Deutsche Bahn stoppt Rolltreppen: Verkehrsministerium sauer
21. Februar 2026
Der Hauptbahnhof in Deutschlands Hauptstadt Berlin ist ein quirliger Verkehrsknotenpunkt: Acht Gleise liegen tief in der Erde, darüber thronen nochmals sechs Gleise in luftiger Höhe - zu erreichen über ein Zwischengeschoss.
Wer hier umsteigt und von der unteren auf die obere Ebene will, muss gut 25 Meter erklimmen - und das derzeit im wahrsten Sinne des Wortes: Denn seit Donnerstag stehen 42 von insgesamt 54 Rolltreppen still.
Ähnlich das Bild am Köln-Bonner-Flughafen (IATA-Kürzel CGN): Der dortige Tiefbahnhof liegt gut 18 Meter unter der Erde. Wer zum Flugzeug muss, kann auf den Fahrstuhl warten oder darf die Koffer über die feste Treppe hinaufschleppen. Auch in den Bahnhöfen in Frankfurt am Main, Dresden, Essen, Hamburg und Düsseldorf rollen viele Treppen derzeit nicht.
Getriebeschäden als Mobilitätsbremse
Grund dafür seien Probleme bei einem bestimmten Typ, teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. Zwei Rolltreppen dieser Bauart in Berlin seien diese Woche mitten im Betrieb abrupt stehengeblieben. Aus Sicherheitsgründen wurden dann baugleiche Rolltreppen ebenfalls gesperrt. Insgesamt handelt es sich um rund 130 deutschlandweit.
Mehrere Teams haben inzwischen nach Defekten im Getriebe der betroffenen Rolltreppen gefahndet. Denn ein entsprechender Schaden hatte zu den ersten beiden Ausfällen in Berlin geführt.
Ministerium erwartet von DB rasches Handeln
Das Bundesverkehrsministerium fordert nun, dass die Deutsche Bahn das Problem rasch behebt. "Dass so viele Rolltreppen außer Betrieb genommen werden müssen, ist natürlich gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen sehr ärgerlich und der Unmut verständlich", sagte ein Sprecher von Minister Patrick Schnieder der Zeitung "Rheinische Post" (Samstagsausgabe).
Die Bahn habe dem Ministerium versichert, dass sie aus Vorsichtsgründen zu diesem Schritt gezwungen gewesen sei "und jetzt zusammen mit dem Hersteller mit Hochdruck an der Wiederinbetriebnahme gearbeitet wird", fügte der Sprecher hinzu.
Das machte auch Katja Hüske deutlich. Sie ist Vorständin Personenbahnhöfe bei der DB InfraGO: "Wir arbeiten eng im Schulterschluss mit dem Hersteller unter Hochdruck an den bereits laufenden und anstehenden Prüfungen. Die Prüfungen erfolgen schnellstmöglich unter Einbeziehung der erforderlichen Hersteller-Expertise", so Hüske. Ad-hoc-Kräfte seien bereits zugesagt.
Nach gut drei Tagen Treppensteigerei können Reisende langsam aufatmen: Die ersten reparierten Rolltreppen sollen an diesem Wochenende wieder Fahrt aufnehmen.
AR/wa (dpa, afp, Deutsche Bahn)