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Wolf-Attacke in Hamburgs Innenstadt: Raubtier beißt Frau

31. März 2026

Kein Märchen: Durch die Millionenmetropole Hamburg stromert ein Wolf und beißt eine Frau. Es ist der erste Angriff auf einen Menschen seit Wiederansiedlung dieser Raubtierart in Deutschland.

Symbolbild Wolf | Wachsamer Wolf im Wald in Deutschland (14.03.2026)
Canis lupus in freier Wildbahn in Deutschland (Symbolbild)Bild: Raimund Linke/imageBROKER/picture alliance

Schon die Gebrüder Grimm wussten zu berichten: Der Wolf ist ein gefährliches Tier. Gleich in mehreren Märchen widmen sich die beiden Autoren diesem Räuber und lassen ihn gierig Menschen und Tiere verschlingen. Aber auch ganz real verbreitete der Wolf Jahrhunderte lang Angst und Schrecken - bis er vor gut 150 Jahren in Deutschland ausgerottet wurde.

Dank eines Wiederansiedlungsprogramms sind die Wölfe (Canis lupus) zurück. Und ein Exemplar verirrte sich jetzt in Norddeutschland sogar in die Millionenmetropole Hamburg. Ob aus Angst oder Angriffslust ging das Raubtier dort auf einem Menschen los: Er griff eine Frau an. Sie wurde von dem Tier ins Gesicht gebissen und verletzt. Wie es zu dem Vorfall kam, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte ein Sprecher der Hamburger Umweltbehörde.

Flucht ins Stadtzentrum

Zum Biss kam es im Stadtteil Altona. Danach türmte der Wolf, floh in die gut drei Kilometer entfernte Innenstadt. Dort sprang er in den Fluss Alster, der mitten im Hamburger Zentrum zu einem See aufgestaut ist, pittoresk gesäumt von hochherrschaftlichen Häusern. Am Barkassen-Anleger an der Binnenalster zog die Polizei das Tier mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Hamburger Lagezentrums am Montagabend schilderte.

Alsteranleger im Hamburger Zentrum (am Montagabend): Flucht ins WasserBild: Daniel Bockwoldt/dpa/picture alliance

Der Wolf sei in einen Wildpark gebracht worden, sagte der Abteilungsleiter für Stadtjäger im Bezirksamt Altona dem Norddeutschen Rundfunk. Er müsse erst einmal zur Ruhe kommen. Man gehe "stark davon aus", sagte der Sprecher der Umweltbehörde, dass es sich bei dem Vorfall von Montagabend um den Wolf handelt, der bereits am Wochenende im Großraum Hamburg gesichtet worden war. 

Erste Sichtung am Sonnabend

Zunächst war ein Wolf am Sonnabend im wohlhabenden Stadtteil Blankenese an der Elbe beobachtet worden, ganz im Westen der Metropole. Und von dort bahnte er sich den Weg immer weiter Richtung Zentrum, wie weitere Sichtungen zeigten. Durch ein Video sowie ein Foto aus der Bevölkerung konnte das Tier durch Experten zweifelsfrei als Wolf identifiziert werden.

Nach Experteneinschätzung handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Welpen in der Abwanderungsphase von seinem Rudel. Wölfe legen auf der Suche nach einem eigenen Revier weite Strecken zurück.

Die ungewohnte städtische Umgebung bei Tag bedeutet für das Tier demnach enormen Stress, da Wölfe den Kontakt zu Menschen und Hunden grundsätzlich meiden. Der Umweltbehörde zufolge ist das Tier wohl versehentlich so weit in das Stadtgebiet gelaufen und suchte selbstständig nach einem Weg heraus.

Erster Angriff in drei Jahrzehnten

Wie es zu dem Bissvorfall kam, ist noch unklar. Den Angaben zufolge zeigte der Wolf bei den Sichtungen zuvor "ein stark ausgeprägtes Fluchtverhalten, reagierte äußerst scheu und zog sich sofort zurück, sobald Menschen oder Hunde seinen Weg kreuzten".

Österreich: Leben mit dem Wolf

05:11

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Zumindest ist nun erstmals ein Mensch von einem Wolf angegriffen worden, seit sich dieser wieder in Deutschland ausgebreitet hat. "Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998", sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz der Deutschen Presse-Agentur.

Seit 2013 wurden in Hamburg insgesamt 21 Wolfsnachweise eindeutig bestätigt. Zuletzt wurde Mitte März ein verendeter Wolf auf der Autobahn 25 nach einem Wildunfall gefunden.

AR/se (dpa, afp)

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