutsche Umweltpreis zeichnet Leistungen von Menschen aus, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der Umwelt beitragen. Der Ingenieur Klaus Vossenkaul aus der Städteregion Aachen wird für seine innovativen Weiterentwicklungen bei der Membranfiltertechnologie für die Abwasserreinigung in Kläranlagen ausgezeichnet.

Die Hamburger Rechtsanwältin Roda Verheyen bekommt den Preis für die Durchsetzung rechtlicher Vorgaben für mehr Umwelt- und Klimagerechtigkeit. Unter anderem ließ sie per Klage feststellen, dass Verursacher von Emissionen für Klimafolgeschäden haftbar sein können. 2021 gab das Bundesverfassungsgericht einer Klage Verheyens statt, wonach unzureichender Klimaschutz die Freiheitsrechte künftiger Generationen verletze.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde würdigte die Preisträger bei einem Festakt in Aachen als "Mutmacher, die zeigen, wie es positiv vorangehen kann". Sie verkörperten "Haltung, Beharrlichkeit und Innovationskraft mit klarem Kompass beim Umwelt- und Klimaschutz".

Steinmeier: Deutscher Umweltpreis ans Herz gewachsen

Steinmeier, der Anfang nächsten Jahres aus dem Amt scheidet, sagte, der Deutsche Umweltpreis sei ihm "von Jahr zu Jahr mehr ans Herz gewachsen". Er habe stets "mit Neugier und Spannung auf die Preisverleihung geschaut" und sich gefreut, "Menschen mit Engagement und innovativen Ideen kennenzulernen". Deshalb erfülle es ihn "mit ein wenig Wehmut", dass er ihn nun zum letzten Mal überreichen dürfe.

Die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Steinmeier soll am 30. Januar von der Bundesversammlung gewählt werden. Ihr gehören die 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso viele Wahlfrauen und -männer aus den Ländern an.

pg/haz (dpa, afp, epd, kna)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MEZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!

Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen