Deutschland erhält Zuschlag für Frauenfußball-EM 2029
3. Dezember 2025
Als UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin den Briefumschlag öffnete und die Karte mit der Aufschrift "Germany" präsentierte, brach bei der deutschen Delegation um DFB-Präsident Bernd Neuendorf Jubel aus. Die 18 stimmberechtigten Mitglieder des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (UEFA) entschieden sich für Deutschland als Gastgeber der Frauen-EM 2029.
Damit gab es gut 20 Stunden nach dem verlorenen Nations-League-Finale der deutschen Fußballerinnen gegen Spanien zumindest sportpolitisch gute Nachrichten für den deutschen Verband.
Es sei eine "lange Reise" gewesen, die letztlich erfolgreich geendet habe, sagte der sichtlich erleichterte DFB-Chef auf dem Podium und bedankte sich auch für das Vertrauen der UEFA-Verantwortlichen. "Wahnsinn! Ein Traum wird wahr", freute sich DFB-Vizepräsidentin Heike Ullrich.
Zum dritten Mal EM-Ausrichter im Frauenfußball
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) behauptete sich bei der Abstimmung am UEFA-Sitz in Nyon in der Schweiz mit seiner Kandidatur gegen den Konkurrenten Polen sowie Dänemark und Schweden, die sich gemeinsam beworben hatten. "Es war immer fair und wir hatten eine gute Beziehung untereinander", sagte Neuendorf. "Wir laden alle ein, nach Deutschland zu kommen. Es ist ein Turnier für alle."
Giulia Gwinn, Kapitänin der DFB-Frauen, freute sich mit den Verantwortlichen des Verbands über den EM-Zuschlag. "Ich glaube, es gibt als Sportlerin nichts Größeres, als ein Turnier im eigenen Land spielen zu dürfen", sagte die Abwehrspielerin des FC Bayern München. "Diese Ehre wird nicht jedem zuteil. Es ist pures Genießen und Aufsaugen."
Deutschland ist damit nach 1989 und 2001 zum dritten Mal Ausrichter einer Frauen-Europameisterschaft. Bei den ersten beiden Auflagen hatten die DFB-Frauen bei der Heim-EM jeweils den Titel geholt. Mit insgesamt acht Triumphen ist die deutsche Frauen-Nationalmannschaft Rekord-Europameister.
Die EM-Spiele 2029 werden in acht deutschen Städten ausgetragen: in München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Hannover, Wolfsburg und Leipzig.
DFB verspricht erstmals bei einer Frauen-EM finanziellen Gewinn
Die deutsche Bewerbung stand unter dem Motto "We'29 - Together we will rise" (Wir '29 - Gemeinsam werden wir uns erheben). Es gehe um mehr als nur ein Turnier, hieß es im sogenannten Bid Book, der Bewerbungsbroschüre des DFB.
"Unser Ziel ist es, ein Turnier zu kreieren, das den Frauenfußball in jeder Ecke Europas fördert, mit Weltklasse-Spielstätten, umfangreichen Einnahmequellen und erweiterten Möglichkeiten zum Wissensaustausch. Wir werden kein Land außen vor lassen."
Der DFB verspricht die erste Frauen-EM mit einem finanziellen Gewinn und begründet seinen Optimismus mit der Aussicht auf mehr als eine Million verkaufte Tickets, finanzielle Zusagen aller Spielorte sowie der deutschen Wirtschaft.
Das kam offenbar bei den UEFA-Entscheidern gut an, denn bisher hat noch keine Frauen-Europameisterschaft schwarze Zahlen geschrieben. Bei der EM 2025 in der Schweiz wurde das Minus für die UEFA auf rund 35 Millionen Euro geschätzt. Zum Vergleich: Die EM der Männer im Jahr 2024 in Deutschland warf einen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro ab.